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Masern-Impfung bei Kindern

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten beim Menschen. Eine Erkrankung kann zu schweren Komplikationen und Spätfolgen führen. Kinder sollten daher frühzeitig durch zwei Impfungen geschützt werden.

Gut zu wissen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder zwei Impfungen gegen Masern. Die erste Impfung soll in der Regel im Alter von 11 Monaten und die zweite Impfung im Alter von 15 Monaten erfolgen. Versäumte Impfungen sollen so bald wie möglich nachgeholt werden.

Masern: Ansteckung

Masern werden durch Viren verursacht, die weltweit verbreitet sind. Sie gehören zu den ansteckendsten Krankheiten. In der Regel stecken sich alle Personen an, die Kontakt zu Erkrankten hatten, sofern sie nicht geimpft oder durch eine durchgemachte Masernerkrankung geschützt sind.

Bereits 4 Tage vor Auftreten des für Masern typischen Hautausschlags ist die infizierte Person ansteckend. Meist erfolgt die Ansteckung über kleine infektiöse Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen von infizierten Personen freigesetzt und von anderen eingeatmet werden. Eine Ansteckung ist zudem durch Kontakt mit Sekreten aus der Nase oder dem Rachen sowie auch ohne direkten Kontakt möglich, zum Beispiel in Räumen, in denen sich kurz zuvor Erkrankte aufgehalten haben. Die Ansteckungsfähigkeit dauert im Allgemeinen noch bis 4 weitere Tage nach Beginn des Hautausschlags an.

Masern: Gemeldete Fälle in Deutschland

Weltweit wird angestrebt, die Verbreitung von Masern zu verhindern und so die Masern nachhaltig zu eliminieren. Dies ist auch erklärtes Ziel in Deutschland. Die Impfungen gegen Masern haben in Deutschland zwar zu einem drastischen Rückgang der Masernerkrankungen geführt. Eine Elimination der Masern gelingt jedoch erst, wenn etwa 95 Prozent der Bevölkerung immun sind, sodass Infektionsketten schnell unterbrochen werden und ein Gemeinschaftsschutz besteht. Dieses Ziel ist in Deutschland bisher nicht erreicht. Vielmehr stiegen die Infektionszahlen nach sehr niedrigen Fallzahlen während der COVID-19-Pandemie in den Jahren 2023 und 2024 zuletzt wieder an.

Gemeldete Masernfälle in Deutschland 2006 bis 2025

Quelle: Robert Koch-Institut: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Abfragedatum: 21.01.2026
Altersgruppierung: Kinder fein differenziert Erkrankungen
2006 2368
2007 586
2008 943
2009 599
2010 801
2011 1638
2012 186
2013 1846
2014 510
2015 2605
2016 363
2017 1033
2018 678
2019 595
2020 156
2021 57
2022 61
2023 138
2024 784
2025 283

Gemeldete Masernfälle in Deutschland 2025 – nach Altersgruppen

Quelle: Robert Koch-Institut: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Abfragedatum: 21.01.2026
Altersgruppierung Erkrankungen
0-4 Jahre 73
5-9 Jahre 31
10-14 Jahre 25
15-19 Jahre 22
20-24 Jahre 22
25-29 Jahre 24
30-34 Jahre 19
35-39 Jahre 17
40-44 Jahre 13
45-49 Jahre 15
50-54 Jahre 8
55-59 Jahre 3
60-64 Jahre 4
65-69 Jahre 3
70-74 Jahre 2
80+ Jahre 2

Masern: Krankheitsverlauf

Nach der Ansteckung mit dem Masernvirus dauert es 1 bis 3 Wochen, bis die Erkrankung ausbricht. Im Mittel sind es 10 bis 14 Tage, bis erste Allgemeinsymptome wie Fieber, Schnupfen und Husten sowie eine Bindehautentzündung auftreten. An der Mundschleimhaut zeigen sich kalkspritzerartige weiße Flecken, die sogenannten Koplik-Flecken. Erst 2 bis 4 Tage später entwickelt sich der typische Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken. Der Ausschlag beginnt im Gesicht und hinter den Ohren, breitet sich dann über den ganzen Körper aus und bleibt in der Regel 4 bis 7 Tage bestehen. Beim Abklingen kann es zu einer Schuppung der Haut kommen. Das Fieber sinkt in der Regel am 5. bis 7. Tag der Erkrankung ab.

Nach einer Erkrankung an Masern besteht lebenslange Immunität.

Mögliche Komplikationen und Spätfolgen der Masern

Masern schwächen vorübergehend das Immunsystem und erhöhen somit die Anfälligkeit für weitere Infektionen. Zusätzliche Erreger können Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung oder Durchfallerkrankungen verursachen.
Säuglinge und Kleinkinder sowie Erwachsene ab 20 Jahre haben ein höheres Risiko, im Rahmen einer Masernerkrankung Komplikationen zu erleiden.

Etwa 10 von 10.000 an Masern erkrankte Personen erleiden eine Gehirnentzündung. Sie tritt etwa 4 bis 7 Tage nach Beginn des Hautausschlags auf und geht mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma einher. Von diesen 10 Erkrankten sterben 1 bis 2. Bei etwa 2 bis 3 Betroffenen bleiben schwere Folgeschäden wie eine geistige Behinderung und Lähmungen zurück.

Sehr selten – in 4 bis 11 Fällen von 100.000 Masernerkrankungen – kommt es etwa 6 bis 8 Jahre später zu einer sogenannten subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE). Die SSPE ist durch eine unaufhaltsame und schleichende Zerstörung der Gehirnzellen gekennzeichnet und führt in der Regel zum Tod. Kinder, insbesondere diejenigen, die zum Zeitpunkt der Maserninfektion jünger als 5 Jahre sind, haben ein deutlich höheres Risiko, eine SSPE zu entwickeln.

Eine ursächliche Therapie gegen Masern gibt es nicht. Nur eine Behandlung der Krankheitszeichen, zum Beispiel durch fiebersenkende Mittel, ist möglich. Antibiotika sind gegen Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden, wirkungslos. Sie kommen eventuell zum Einsatz, wenn bakteriell verursachte Komplikationen auftreten.

Masern: Impfung

Kinder können durch eine zweimalige Impfung wirksam gegen Masern geschützt werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder 2 Impfungen gegen Masern:

  • Die 1. Impfung soll in der Regel im Alter von 11 Monaten und die 2. Impfung soll im Alter von 15 Monaten verabreicht werden. Zwischen 1. und 2. Impfung ist ein Abstand von mindestens 4 Wochen einzuhalten.
  • In bestimmten Situationen, wie einer bevorstehenden Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung oder nach Kontakt zu Masernkranken, kann die 1. Impfung bereits ab dem Alter von 9 Monaten erfolgen. Bei Erstimpfung im Alter von 9 bis 10 Monaten muss die 2. Impfung bereits zu Beginn des 2. Lebensjahres gegeben werden.

Beim Impfstoff gegen Masern handelt es sich um Lebendimpfstoff. Für die Impfung gegen Masern wird Kombinationsimpfstoff verwendet, mit dem gleichzeitig auch gegen Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff) sowie gegebenenfalls gegen Windpocken (MMRV-Impfstoff) geimpft wird. Die 1. Impfung sollte mit MMR-Impfstoff erfolgen und für eine zusätzliche Windpocken-Impfung sollte Einzelimpfstoff verwendet werden, da bei der Verwendung von MMRV-Impfstoff zur Erstimpfung das Risiko für Fieberkrämpfe leicht erhöht ist. Für die 2. Impfung kann auch MMRV-Impfstoff verabreicht werden.

Versäumte Impfungen sollten so bald wie möglich nachgeholt werden.

Nach dem Masernschutzgesetz müssen Eltern für Kinder ab dem Alter von einem Jahr vor Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung einen Impfnachweis oder eine ärztliche Bescheinigung über eine ausreichende Immunität gegen Masern vorlegen (weitere Infos finden Sie unter „Welche Regelungen gelten nach dem Masernschutzgesetz?“).

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Wie bei jeder Impfung sind auch nach der Impfung gegen Masern Nebenwirkungen möglich. In der Regel handelt es sich dabei um übliche Impfreaktionen als Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff. Zu diesen vorübergehenden, meist milden Impfreaktionen zählen beispielsweise Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle sowie Kopfschmerzen und Fieber, das 1 bis 2 Tage anhält. Bei etwa 5 von 100 Geimpften entwickelt sich in der 2. Woche nach der Impfung ein Hautausschlag, der etwa 1 bis 3 Tage anhält. Diese sogenannten Impfmasern sind nicht ansteckend. Etwa 1 Prozent der Geimpften berichtet nach der Impfung über Gelenkschmerzen. Impfreaktionen werden häufiger nach der 1. als nach der 2. Impfung beobachtet.

Schwere unerwünschte Wirkungen sind selten. Im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung kann es beim Säugling und jungen Kleinkind zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Auch allergische Reaktionen auf den Impfstoff sind möglich. In Einzelfällen (bei etwa 3 von 100.000 Geimpften) vermindert sich vorübergehend die Zahl der Blutplättchen, die für die Gerinnung zuständig sind.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI).

Bei Fragen rund um die Impfung wenden Sie sich am besten an Ihre Arztpraxis. Die Ärztin oder der Arzt wird Sie vor der Impfung über Nutzen und mögliche Risiken aufklären.

Masern: Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Станом на: 22.01.2026