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Frage

15.06.2020

  • Welche Rolle spielen Klimaanlagen und -geräte bei der Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2?

  • Antwort von der Redaktion infektionsschutz.de

    Bei der Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2 spielen neben virushaltigen Tröpfchen auch Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne kleiner als fünf Mikrometer) eine Rolle (siehe auch Frage: „Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2?“). Daher ist es nach Angaben des Umweltbundesamtes grundsätzlich denkbar, dass das Coronavirus durch Lüftungs- und Klimaanlagen weiterverbreitet werden könnte. 

    Bei zentralen Lüftungs- und zentralen Klimaanlagen ist die regelmäßige Wartung und Kontrolle sehr wichtig, um beispielsweise Fehlströmungen der abgesaugten Luft zu vermeiden. Wenn die Luftführung konsequent getrennt voneinander erfolgt, sodass die in einem Raum abgesaugte Luft nicht in andere Bereiche eines Gebäudes gelangen kann, besteht kein Risiko der Übertragung von Viren.     

    Durch den Einsatz von Hochleistungsabscheidefiltern (HEPA-Filter) können sowohl Coronaviren als auch freigesetzte Tröpfchen zurückgehalten werden. Lüftungsanlagen mit solchen HEPA-Filtern werden vor allem in Krankenhäusern oder bestimmten industriellen Gebäuden eingesetzt, wo es auf Keimarmut ankommt.

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kann – neben dem regelmäßigen Lüften – bei raumlufttechnischen Anlagen ein Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft bzw. eine entsprechende Filterung Aerosole in Innenräumen reduzieren.

    Durch dezentrale Klimageräte, die beispielsweise nur in einzelnen Räumen einer Wohnung eingesetzt werden, kann es schon konstruktionsbedingt nicht zu einer Verbreitung von Viren in andere Bereiche eines Gebäudes kommen. Daher ist der Betrieb dieser Klimageräte im Hinblick auf die Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2 nach Einschätzung des Umweltbundesamtes unkritisch.

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Es gibt zurzeit sehr viele offene Fragen rund um die Übertragung, Erkrankungsdauer und Schutzmöglichkeiten vor dem Coronavirus SARS-CoV-2, für die es aufgrund der Neuartigkeit des Erregers noch keine hinreichend wissenschaftlich gesicherten Daten bzw. Studien gibt. Was jeweils aktueller Wissenstand ist, finden Sie in unseren umfassenden FAQs, die regelmäßig aktualisiert werden.

Falls Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an infektionsschutz(at)bzga.de

Bitte beachten Sie dabei, dass die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) keine klinische Einrichtung ist. Deshalb bieten wir keine individuelle medizinische Beratung, keine Empfehlungen zu Diagnosen und Therapie an. Für eine medizinische Beratung sind viele Faktoren von Bedeutung, die nur im persönlichen Kontakt mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt oder dem örtlichen Gesundheitsamt angemessen berücksichtigt werden können. 

Die Antwort erfolgt in allen anderen Fällen möglichst zeitnah. Dies kann sich wegen des sehr hohen Anfrageaufkommens jedoch aktuell verzögern. 

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