Verhaltensregeln und -empfehlungen für die häusliche Quarantäne

Eine häusliche Quarantäne dient als Schutzmaßnahme, um eine mögliche Weiterverbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu verhindern. Während einer Quarantäne sollten Sie wichtige Verhaltensregeln beachten.



Was ist eine häusliche Quarantäne?

Die häusliche Quarantäne ist eine Schutzmaßnahme, die dazu beiträgt, die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 einzudämmen. Dabei handelt es sich um eine zeitlich befristete Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein als auch freiwillig erfolgen.

Die Anordnung einer Quarantäne ist in Deutschland im Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt und wird durch die zuständige Behörde, in der Regel das örtliche Gesundheitsamt, vorgenommen.

Betroffen von dieser Schutzmaßnahme sind insbesondere enge Kontaktpersonen von COVID-19-Erkrankten oder Einreisende aus ausgewiesenen Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten im Ausland. Die Quarantäne erfolgt in der Regel im eigenen Zuhause. Dieses darf während der Quarantäne nicht verlassen werden und es darf kein Besuch empfangen werden. Um das Ansteckungsrisiko innerhalb eines Haushalts zu verringern, kann das Gesundheitsamt das Angebot einer Quarantäne an einem anderen Aufenthaltsort erwägen.

Eine Quarantäne unterscheidet sich von einer Isolierung. Eine Isolierung ordnen die Behörden – in der Regel ebenfalls das Gesundheitsamt – für Personen an, bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch einen positiven PCR-Test nachgewiesen wurde.

Wer muss in Quarantäne?

Die Beurteilung des Ansteckungsrisikos und damit die Anordnung einer Quarantäne erfolgen im individuellen Fall durch das Gesundheitsamt.

Häusliche Quarantäne wird in der Regel für enge Kontaktpersonen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko angeordnet. Dies trifft auf Personen zu, die beispielsweise:

  • mit einer Person im selben Haushalt leben, bei der das Coronavirus SARS-CoV-2 durch einen positiven PCR-Test nachgewiesen wurde,
  • mindestens 10 Minuten lang engen Kontakt (unter 1,5 Metern) mit einer infizierten Person hatten, ohne dass ein Schutz durch einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) oder eine FFP2-Maske bestand, 
  • ein Gespräch mit einer infizierten Person führten (mit einem Abstand unter 1,5 Metern und unabhängig von der Dauer) ohne Schutz durch einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske,
  • in Kontakt mit Atemwegssekreten einer infizierten Person kamen, zum Beispiel beim Küssen oder durch Anniesen oder Anhusten,
  • sich für mehr als 10 Minuten gleichzeitig mit einer infizierten Person im selben Raum aufgehalten haben und dadurch einer wahrscheinlich hohen Konzentration an infektiösen Aerosolen ausgesetzt waren (unabhängig vom Abstand und auch wenn durchgehend und korrekt Masken getragen wurden),
  • auf einer mindestens 5 Stunden dauernden Flugreise zum Beispiel in derselben Reihe oder in den zwei Reihen vor oder hinter einem bestätigten COVID-19-Fall saßen (unabhängig vom Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer FFP2-Maske).

Es liegt im Ermessen des Gesundheitsamtes, auch in schwer zu überblickenden Kontaktsituationen, z. B. in Schulklassen, eine Einstufung als enge Kontaktperson vorzunehmen und eine Quarantäne anzuordnen.

Für medizinische Bereiche und in der Pflege gelten besondere Empfehlungen.

Welche Ausnahmen gelten für geimpfte sowie für genesene Personen?

Vollständig geimpfte Personen, die noch nicht nachweislich an COVID-19 erkrankt waren und alle erforderlichen Dosen eines Impfstoffs erhalten haben, Genesene innerhalb der ersten sechs Monate nach Infektion sowie Genesene mit einer Impfstoffdosis gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sind von der Quarantänepflicht ausgenommen (weitere Informationen zur Frage, wer als geimpft und genesen gilt, finden Sie unter „Regelungen für Geimpfte und Genesene“ sowie „Immunität: Wann gelte ich als geschützt gegen COVID-19?“).

Voraussetzung ist, dass keine Symptome vorliegen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hinweisen.

Bei engem Kontakt zu einer Person, die mit der SARS-CoV-2-Variante Beta (B.1.351) oder Gamma (P.1) infiziert ist, wird auch für Geimpfte und Genesene eine Quarantäne empfohlen.

Eine erneute Ansteckung und ein damit einhergehendes Übertragungsrisiko auf andere Personen kann auch bei Geimpften und Genesenen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Daher sollten auch Geimpfte ebenso wie Genesene weiterhin die AHA+L+A-Formel beachten. Auch die Pflichten zum Tragen einer Maske gelten weiter.

Geimpfte und genesene Kontaktpersonen sollten bis zum 14. Tag nach dem Kontakt zu einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person ihren Gesundheitszustand beobachten und berufliche oder private Kontakte zu ungeimpften Risikopersonen vermeiden. Entwickeln sich Symptome, sollte eine Selbstisolierung und zeitnahe PCR-Testung erfolgen.

Nach Einreise aus einem Virusvariantengebiet bleibt die Pflicht zur Quarantäne auch für Geimpfte und Genesene bestehen.

Wie lange dauert die Quarantäne?

Eine angeordnete Quarantäne endet nicht automatisch, sondern wird durch die zuständige Behörde, in der Regel das Gesundheitsamt, auch wieder aufgehoben.

Als erster voller Tag der Quarantäne gilt der Tag nach dem letzten Kontakt zu der infizierten Person.

Für die Erfüllung der Quarantänepflicht bestehen verschiedene Optionen:

  • 10 Tage häusliche Quarantäne ohne abschließende Testung.
  • 5 Tage häusliche Quarantäne mit abschließendem PCR-Test: Frühestens am 5. Tag kann ein PCR-Test durchgeführt werden. Bei einem negativen Ergebnis kann die häusliche Quarantäne aufgehoben werden. Bei Personen, die im Rahmen der Teststrategie zum Beispiel in der Schule regelmäßig getestet werden, kann alternativ ein Antigen-Test erwogen werden. Hierfür kann ein Antigen-Schnelltest durch geschulte Personen oder ein Selbsttest unter Aufsicht von geschulten Personen erfolgen.
  • 7 Tage häusliche Quarantäne mit abschließendem Antigen-Test: Die häusliche Quarantäne kann auch beendet werden, wenn ein negatives Ergebnis eines Antigen-Tests vorliegt, der frühestens am 7. Tag durchgeführt wurde. Auch hierfür kann ein Schnelltest durch geschulte Personen oder ein Selbsttest unter Aufsicht von geschulten Personen eingesetzt werden.

Für Haushaltsmitglieder von Personen, die an COVID-19 erkrankt sind, wird empfohlen, dass sie ihre Kontakte über das Ende der Quarantäne hinaus bis zum Tag 20 nach Symptombeginn beim Erkrankten einschränken.

Für die Dauer der Quarantäne nach Einreise aus einem Corona-Risikogebiet gelten gesonderte Bestimmungen.

Wie sollten Sie Ihren Gesundheitszustand beobachten?

Überwachen Sie während der Quarantäne und darüber hinaus bis zu Tag 14 Ihren Gesundheitszustand. Messen Sie täglich Ihre Körpertemperatur und führen Sie Tagebuch über eventuelle Krankheitszeichen.

Wenn Krankheitszeichen auftreten, die auf COVID-19 hindeuten, bleiben Sie in Quarantäne bzw. isolieren Sie sich selbst und informieren Sie umgehend das Gesundheitsamt. Es wird eine PCR-Testung durchgeführt. Wenn Sie wegen dieser Symptome – oder auch wegen einer anderen Erkrankung – ärztliche Hilfe benötigen, wenden Sie sich telefonisch an Ihre Hausarztpraxis, eine andere Arztpraxis oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117. Weisen Sie in dem Telefonat unbedingt auf die häusliche Quarantäne hin. In Notfällen, zum Beispiel bei akuter Atemnot, rufen Sie die Notfallnummer 112 an.

Welche Hygienetipps sollten Sie in der Quarantäne beachten?

Zum Schutz vor einer Weiterverbreitung des Coronavirus sollten Sie und Ihre Haushaltsangehörigen konsequent die Verhaltensregeln und Hygienemaßnahmen einhalten, die das Gesundheitsamt Ihnen empfiehlt. Dazu zählt:

  • Halten Sie sich nach Möglichkeit in anderen Räumen auf als andere Haushaltsmitglieder oder nutzen Sie Räume, zum Beispiel für Mahlzeiten, möglichst zeitlich getrennt.
  • Bei unvermeidbarem Aufenthalt im selben Raum halten Sie einen Abstand von mindestens 1,5 Metern ein und tragen Sie einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Makse).
  • Lüften Sie regelmäßig alle Räume.
  • Teilen Sie Haushaltsgegenstände wie beispielsweise Geschirr und Wäsche nicht mit anderen Personen.
  • Oberflächen und Gegenstände, mit denen Sie in Berührung kommen, sollten regelmäßig mit Haushaltsreiniger gesäubert werden.
  • Sie und andere Personen in Ihrem Haushalt sollten regelmäßig, gründlich und mindestens 20 Sekunden lang die Hände mit Seife waschen.
  • Die Hände sollten aus dem Gesicht ferngehalten werden, insbesondere von Mund, Nase und Augen.
  • Beachten Sie die Husten- und Niesregeln: Halten Sie beim Husten oder Niesen größtmöglichen Abstand zu anderen und drehen Sie sich dabei am besten weg. Niesen oder husten Sie in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch, das Sie anschließend entsorgen. Waschen Sie danach und auch nach dem Naseputzen gründlich die Hände.
  • In Einzelfällen kann nach ärztlicher Rücksprache der Einsatz eines Desinfektionsmittels für Hände und/oder Oberflächen sinnvoll sein, beispielsweise wenn Erkrankte mit einer hochansteckenden Infektion zu Hause betreut werden oder wenn sich Personen anstecken könnten, die durch eine Immunschwäche besonders gefährdet sind (siehe auch „Verhaltens- und Hygienetipps während der häuslichen Isolierung“).
  • Für Ihre Haushaltsmitglieder wird das Gesundheitsamt zwar keine Quarantäne anordnen, sofern diese nicht selbst enge Kontaktperson einer Corona-infizierten Person sind. Es empfiehlt sich aber, dass auch Haushaltsangehörige von Personen, die in Quarantäne sind, ihre Kontakte minimieren, soweit möglich zu Hause bleiben und z. B. Home-Office-Möglichkeiten nutzen. Informieren Sie auch enge Kontakte außerhalb Ihres Haushalts. Diese sollten ebenfalls ihre Kontakte möglichst beschränken und auf Krankheitszeichen achten.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Wir binden das Video "Corona Wissen kompakt: Anlässe für Quarantäne" des Anbieters "Youtube" ein. Zur Anzeige des Videos benötigen wir Ihre Zustimmung. Durch die Aktivierung des Videos werden an den Anbieter Daten übertragen und gegebenenfalls Drittanbieter-Cookies gesetzt. Weitere Informationen können unserer Datenschutzerklärung entnommen werden. Zustimmen und Inhalt anzeigen.

Merkblatt: Häusliche Quarantäne

Empfehlungen und Wissenswertes zur häuslichen Quarantäne


Weitere Informationen

Bürgerinformation: „Tipps bei häuslicher Quarantäne“

Merkblatt des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit praktischen Hinweisen rund um die häusliche Quarantäne

 

Bürgerinformation: „COVID-19: Tipps für Eltern“

Merkblatt des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für Eltern mit Tipps rund um COVID-19 und die häusliche Quarantäne

 

Flyer: Häusliche Quarantäne (vom Gesundheitsamt angeordnet)

Hinweise des Robert Koch-Instituts (RKI) für nicht erkrankte Kontaktpersonen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne befinden – in verschiedenen Sprachen


Flyer: Häusliche Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung

Hinweise des Robert Koch-Instituts (RKI) für Betroffene und Angehörige – in verschiedenen Sprachen

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.09.2021