Barrieremaßnahmen

Krankheitserreger auf Abstand halten

Unser Immunsystem kann viele Krankheitserreger abwehren, denen wir ausgesetzt sind. Unterstützend lässt sich eine Ansteckung mit übertragbaren Infektionskrankheiten vorbeugen, wenn es gelingt, Krankheitserreger auf Abstand zu halten. Unterschiedliche Barrieremaßnahmen helfen dabei.



Enge Kontakte meiden

Menschen mit ansteckenden Infektionskrankheiten sollten möglichst Abstand zu anderen halten, um eine direkte Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden. Akut Erkrankte sollten vor allem besonders gefährdeten Menschen wie Schwangeren, Säuglingen, alten oder immungeschwächten Menschen fern bleiben.

  • Viele Krankheitserreger werden zum Beispiel über Speichel direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Vermeiden Sie deshalb im Krankheitsfall enge Körperkontakte wie Küssen und Umarmen.
  • Nach dem Kontakt zu Erkrankten sollte man sich gründlich die Hände waschen. Insbesondere sollte vermieden werden, mit ungewaschenen Händen Augen, Nase oder Mund zu berühren, da dies häufig die Eintrittspforten für Krankheitserreger sind.
  • Verzichten Sie im Krankheitsfall auf das Händeschütteln. Erklären Sie Ihrem Gegenüber, dass dadurch eine Ansteckung vermieden werden kann.
  • Bei hochansteckenden Infektionen wie Masern, Windpocken oder Magen-Darm-Infektionen sollten Sie vor einem Arztbesuch die Praxis telefonisch informieren, damit entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen werden können.

Zu Hause auskurieren

Akut Erkrankte sollten möglichst zu Hause bleiben, um sich auszukurieren und eine Weiterverbreitung der Krankheitserreger zu verhindern.

Aber auch innerhalb eines Haushalts können weitere Maßnahmen helfen, eine Ansteckung zu vermeiden:

  • Wenn die Wohnsituation es zulässt, sollten Erkrankte mit ansteckenden Magen-Darm-Infektionen eine separate Toilette benutzen.
  • Außerdem kann es je nach Erkrankung sinnvoll sein, in getrennten Zimmern sich aufzuhalten und zu schlafen, um das Risiko einer Keimübertragung durch eine Tröpfcheninfektion über die Luft oder durch eine Kontaktinfektion über gemeinsam benutzte Gegenstände zu verringern.
  • Alle Räume, insbesondere Schlaf- und Aufenthaltsräume sowie Bad und Küche, sollten etwa drei Mal am Tag für mindestens zehn Minuten gelüftet werden, um die Anzahl der Erreger in der Raumluft zu verringern. Öffnen Sie hierzu die Fenster und Türen weit, um gut durchzulüften. Bei trockener Heizungsluft in geschlossenen Räumen erhöht Stoßlüften außerdem die Luftfeuchtigkeit und beugt so einem Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute vor, die zur Abwehr von Krankheitserregern wichtig sind.
  • Persönliche Utensilien wie Handtücher, Kosmetikartikel, Schminkutensilien, Rasierklingen oder Waschlappen sowie Essgeschirr oder Besteck sollten nicht mit anderen geteilt werden.

Bei ansteckenden Krankheiten sollte man den Kontakt mit Besuchern vermeiden, insbesondere wenn diese besonders anfällig für schwere Verläufe von Infektionen sind (z.B. Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen).

Wundschutz

Schon kleine Verletzungen können eine Eintrittspforte für Krankheitserreger sein. Wunden sollten deshalb gesäubert, mit einem Wundspray desinfiziert und mit einem Pflaster oder Wundverband abgedeckt werden, um zu verhindern, dass Keime eindringen.

Hat sich eine Wunde entzündet – schmerzt sie, rötet sich, schwillt an oder eitert - schützt ein Pflaster oder Verband zudem andere Menschen vor einer Kontaktinfektion mit den Krankheitserregern. Bei der Wundversorgung sollten Sie zudem beachten:

  • Waschen Sie sich immer vor und nach dem Verbandswechsel gründlich die Hände!
  • Bei Hautverletzungen kann es in sehr seltenen Fällen zu einer lebensbedrohlichen Infektion mit Tetanus-Bakterien, dem sogenannten Wundstarrkrampf, kommen. Bei Kindern wie Erwachsenen sollte der Impfschutz gegen Tetanus daher stets aktuell sein.
  • Größere oder entzündete Wunden sollten Sie von einem Arzt oder einer Ärztin versorgen lassen.

Schutzkleidung

Kleidung kann in vielen Fällen ebenfalls als Barriere gegen Krankheitserreger wirken und vor Infektionen schützen – dazu zählen Badeschuhe im Schwimmbad oder in Duschen von Sporteinrichtungen bis hin zu Schutzhandschuhe und Mund-Nasen-Schutzmasken bei erhöhtem Infektionsrisiko.

Badeschuhe

Beim Besuch im Schwimmbad oder in öffentlichen Duschen können Krankheitserreger in die aufgeweichte Haut besonders leicht eindringen und Hautinfektionen wie Fußpilz oder Viruswarzen verursachen:

 

  • Tragen Sie deshalb am Schwimmbeckenrand, in der Duschkabine oder Umkleide am besten Badeschuhe.
  • Nach dem Baden und Abduschen Füße gut abtrocknen, auch zwischen den Zehen.

Sitzgelegenheiten, Liegestühle oder auch Gymnastikmatten in Sporteinrichtungen sollten Sie mit untergelegtem eigenem Handtuch benutzen.

Mund-Nasen-Schutzmaske

Eine Mund-Nasen-Schutzmaske, wie man sie beispielsweise aus dem Krankenhaus kennt, verringert die Anzahl der Keime, die ein Erkrankter in der Umgebung verbreitet. Umgekehrt kann eine Mund-Nasen-Schutzmaske dazu beitragen, sich vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen.

  • Das Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske kann vor allem bei schweren oder hochansteckenden (Atemwegs)Infektionen sinnvoll sein und/oder dem Schutz besonders gefährdeter Personen wie Schwangeren, kleinen Kindern, alten oder abwehrgeschwächten Menschen dienen.
  • Lassen Sie sich von einer medizinischen Fachkraft beraten, ob diese Maßnahme in Ihrem konkreten Fall empfehlenswert ist und wie man die Maske richtig anlegt bzw. wechselt.

Schutzhandschuhe

Schutzhandschuhe sind empfehlenswert, wenn Sie bei der Versorgung Erkrankter mit erregerhaltigen Körperausscheidungen in Berührung kommen, beispielsweise wenn Sie Erbrochenes oder Stuhlreste beseitigen.

 

  • Verwenden Sie hierfür Einmalhandschuhe und entsorgen diese anschließend.
  • Handschuhe bieten allerdings keinen hundertprozentigen Schutz. Daher sollten Sie nach dem Ausziehen immer auch die Hände waschen und ggf. desinfizieren.

Auch für Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem kann es sinnvoll sein, beim Putzen, beim Kontakt mit rohem Fleisch in der Küche, beim Windeln wechseln oder bei der Gartenarbeit Schutzhandschuhe zu tragen.

FAQ zu Barrieremaßnahmen

Barrieremaßnahmen wie Abstand halten ist im Erkrankungsfall in manchen Fällen sogar Pflicht. Hinweise zu den Regelungen des Infektionsschutzgesetzes finden Sie hier.

Was ist beim Besuch gemäß Infektionsschutzgesetz von Gemeinschaftseinrichtungen im Krankheitsfall zu beachten?

In Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Ferienlagern können sich ansteckende Infektionskrankheiten besonders leicht ausbreiten. Um andere Kinder und Jugendliche sowie das Personal zu schützen, sieht das Infektionsschutzgesetz daher bei bestimmten Infektionskrankheiten ein vorübergehendes Besuchs- bzw. Tätigkeitsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen vor. Dazu zählen unter anderem Keuchhusten, Masern, Mumps, Windpocken und Scharlach sowie Kopflausbefall. Personen, die daran erkrankt sind bzw. bei denen der Verdacht besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen vorübergehend nicht besuchen oder dort tätig sein, bis sie nicht mehr ansteckend sind. Bei Masern oder Mumps beispielsweise gilt der vorübergehende Ausschluss auch für nicht dagegen geimpfte Personen, in deren Wohngemeinschaft ein Erkrankungs- oder Verdachtsfall aufgetreten ist.

Kinder unter sechs Jahren, bei denen ansteckendes Erbrechen und/oder Durchfall festgestellt wurde bzw. bei denen der Verdacht darauf besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen ebenfalls vorübergehend nicht besuchen.

Bei ansteckenden Magen-Darm-Infektionen dürfen auch Personen, die beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben, nicht zur Arbeit gehen.

Weitere Informationen zu den Regelungen des Infektionsschutzgesetzes bei verschiedenen Infektionskrankheiten finden Sie in den Erregersteckbriefen. Fragen Sie im konkreten Fall Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder das örtliche Gesundheitsamt.

Wie lange sollte man gemäß Infektionsschutzgesetz im Erkrankungsfall zu Hause bleiben?

Wie lange Sie sich schonen sollten oder wie lange Sie für andere ansteckend sind, ist je nach Erkrankung unterschiedlich.

Generell sollten Erkrankte sich zu Hause auskurieren, bis sie sich besser fühlen und Fieber und andere ausgeprägte Krankheitszeichen abgeklungen sind. Dies trägt dazu bei, rascher gesund zu werden und Komplikationen vorzubeugen.

Bei manchen Erkrankungen ist man jedoch noch ansteckend, auch wenn keine Krankheitszeichen mehr bestehen. Deshalb darf man beispielsweise bei ansteckendem Durchfall und/oder Erbrechen Gemeinschaftseinrichtungen in der Regel erst zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder aufsuchen. Ähnliches gilt auch für Beschäftigte im Lebensmittelbereich.

Bei anderen Infektionskrankheiten kann eine ärztliche Behandlung die Dauer der Ansteckungsfähigkeit verkürzen. So dürfen beispielsweise an Scharlach Erkrankte zwei Tage nach Beginn einer Antibiotika-Einnahme Gemeinschaftseinrichtungen wieder besuchen.

Informieren Sie sich im konkreten Fall bei Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin oder beim örtlichen Gesundheitsamt.