Lockdown: Corona-Regeln in Zeiten vieler Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist weiter zu hoch. Die Bundesnotbremse soll das Infektionsgeschehen eindämmen. Die Umsetzung erfolgt durch die Bundesländer. Für Geimpfte und Genesene sind Erleichterungen vorgesehen.



Weniger Kontakte. Mehr Schutz.

Wenn wir uns mit weniger Menschen treffen, kann sich die Zahl der Ansteckungen verringern.
Wenn wie so viele Menschentreffen wie sonst auch...
...können durch jeden einzelnen viele weitere Menschen angesteckt werden.
Wenn wir nur noch halb so viel Kontakt haben, ...
...geht das Virus auf deutlich weniger Menschen über.
Weniger Treffen sind der Schlüssel um sich und andere zu schützen.

Bundesnotbremse – Bevölkerungsschutzgesetz zur Eindämmung der Pandemie

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist sehr hoch und die Situation in den Kliniken verschärft sich. Mit dem 4. Bevölkerungsschutzgesetz wurden Änderungen des Infektionsschutzgesetzes vorgenommen, die bundeseinheitlich verpflichtende Schutzmaßnahmen ermöglichen. Diese gelten in Regionen ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100, das heißt, wenn im Zeitraum von einer Woche mindestens 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern aufgetreten sind.

Die Bundesländer können darüberhinausgehende Maßnahmen beschließen. Bitte beachten Sie daher die Hinweise zu den aktuellen Regelungen auf den Internetseiten Ihres Bundeslandes und Ihrer Stadt bzw. Gemeinde.

Für geimpfte und genesene Personen gelten Ausnahmen von einigen dieser Regelungen.

Sinkt die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter den Wert von 100, treten dort ab dem übernächsten Tag die Maßnahmen wieder außer Kraft.

Was gilt ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100?

  • Es gelten Ausgangsbeschränkungen von 22 Uhr bis 5 Uhr. In diesem Zeitraum ist es nur erlaubt, das Haus zu verlassen, wenn man einen guten Grund hat, zum Beispiel bei einem medizinischen Notfall, zu dienstlichen Zwecken oder wenn man den Hund ausführen muss. Zwischen 22 Uhr und 24 Uhr ist es erlaubt, sich alleine draußen zu bewegen.
  • Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts sind auf eine weitere Person beschränkt. Insgesamt dürfen sich maximal fünf Personen treffen. Kinder unter 14 Jahren, die zu einem der beiden Haushalte gehören, werden nicht mitgezählt. 
  • Sport darf tagsüber alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand betrieben werden. Kinder dürfen draußen kontaktlos in Gruppen von maximal fünf Kindern trainieren. Trainerinnen und Trainer müssen vorher einen Test machen.
  • Im öffentlichen Personennah- und Fernverkehr einschließlich Taxen gilt eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske (bzw. KN95- oder N95-Maske). Die Verkehrsmittel sollen mit höchstens der Hälfte der regulär zulässigen Fahrgastzahlen besetzt werden.
  • Freizeiteinrichtungen, Saunen, Solarien, Fitnessstudios, Theater, Opern, Konzerthäuser etc. sowie Ladengeschäfte dürfen nicht öffnen.
  • Zum Einkaufen öffnen dürfen Lebensmittelgeschäfte, Wochenmärkte, auf denen nur Lebensmittel verkauft werden, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, Werkstätten, Postfilialen, Banken, Waschsalons, Gartenmärkte und der Großhandel. Beim Einkaufen sind medizinischer Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) bzw. FFP2-Masken (oder KN95-/N95-Masken) Pflicht.
  • Bis zu einer 7-Tage-Inzidenz von 150 ist die Nutzung von Click & Collect in Geschäften möglich sowie unter Vorlage eines höchstens 24 Stunden alten negativen Testergebnisses auch die Nutzung von Click & Meet-Angeboten.
  • Gastronomiebetriebe sowie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Ausgenommen sind die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. 
  • Körpernahe Dienstleistungen sind nicht erlaubt. Ausnahme sind medizinische, therapeutische, pflegerische oder seelsorgerische Dienstleistungen sowie Friseurbetriebe und Fußpflege. Diese dürfen aber nur mit FFP2-Masken (oder KN95-/N95-Masken) arbeiten. Friseur- und Fußpflegebesuche sind nur mit negativem Test möglich.
  • Die Außenbereiche von Zoos und Botanischen Gärten dürfen mit Hygienekonzepten öffnen. Besucherinnen und Besucher müssen einen negativen Test vorweisen. Ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
  • Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind nicht erlaubt.
  • Schulen und Kitas: Bis zu einer 7-Tage-Inzidenz von 100 kann Präsenzunterricht stattfinden. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer müssen jedoch zweimal pro Woche getestet werden. Ab einer stabilen (an drei Tagen hintereinander) 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100 muss im Wechselunterricht unterrichtet werden. Über die Form des Wechselmodells (tageweise, wöchentlich u.a.) entscheiden die Länder bzw. Schulen. Ab einer stabilen (an drei Tagen hintereinander) 7-Tage-Inzidenz von 165 ist Präsenzunterricht untersagt und Kitas werden geschlossen. Die Bundesländer können eine Notbetreuung organisieren und Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen vorsehen.
  • Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, wenn es die berufliche Tätigkeit zulässt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen dieses Angebot annehmen, sofern keine Gründe dagegenstehen. Für einen umfassenden Infektionsschutz sollen diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Angebot erhalten, mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche sowie eine Bescheinigung über das Testergebnis zu erhalten. Zudem sollen Arbeitszeiten möglichst flexibel gestaltet werden, um den Berufsverkehr zu entlasten.  

Die Bundesregierung kann darüber hinaus per Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundestages und Bundesrates weitere Maßnahmen, Präzisierungen und Ausnahmen erlassen.

Vorgesehene Öffnungsstrategie

Die „Notbremse“ greift ab einer stabilen Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen. Sinkt die 7-Tage-Inzidenz unter den Wert von 100 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen, treten dort ab dem übernächsten Tag die Maßnahmen wieder außer Kraft. Bitte informieren Sie sich in diesem Fall über die dann geltenden Corona-Regelungen in Ihrem Bundesland sowie über die Vorgaben in Ihrer Stadt oder Gemeinde.  

Die Maßnahmen der Notbremse treten spätestens am 30. Juni 2021 außer Kraft.

Erleichterungen für Genesene und Geimpfte

Für Personen, die gegen COVID-19 geimpft sind oder von der Erkrankung genesen sind, sieht die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung einige Ausnahmen und Erleichterungen vor. Einige Einschränkungen gemäß Infektionsschutzgesetz zur Eindämmung der Pandemie gelten der Verordnung zufolge für Geimpfte und Genesene nicht mehr.

Grund der Ausnahmenverordnung sind zunehmende wissenschaftliche Belege, dass von Geimpften und Genesenen eine erheblich geringere Ansteckungsgefahr ausgeht. Eingriffe in Grundrechte, die daher nicht mehr gerechtfertigt sind, sollen gemäß Verordnung aufgehoben werden. Die Verordnung ist am 9. Mai 2021 in Kraft getreten.

Die Ausnahmenverordnung sieht insbesondere folgende Erleichterungen vor:

  • Kontaktbeschränkungen gelten für Geimpfte und Genesene nicht mehr. Beispielsweise werden bei privaten Zusammenkünften geimpfte und genesene Personen nicht mehr mitgezählt.
  • Auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen nach dem Infektionsschutzgesetz entfallen für Genesene und Geimpfte.
  • Geimpfte und Genesene sollen bei bestimmten Ausnahmen von den Corona-Schutzmaßnahmen, für die ein negativer Test Voraussetzung ist, negativ Getesteten gleichgestellt werden. Das bedeutet, sie müssen kein aktuelles negatives Testergebnis vorlegen, wenn sie zum Beispiel zum Friseur, in Geschäfte oder in den Zoo zu gehen.
  • Beim Sport sind die Beschränkungen, dass kontaktloser Individualsport nur allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts möglich ist, für Geimpfte und Genesene aufgehoben.
  • Geimpfte und Genesene sind auch von der Quarantänepflicht zum Beispiel bei Einreise aus dem Ausland ausgenommen. Dies gilt jedoch nicht für Reisen aus Virusvarianten-Gebieten.

Als Nachweis müssen Geimpfte den gelben Impfpass oder ein anderes Impfdokument über einen vollständigen Impfschutz vorlegen. Seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung müssen mindestens 14 Tage vergangen sein.

Genesene benötigen als Nachweis das Ergebnis eines positiven PCR-Tests (oder eines vergleichbaren Tests), der mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurückliegt.

Die Erleichterungen gelten nur, wenn keine Symptome vorliegen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hinweisen.

Wichtig: Genesene und Geimpfte sollten weiterhin die AHA+L+A-Formel beachten. Abstandsgebote sowie Pflichten und Empfehlungen zum Tragen einer Maske gelten auch für genesene und geimpfte ebenso wie für getestete Personen.

Die "Drei G" – drei Situationen mit erhöhtem Corona-Risiko

Immer dann, wenn mehrere Menschen aufeinandertreffen und sich austauschen, besteht das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 – auch bei Treffen im Freundeskreis und im familiären Umfeld. Dies gilt insbesondere in Zeiten vieler Neuinfektionen. Daher sollen derzeit Kontakte außerhalb des eigenen Hausstandes auf ein Minimum reduziert werden. Außerdem ist es wichtig, die AHA+L+A-Formel einzuhalten: Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßig lüften und die Corona-Warn-App nutzen. In manchen Situationen ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken, besonders hoch. Risikosituationen kann man leicht daran erkennen, dass sie zu einem oder mehreren der "Drei G" gehören: geschlossene Räume, Gruppen/Gedränge sowie Gespräche.

1. Geschlossene Räume

Derzeit sollen Kontakte außerhalb des eigenen Hausstands so weit wie möglich reduziert werden, denn: Halten sich mehrere Personen in geschlossenen Räumen auf, reichern sich durch Atmen und Sprechen Aerosole an. Diese kleinsten Flüssigkeitspartikel können über längere Zeit in der Luft schweben und so Coronaviren im Raum verteilen. Daher sollten Sie sich mit anderen Personen bevorzugt im Freien treffen. In geschlossenen Räumen sollten Sie unbedingt auf eine regelmäßige und intensive Belüftung achten.

2. Gruppen und Gedränge

Das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ist in unmittelbarer Nähe zu infizierten Personen am größten. Vermeiden Sie daher Gedränge und auch die unmittelbare Nähe in Gruppen. Tragen Sie überall dort, wo Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht sicherstellen können, eine Mund-Nasen-Bedeckung (Alltagsmaske) oder eine andere Maske. In öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen sind ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) oder eine FFP2-Maske (bzw. KN95 oder N95-Maske) Pflicht.

3. Gespräche

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird von Mensch zu Mensch über Tröpfchen und Aerosole übertragen, die vor allem beim Husten und Niesen, aber auch beim Atmen, Sprechen, Lachen und Singen versprüht werden. Eine größere Lautstärke kann zu einer verstärkten Freisetzung beitragen und das Risiko einer Ansteckung erhöhen. Um die Weiterverbreitung des Coronavirus einzudämmen, zielen die aktuellen Corona-Regeln vor allem darauf ab, Kontakte zu anderen Menschen zu verringern. Achten Sie zudem bei Gesprächen auf die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern und tragen Sie, wenn dies nicht gewährleistet werden kann, eine Maske.

Wenn die "Drei G" zusammentreffen, ist das Risiko der Entstehung von Infektionsclustern besonders hoch.

Merkblätter

Merkblatt "Achten Sie auf die Drei G!"

Poster für den Ausdruck in den Formaten DIN A4 bis DIN A0 geeignet.

8 nützliche Empfehlungen für den Alltag in der Corona-Pandemie (barrierefreies PDF)

Mit unseren 8 wichtigen Empfehlungen für den Alltag können Sie das Virus aktiv ausbremsen und sich und andere vor einer COVID-Erkrankung schützen.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.05.2021