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Pneumokokken-Impfung bei Jugendlichen

Pneumokokken sind weltweit verbreitete Bakterien. Pneumokokken-Infektionen verursachen beispielsweise Mittelohrentzündungen, können aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhaut- oder Lungenentzündungen verursachen. Besonders Säuglinge, Kinder in den ersten zwei Lebensjahren, ältere Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen sind häufiger von schweren Verläufen betroffen.

Gut zu wissen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt 2- bis einschließlich 17-jährigen Kindern und Jugendlichen mit Risikofaktoren (wie bestimmten chronischen Krankheiten) eine einmalige Impfung mit dem Konjugat-Impfstoff PCV 20. Je nach bisher erfolgten Impfungen soll PCV20 im Abstand von 1 Jahr (nach Impfung mit Konjugat-Impfstoff) bzw. 6 Jahren (nach Impfung mit Polysaccharidimpfstoff) zur vorherigen Impfung gegeben werden.

Pneumokokken: Ansteckung

Die Bakterien (Streptococcus pneumoniae) werden durch Tröpfcheninfektion, das heißt meist durch Husten oder Niesen, übertragen.

Pneumokokken-Infektionen stellen aufgrund ihrer weltweiten Verbreitung, Häufigkeit und der möglichen Schwere der Erkrankung eine ernstzunehmende Infektionskrankheit dar.

Viele Menschen tragen Pneumokokken im Mund- und Rachenraum, ohne zu erkranken. Sie können aber andere anstecken.

Pneumokokken: Krankheitsverlauf

Pneumokokken besiedeln den Nasenrachenraum und dies häufig ohne Krankheitszeichen. Sie können jedoch durch lokale Vermehrung auch Mittelohrentzündungen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen verursachen. Bei Kindern ist die Mittelohrentzündung die häufigste Erkrankungsform. Wenn Pneumokokken die unteren Atemwege befallen, kann eine Lungenentzündung auftreten.

Besonders schwerwiegend sind sogenannte invasive Pneumokokken-Erkrankungen (invasive pneumococcal disease, IPD), bei denen die Bakterien in normalerweise keimfreie Bereiche des Körpers eindringen. Im Zeitraum von Januar 2023 bis Mitte Dezember 2025 sind insgesamt 685 Fälle einer schweren Pneumokokken-Erkrankung, wie zum Beispiel einer Hirnhautentzündung (Meningitis), Blutvergiftung (Sepsis) oder schweren Form von Lungenentzündung (Pneumonie) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von ≥ 2 bis 17 Jahren gemeldet worden.

Schwere Pneumokokken-Erkrankungen müssen (meist im Krankenhaus) mit Antibiotika behandelt werden. Mögliche Folgen der Erkrankung sind bleibende Schäden und Behinderung. Auch Todesfälle sind möglich.

Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs hängt vom Alter und gesundheitlichen Zustand ab. Besonders betroffen sind Kleinkinder in den ersten beiden Lebensjahren sowie ältere Menschen. Zudem haben Personen mit geschwächtem Immunsystem oder bestimmten chronischen Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für eine schwerwiegende Infektion.

Das Risiko einer schwer verlaufenden Pneumokokken-Erkrankung ist altersabhängig: Besonders gefährdet sind Kinder in den ersten beiden Lebensjahren und ältere Menschen. Personen mit Immunschwäche und bestimmten chronischen Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen (Risikofaktoren) besitzen ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken.

Erkrankungen durch Pneumokokken gehören zu den häufigsten bakteriellen Atemwegsinfektionen weltweit. Auch in Deutschland sind Krankenhauseinweisungen und Todesfälle aufgrund von Pneumokokken-Infektionen häufig. Der Schutz durch Impfung ist daher wichtig.

Pneumokokken: Impfung

Normalerweise erfolgt eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter. Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf empfiehlt die STIKO eine Pneumokokken-Impfung mit einem PCV20-Impfstoff.

Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren, die in der Vergangenheit bereits mindestens eine Impfstoffdosis mit PCV13, PCV15 oder PPSV23 erhalten haben, wird aufgrund der breiteren Varianten-Abdeckung eine Impfung mit PCV20.

  • in einem Abstand von 1 Jahr zur vorherigen Impfung mit PCV13 oder PCV15 oder
  • in einem Abstand von 6 Jahren nach der PPSV23-Impfung

empfohlen (siehe auch „Worin unterscheiden sich die verschiedenen Pneumokokken-Impfstoffe?“).

Ausführliche Informationen bietet auch das Robert Koch-Institut (RKI) mit der Antwort auf die Frage: „Wer sollte wie oft und mit welchem Impfstoff gegen Pneumokokken geimpft werden?“.

Zu diesen Risikogruppen gehören Personen,

  • deren Immunsystem geschwächt ist (zum Beispiel aufgrund einer fehlenden Milz oder eines angeborenen Immundefektes),
  • die an chronischen Erkrankungen wie Diabetes, chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Atmungsorgane, an Leber- oder Nierenkrankheiten oder Erkrankungen des Nervensystems leiden oder
  • die ein erhöhtes Risiko für eine Hirnhautentzündung haben, zum Beispiel bedingt durch ein Cochlea-Implantat oder eine Liquorfistel.

Impftermine der Pneumokokken-Impfung können zeitgleich mit anderen empfohlenen Impfungen mit sogenannten Totimpfstoffen wahrgenommen werden.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn die Person eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Nach der Impfung kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr häufig zu einer Rötung oder Schwellung an der Impfstelle, die auch schmerzen kann. Ebenso können in den ersten Tagen nach der Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise Fieber, Schläfrigkeit, unruhiger Schlaf oder Magen-Darm-Beschwerden (z. B. weniger Hunger oder Durchfall) auftreten. Solche Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab.

Die Impfung mit PCV20 wird als wirksam und sicher für die Altersgruppe der ≥ 2- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen mit Risikofaktoren betrachtet. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Bei Fragen rund um die Impfung wenden Sie sich am besten an Ihre Arztpraxis.

Pneumokokken: Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Letzte Änderung: 22.01.2026