CLOSTRIDIUM DIFFICILE

Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – Hygiene schützt!



Was ist Clostridium difficile?

Clostridium difficile ist ein Bakterium, das weltweit vorkommt. Es findet sich in der Umwelt und auch im Darm gesunder Menschen und Tiere. Die Clostridien können jedoch in den Vordergrund treten, wenn durch eine längere Einnahme von Antibiotika die gewohnte Darmflora verändert oder sogar zerstört wird. Clostridien können Giftstoffe ausscheiden, die unter Umständen eine Darmentzündung mit schweren Durchfällen verursachen. Am häufigsten treten Clostridium difficile-Erkrankungen bei Krankenhauspatienten auf.

Wie wird Clostridium difficile übertragen?

Die Erreger werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Sie sind hoch ansteckend. Schon eine geringe Menge an Keimen reicht für eine Ansteckung aus. Es wird aber nicht jeder krank.

Von Mensch zu Mensch
Eine Ansteckung erfolgt meist von Mensch zu Mensch über eine Schmierinfektion. Dabei werden Clostridien in kleinsten Spuren von Stuhlresten von Erkrankten über Hände weitergereicht. Von der Hand gelangen die Erreger in den Mund.

Über verunreinigte Gegenstände
Als widerstandsfähige Dauerformen, sogenannte Sporen, können die Bakterien auch außerhalb des Magen-Darm-Traktes überleben, manchmal sogar jahrelang. Eine Übertragung kann deshalb auch über Gegenstände und Flächen erfolgen, an denen die Erreger haften, wie zum Beispiel Toiletten, Türklinken, Griffe oder Handläufe.

Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?

Die Darmentzündung äußert sich durch plötzlich einsetzende, wässrige Durchfälle, Übelkeit, Bauchschmerzen und Fieber. Die Durchfälle haben einen typischen fauligen Geruch und sind manchmal blutig. In manchen Fällen heilt die Krankheit von selbst.

Mögliche Komplikationen sind ein Darmverschluss, eine akute Erweiterung des Dickdarms, ein Loch oder Riss der Darmwand oder eine Blutvergiftung.

Wann bricht die Krankheit aus und wie lange ist man ansteckend?

Die Darmflora kann mit dem Bakterium Clostridium difficile auch ohne Beschwerden besiedelt sein.
Der Abstand zwischen einer Antibiotika-Therapie und dem Auftreten von Krankheitszeichen beträgt meist nur wenige Tage. In seltenen Fällen dauert es mehrere Wochen oder sogar Monate bis zum Ausbruch der Krankheit.
Die Ansteckungsfähigkeit ist während der akuten Erkrankung am höchsten. Betroffene können aber noch einige Zeit nach Abklingen der Beschwerden die Erreger mit dem Stuhl ausscheiden.

Wer ist besonders gefährdet?

Clostridium-Infektionen betreffen am häufigsten Krankenhauspatienten. Besonders gefährdet sind Senioren mit Vorerkrankungen sowie Menschen, die in den letzten zwei Monaten Antibiotika eingenommen haben. Senioren oder Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem sind auch anfälliger für schwere Verläufe. Bei Senioren kommt es häufiger nach dem Abklingen der Beschwerden zu einem Rückfall. Bei 20 bis 40 % aller Krankenhauspatienten lassen sich die Bakterien nachweisen. Allerdings haben die meisten keine Beschwerden.

Was muss ich bei einer Erkrankung beachten?

  • Bei starkem Durchfall ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlustes besonders wichtig. Das bedeutet in erster Linie viel zu trinken.
  • Achten Sie auf leicht verdauliche Nahrung mit ausreichender Salzzufuhr.
  • Vor allem ältere und geschwächte Menschen sollten ärztlich untersucht und behandelt werden. Die Ärztin oder der Arzt wird alle notwendigen Schritte einleiten, wenn sich in einer Stuhlprobe Clostridium difficile und seine Gifte nachweisen lassen.

Achten Sie auf folgende Vorsichtsmaßnahmen:

1. Händehygiene
Grundsätzlich gilt: Regelmäßig Hände waschen! Waschen Sie die Hände gründlich mit Wasser und Seife nach jedem Toilettengang sowie vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen! Auch die Sporen werden durch Wasser und Seife abgewaschen. Trocknen Sie die Hände nach dem Waschen sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab. Erkrankte und deren Haushaltsangehörige sollen auf besonders gründliche Händehygiene achten.

2. Sonstige Hygienemaßnahmen

  • Vermeiden Sie für die Dauer der akuten Erkrankung möglichst den direkten Kontakt mit anderen Menschen.
  • Sollte die Erkrankung während eines Krankenhausaufenthaltes ausbrechen, wird das Krankenhauspersonal besondere Hygienemaßnahmen ergreifen, um eine Ansteckung der anderen Patienten zu verhindern. Dazu wird die Anzahl der Besucher so gering wie möglich gehalten.
  • Bereiten Sie, wenn Sie selbst erkrankt sind, möglichst keine Speisen für andere zu.
  • Benutzen Sie ausschließlich eigene Handtücher und Waschlappen.
  • Wechseln Sie häufig Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen und waschen Sie diese bei mindestens 60°C. Waschen Sie die Wäsche des Kranken getrennt von den Wäschestücken anderer.
  • Spülen Sie das Geschirr in Ihrer Spülmaschine mit dem heißesten Programm, am besten bei mindestens 60°C.
  • Verwenden Sie zuhause zur Reinigung von Toiletten und Türklinken sowie Armaturen oder Lichtschaltern die üblichen Reinigungsprodukte. Reinigen Sie diese Flächen und Gegenstände aber häufiger. Verwenden Sie mehrere Wischtücher, die Sie nach Gebrauch sofort in die Wäsche geben.
  • Wenn möglich, benutzen Sie bei Durchfall eine eigene Toilette.
  • Antibiotika sollen nur gezielt und in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt eingenommen werden.
  • Sollten Sie beruflich mit bestimmten Lebensmitteln zu tun haben und an ansteckendem Erbrechen und/oder Durchfall erkrankt sein, dürfen Sie vorübergehend nicht arbeiten.
  • Kinder unter 6 Jahren, bei denen ansteckendes Erbrechen und/oder Durchfall festgestellt wurde bzw. der Verdacht darauf besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen. Eltern müssen die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung Ihres Kindes informieren. In der Regel kann die Einrichtung erst 2 Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder besucht werden. Den genauen Zeitpunkt bestimmt das zuständige Gesundheitsamt. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
  • Achten Sie mindestens 2 Wochen nach Abklingen der Krankheitszeichen besonders sorgfältig auf gründliche Hände- und Toilettenhygiene.

Wo kann ich mich informieren?

Das örtliche Gesundheitsamt steht Ihnen für weitere Beratung zur Verfügung. Da bei ansteckenden Durchfallerkrankungen die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes gelten, liegen dort Informationen zur aktuellen Situation und große Erfahrung im Umgang mit der Erkrankung vor.

Weitere (Fach-) Informationen finden Sie auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes (www.rki.de/clostridium).

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25.04.2016