Test auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2

Tests auf eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 sind ein wichtiges Instrument, um Übertragungsketten zu durchbrechen und das Coronavirus einzudämmen. Oft besteht jedoch Unsicherheit, für wen ein Corona-Test ratsam ist und wie der Labortest konkret abläuft.



Wer wird auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet?

Welche Personen in Deutschland auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet werden sollen, beschreibt die Nationale Teststrategie. Die Teststrategie dient dazu, vorhandene Testkapazitäten möglichst zielgerichtet einzusetzen.

Im Einzelfall entscheiden die behandelnde Ärztin bzw. der Arzt oder das Gesundheitsamt, ob ein Corona-Test durchgeführt wird.

Zu den Personengruppen, die auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet werden sollen, zählen:

Menschen mit Krankheitszeichen: Bei Verdacht auf eine Erkrankung an COVID-19 sollte zur Abklärung ein Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 durchgeführt werden. Ein Test wird vor allem empfohlen, wenn Krankheitszeichen einer Atemwegsinfektion (auch wenn diese nur leicht sind) oder andere Anzeichen einer COVID-19-Erkrankung vorliegen. Dazu gehören Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeine Schwäche. Wenn Sie solche Beschwerden haben, sollten Sie zu Hause bleiben, die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und telefonisch ärztlichen Rat suchen (bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zum Vorgehen bei Krankheitszeichen).

Kontaktpersonen: In der Regel werden auch alle engen Kontaktpersonen bestätigter COVID-19-Fälle getestet. Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, sollten Sie zu Hause bleiben, die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und sich umgehend telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt wenden – auch wenn Sie keine Krankheitszeichen haben. Dies gilt auch, wenn Sie über die Corona-Warn-App als Kontaktperson identifiziert wurden (bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zum Vorgehen nach Kontakt zu einer infizierten Person).

Weitere Personen: In bestimmten Situationen können auch weitere Personen ohne Krankheitszeichen auf SARS-CoV-2 getestet werden, etwa bei einer Einweisung ins Krankenhaus. Reihentestungen können beispielsweise in Kitas oder Schulen, in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Gemeinschaftsunterkünften wie Asylbewerberheimen und Justizvollzugsanstalten durchgeführt werden. Dies geschieht insbesondere dann, wenn dort Infektionsfälle aufgetreten sind.

Reiserückkehrer: Für Rückkehrende aus einem Risikogebiet nach Deutschland  ist ein Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 verpflichtend. Diese müssen dann entweder ein negatives Testergebnis nachweisen, das nicht älter als 48 Stunden ist oder sich nach der Einreise testen lassen – wenn möglich, am besten direkt am Flughafen oder Bahnhof, spätestens jedoch innerhalb von 10 Tagen nach der Einreise. Außerdem besteht eine Pflicht zur Absonderung (Quarantäne). Nach fünf bis sieben Tagen ist ein Wiederholungstest sinnvoll bzw. kann vom Gesundheitsamt angeordnet werden (weitere Einzelheiten und Bestimmungen siehe Themenseite „Regelungen für Reisende aus Risikogebieten“).

Auch für Personen, die sich in Regionen in Deutschland mit vielen Neuinfektionen (Richtwert: mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner über sieben Tage) aufhalten oder in den letzten 14 Tagen aufgehalten haben, kann der öffentliche Gesundheitsdienst eine Testung veranlassen.

Wie läuft der Test ab?

In der Regel wird eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege entnommen. Dies erfolgt durch einen Abstrich von der Rachenwand und/oder aus dem Nasen-Rachenraum. Aus den tiefen Atemwegen können Proben durch Hustenauswurf, Spülungen oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre gewonnen werden. Welche Methode der Probenentnahme im Einzelfall gewählt wird, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt.

Zur Analyse der Probe im Labor ist das Verfahren der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) derzeit am zuverlässigsten. Dies ist ein Standardverfahren in der Diagnostik von Viren. Bei der PCR wird Erbmaterial von Viren im Labor so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es zuvor nur in geringen Mengen vorlag.

Die Durchführung der PCR dauert etwa vier bis fünf Stunden. Hinzu kommen die Transportzeit ins Labor, die Vorbereitungszeit im Labor und gegebenenfalls eine Wartezeit wegen hohen Probeaufkommens. In der Regel dauert es ein bis zwei Tage, manchmal auch länger, bis nach der Probenentnahme das Ergebnis vorliegt.

Was wird dem Gesundheitsamt gemeldet?

Ärztinnen und Ärzte müssen einen Verdacht auf eine Erkrankung an COVID-19 an das Gesundheitsamt melden. Auch das Labor, das SARS-CoV-2 nachweist, muss eine Meldung an das Gesundheitsamt vornehmen. Übermittelt werden Angaben wie Name, Adresse und Kontaktdaten, damit das Gesundheitsamt die betroffene Person kontaktieren und die notwendigen Maßnahmen einleiten kann. Informationen zu COVID-19-Fällen werden von den Gesundheitsämtern elektronisch an die zuständigen Landesbehörden und von dort an das Robert Koch-Institut übermittelt, jedoch ohne Angabe von Namen, Wohnort und Kontaktdaten der Betroffenen.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.10.2020