Sepsis - ein medizinischer Notfall

Eine Sepsis (oft auch Blutvergiftung oder Blutstrominfektion genannt) kann als lebensbedrohliche Komplikation bei verschiedensten Infektionskrankheiten entstehen. Dabei wird die körpereigene Reaktion auf eine Infektion fehlreguliert und es kann zu einer Schädigung eigener Organe kommen. Bei einer Sepsis handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der umgehend ärztlich behandelt werden muss.



Wodurch wird eine Sepsis verursacht?

Fälschlicherweise wird oft angenommen, eine Sepsis entstehe nur durch eine entzündete Wunde der Haut. Grundsätzlich kann aber jede Infektion zu einer Sepsis führen, wenn sie nicht durch das Immunsystem in Schach gehalten oder wirksam mit Medikamenten behandelt wird. So kann eine Sepsis etwa bei einer Lungenentzündung, einer Harnwegsinfektion oder einer Entzündung im Bauchraum entstehen. Auslöser sind vor allem Bakterien. Aber auch Viren, Pilze oder Parasiten können eine Sepsis verursachen. Grundsätzlich kann jeder Mensch, der eine Infektion hat, unabhängig vom Eintrittsort der Erreger und des primären Entzündungsherds, an einer Sepsis erkranken. Manche Menschen tragen aber ein erhöhtes Risiko. Dazu zählen:

  • Säuglinge unter einem Jahr,
  • ältere Menschen ab ca. 60 bis 65 Jahren

sowie Menschen mit

  • chronischen Erkrankungen, wie etwa der Lunge, der Leber, der Nieren oder des Herzens,
  • Diabetes,
  • Krebs,
  • geschwächtem Immunsystem,
  • fehlender Milz.

Wie verläuft eine Sepsis?

Die Sepsis ist der schwerstmögliche Verlauf, den eine Infektionskrankheit nehmen kann. Normalerweise gelingt es der körpereigenen Abwehr, eine Infektion lokal in Schach zu halten. Gelingt es den Erregern jedoch, sich über das Lymph- und Blutgefäßsystem im Körper auszubreiten, so reagiert das Immunsystem mit einer übermäßigen Reaktion, um der sich ausbreitenden Keime noch Herr zu werden. Ist diese Abwehrreaktion einmal in Gang gesetzt und überschießend, greifen die Abwehrzellen nicht nur die Erreger, sondern auch das eigene Gewebe an. Schließlich kann es zum lebensbedrohlichen septischen Schock und zum Versagen mehrerer Organe (Multiorganversagen) kommen. Ohne frühzeitige medizinische Behandlung verläuft eine Sepsis oft tödlich oder geht mit schwerwiegenden und langanhaltenden Folgen einher.

Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss!

Was sind die Krankheitszeichen einer Sepsis?

Eine Sepsis kann als Folge einer vorliegenden Infektion entstehen. Dabei sind die Zeichen einer Sepsis unspezifisch, d.h. sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Wenn eine Infektion vorliegt, sollten Sie bei folgenden Krankheitszeichen an eine Sepsis denken:

Fieber mit Schüttelfrost und starkem Frösteln

Schneller Puls, Herzrasen

Kurzatmigkeit, schnelle Atmung

Feuchte Haut oder kalte Extremitäten, Schwitzen oder Frieren, Schwäche

Schmerzen und starkes Krankheitsgefühl

Verwirrtheit, Desorientiertheit

Bei Verdacht auf eine Sepsis sollten Sie umgehend medizinische Hilfe suchen (Notruf 112). Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall!

Wie kann ich mich schützen?

Infektionen vorzubeugen bietet den besten Schutz vor einer Sepsis. Dabei spielen Hygienemaßnahmen und Impfungen eine wichtige Rolle. Achten Sie auf regelmäßiges und gründliches Händewaschen, eine sorgfältige Lebensmittel- und gute Toilettenhygiene sowie auf einen sorgfältigen Wundschutz. Zudem stehen gegen einige der häufigsten Auslöser einer Sepsis Impfungen zur Verfügung, zum Beispiel gegen Pneumokokken, Meningokokken oder die echte Grippe. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Impfungen für Sie in Frage kommen.
Bei Vorliegen einer Infektionskrankheit, wie beispielsweise einer Harnwegsinfektion oder einer Lungenentzündung, ist es zudem wichtig, diese angemessen zu behandeln, um der Entstehung einer Sepsis vorzubeugen.

Wo kann ich mich informieren?

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Sepsis-Stiftung. Für weitere Beratung und Information steht Ihnen das örtliche Gesundheitsamt zur Verfügung. Informationen für Fachkreise finden Sie unter anderem auch auf den Seiten des Robert Koch-Institutes.