KRÄTZE (SKABIES)

Informationen über Krankheitserreger beim Menschen



Was ist Krätze?

Die Krätze, medizinisch als Skabies bezeichnet, ist eine durch die Krätzmilbe verursachte ansteckende
Hautkrankheit des Menschen. Die Erkrankung gefährdet die Gesundheit in der Regel nicht, ist aber lästig
und sehr unangenehm. Verursacht wird sie durch winzige, mit einer Größe von nur 0,3 bis 0,5 mm kaum
sichtbare Krätzmilben, die sich in die obere Hautschicht des Menschen eingraben. Sie leben etwa vier bis
acht Wochen und legen in dieser Zeit täglich mehrere Eier und auch Kot in die Hautgänge. Das verursacht
nach einiger Zeit Hautreaktionen. Außerhalb des Wirtes können die Krätzmilben noch für etwa ein bis zwei
Tage in Kleidung oder Bettwäsche überleben. Besonders dort, wo Menschen auf engem Raum zusammen
leben, können sich Krätzmilben verbreiten. Daher kommt es gelegentlich zu Krankheitshäufungen, vor
allem in Gemeinschafts- oder Pflegeeinrichtungen.

Wie wird Krätze übertragen?

Von Mensch zu Mensch
Krätzmilben verbreiten sich von Mensch zu Mensch vor allem bei länger andauerndem Hautkontakt (länger als fünf bis zehn Minuten), zum Beispiel beim gemeinsamen Spielen, bei der Körperpflege, beim Kuscheln, Schlafen in einem Bett oder beim Geschlechtsverkehr. Kurzes Händeschütteln oder eine kurze Umarmung führen in der Regel nicht zu einer Übertragung. Bei der hoch ansteckenden Form der Krätze mit starker Krustenbildung, der sogenannten Borkenkrätze, ist die Anzahl der Milben auf der Haut sehr hoch, sodass hier auch ein kurzer Hautkontakt zur Ansteckung führen kann.

Von Tier zu Mensch
Krätzmilben, die Haustiere befallen, können zwar gelegentlich auch auf Menschen übergehen, sterben jedoch dort schnell ab. Die Hautreizungen verschwinden in der Regel nach kurzer Zeit von selbst.

Über Kleidung oder Gegenstände
Die Übertragung durch gemeinsam genutzte Bettwäsche, Decken, Polster oder durch Kleidung ist eher
selten. Wegen der großen Anzahl von Krätzmilben ist sie vor allem bei der Borkenkrätze möglich.

Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?

Brennen der Haut und Juckreiz, der bei Bettwärme besonders stark ausgeprägt ist, sind häufig erste
Anzeichen der Krätze. Der Juckreiz kann sich sogar auf Hautregionen ausbreiten, die nicht direkt von
Krätzmilben betroffen sind. Befallen sind vor allem Zwischenräume von Fingern und Fußzehen,
Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwarzen und Genitalien. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern können auch der behaarte Kopf, das Gesicht sowie Hand- und Fußflächen betroffen sein.
Typisch sind feine, dunkle und unregelmäßige Linien auf der Haut, die aber schwer mit bloßem Auge zu
erkennen sind. Sie entstehen durch Milbengänge in der Haut. Die Haut reagiert nach einiger Zeit mit
stecknadelgroßen Bläschen, geröteten erhabenen Knötchen oder Pusteln. Zusätzlich können sich durch
Kratzen verletzte Hautstellen eitrig entzünden. Bei längerem Befall kann sich als Reaktion auf die
Ausscheidungen der Milbe ein großflächiger allergischer Hautausschlag entwickeln.

Vor allem bei Menschen mit einer Abwehrschwäche kann es zu der hoch ansteckenden Form der Krätze, der Borkenkrätze, kommen. Dabei findet sich auf der Haut eine hohe Anzahl von Milben und sehr starke
Krusten.

Wann bricht die Krankheit aus und wie lange ist man ansteckend?

Bei einer ersten Ansteckung treten die Beschwerden nach zwei bis fünf Wochen, bei einer
Wiederansteckung bereits nach ein bis vier Tagen auf. Krätze ist ansteckend, solange sich Krätzmilben auf
der Haut befinden. Die Zahl der Milben steigt in den ersten Monaten der Infektion an und sinkt danach
zumeist bei gesundem Abwehrsystem. Bei Patienten, die eine intensive Körperpflege betreiben und
Kosmetika einsetzen, können die Hautveränderungen sehr gering sein und lange unbemerkt bleiben.
Unbehandelt verläuft die Krätze häufig chronisch, kann aber auch nach einiger Zeit spontan ausheilen.

Wer ist besonders gefährdet?

Die Krätze kommt weltweit vor und betrifft Menschen jeden Alters. Kinder, pflegebedürftige Senioren und abwehrgeschwächte Menschen sind in Mitteleuropa häufiger betroffen. Erkrankungen häufen sich typischerweise in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Pflegeheimen. Hier sind insbesondere auch Betreuungs- und Pflegepersonal ansteckungsgefährdet.

Was muss ich bei einer Erkrankung beachten?

  • Treten oben genannte Krankheitszeichen auf oder wenn Sie den Verdacht auf Krätze haben, sollten Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen.
  • Für die Behandlung der Krätze stehen wirksame Medikamente, sogenannte Skabizide, zur Verfügung. Sie werden in der Regel als Cremes, Sprays oder Salben auf der Haut aufgetragen, oder auch oral verabreicht.
  • Um andere vor einer Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte vorübergehend den Kontakt zu anderen Menschen einschränken und insbesondere den direkten Hautkontakt meiden. Nach ein-, oder zweimaliger Anwendung von Skabiziden sind Erkrankte in der Regel nicht mehr ansteckend. Bei der Borkenkrätze ist möglicherweise eine längere Behandlung erforderlich, bis die Erkrankten nicht mehr ansteckend sind. Der Juckreiz kann nach Behandlung noch für ein bis zwei Wochen anhalten.
  • Wechseln Sie Kleidung, Unterwäsche sowie Handtücher und Bettwäsche von Erkrankten einmal täglich und waschen Sie diese bei mindestens 60°C. Gegenstände mit längerem Körperkontakt wie Schuhe oder Plüschtiere, die nicht gewaschen oder gereinigt werden können, sollten für mindestens drei Tage bei über 21°C in verschlossenen Plastiksäcken trocken gelagert werden. Polstermöbel können mit dem Staubsauger gereinigt werden oder für mindestens zwei Tage lang nicht benutzt werden.
  • Bei Krätze gelten die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Personen, die an Krätze erkrankt sind oder bei denen der Verdacht auf Krätze besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen oder dort tätig sein. Betroffene müssen die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung und auch über den Verdacht auf eine Erkrankung informieren.
  • Die Gemeinschaftseinrichtung wird das zuständige Gesundheitsamt über die Erkrankung bzw. den Verdacht informieren. Das Gesundheitsamt oder die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt legt fest, wann Betroffene die Gemeinschaftseinrichtung wieder besuchen oder dort tätig sein dürfen.

Wie kann ich mich schützen?

  • Schutzmaßnahmen im Vorfeld sind in der Regel kaum möglich, da Krätze bereits unbemerkt vor
    Beginn der Beschwerden übertragen werden kann.
  • Enge Kontaktpersonen, das heißt Personen, die engen oder längeren Hautkontakt mit einer erkrankten Person hatten, sollten für etwa fünf bis sechs Wochen intensive Hautkontakte mit anderen vermeiden. Sie sollten sich auf Krankheitszeichen, die auf Krätze hindeuten könnten, beobachten. Bei Auftreten von Krankheitszeichen sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
  • Falls sich Körperkontakte mit Erkrankten nicht vermeiden lassen, zum Beispiel bei der Körperpflege
    von Kindern oder Pflegebedürftigen, sollten Sie langärmlige Kleidung und Einmalhandschuhe tragen.

Wo kann ich mich informieren?

Für weitere Beratung und Information steht Ihnen das örtliche Gesundheitsamt zur Verfügung. Dort liegen weitere Informationen zur aktuellen Situation und große Erfahrung im Umgang mit der Erkrankung vor.

Weitere (Fach-) Informationen finden Sie im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes (www.rki.de/skabies).

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.11.2016