Durch Impfungen schützt man sich in erster Linie natürlich selbst vor den ansteckenden Krankheiten. Doch es gibt auch Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Für manche Impfungen sind Säuglinge beispielsweise noch zu jung, andere Menschen können aufgrund einer chronischen Erkrankung die eine oder andere Impfung nicht bekommen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Menschen in ihrem Umfeld geimpft sind und ihnen Schutz vor der Ausbreitung und Ansteckung mit der Krankheit bieten. Man spricht dann von Gemeinschaftsschutz oder Herdenimmunität. Der eigene Impfschutz trägt also gleichzeitig zum Schutz der Gemeinschaft bei. Lassen sich ausreichend viele Menschen impfen, so kann für einige Krankheiten sogar verhindert werden, dass sie weiterhin auftreten.
In der Animation wird das Prinzip des Gemeinschaftsschutzes (Herdenimmunität) erläutert. Im Simulator kann man am Beispiel Masern selbst ausprobieren, wie die Gemeinschaft einzelne Menschen, die nicht gegen Masern geimpft werden können, schützen kann.
In der Animation wird das Prinzip des Gemeinschaftsschutzes erläutert.
Ein hoher Gemeinschaftsschutz kann Krankheiten regional komplett zurückdrängen. Doch dieser Erfolg ist zerbrechlich. Wenn die Impfquoten sinken, kehren Krankheiten schnell wieder zurück.
Die Kinderlähmung (Polio) gilt in ganz Europa und auf dem amerikanischen Kontinent zwar als ausgerottet. Trotzdem ist es auch heute noch wichtig, dass weiterhin gegen Kinderlähmung geimpft wird. Denn die Kinderlähmung kommt in Teilen Asiens und Afrikas weiterhin vor. Würde der Krankheitserreger zum Beispiel durch Reisende nach Deutschland gelangen und auf eine weitgehend ungeimpfte Bevölkerung treffen, wäre eine erneute Ausbreitung möglich. Um einen solchen Ausbruch in Deutschland zu verhindern, wird mit einer hohen Impfquote in der Gesamtbevölkerung der Gemeinschaftsschutz aufrecht gehalten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich zum Ziel gesetzt, die Verbreitung von Masern und Röteln weltweit zu verhindern. Dies ist möglich, wenn langfristig 95 Prozent der Bevölkerung gegen diese Krankheiten geschützt sind.
Doch die Lage ist dynamisch: Ganz Amerika (Nord- und Südamerika) galt ab 2016 offiziell als masernfrei. Sinkende Impfquoten führten jedoch seit Anfang 2025 zu immer neuen Ausbrüchen, sodass die Region diesen Status November 2025 wieder verloren hat. Dies zeigt deutlich: Nur eine dauerhaft hohe Impfquote schützt eine Gemeinschaft langfristig davor, dass sich Infektionskrankheiten in der Bevölkerung wieder ausbreiten.
Auch in Deutschland treten Masern aufgrund nicht ausreichender Impfquoten weiterhin auf.
Um den notwendigen Gemeinschaftsschutz im Alltag sicherzustellen, regelt das Masernschutzgesetz eine Nachweispflicht. Es legt fest, dass bestimmte Personengruppen eine bestehende Immunität oder einen ausreichenden Impfschutz vorlegen müssen. Dies betrifft:
Weitere Informationen zum Masernschutzgesetz finden Sie im Seitenbereich Masernschutz.