Informationen für das berufliche Umfeld

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können durch eine Reihe an Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen dazu beitragen, das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 am Arbeitsplatz gering zu halten.



Was sollten Beschäftigte tun, um das Infektionsrisiko gering zu halten?

  • Beachten Sie die AHA-Formel:​

Abstand halten: Achten Sie auf einen Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen.

Hygiene beachten: Befolgen Sie die Hygieneregeln in Bezug auf Niesen und Husten sowie Händewaschen. Vermeiden Sie es, mit den Händen Mund, Nase oder Augen zu berühren.

Alltagsmaske verwenden: Tragen Sie eine Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung),​ wenn der Mindestabstand zu anderen nicht sicher eingehalten werden kann (z. B. in Teeküchen, Aufenthaltsräumen, bei bestimmten Arbeitsprozessen). Beachten Sie dabei die Vorschriften, die in Ihrem Betrieb gelten.

  • Helfen Sie Kolleginnen und Kollegen mit geringen Deutschkenntnissen, die Hygienetipps zu verstehen.
  • Vermeiden Sie Dienstreisen und persönliche Besprechungen, nutzen Sie stattdessen die Möglichkeiten zu Telefon- und Videokonferenzen. Wenn Präsenzveranstaltungen unbedingt notwendig sind, muss der Mindest­abstand von 1,5 Metern gewährleistet sein.
  • Arbeiten Sie in Abstimmung mit der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber, wenn möglich, von zu Hause aus. Bitte beachten Sie aber, dass Sie hierauf keinen gesetzlichen Anspruch haben.
  • Wenn Sie am Arbeitsplatz gebraucht werden und öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um zur Arbeit zu gelangen, halten Sie möglichst Abstand von Mitfahrenden und tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung. Oder kommen Sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem eigenen Auto.
  • Organisieren Sie Ihre Arbeitsabläufe so, dass Sie möglichst wenig direkten Kontakt zu Ihren Kolleginnen und Kollegen haben – auch in den Pausen.
  • Arbeiten Sie, wenn möglich, einzeln oder in kleinen festen Teams (z. B. im Büro oder auf Baustellen).
  • Nutzen Sie die von Ihrem Betrieb bereitgestellten Hygieneangebote, um eine Ansteckung zu vermeiden, wie z. B. die Möglichkeiten zum Händewaschen oder zur Händedesinfektion sowie bereitgestellte Mund-Nasen-Bedeckungen.
  • Lüften Sie die Arbeitsräume regelmäßig und ausreichend lange.
  • Teilen Sie Arbeitsplätze oder Gegenstände (z. B. Tastaturen, Werkzeuge) möglichst nicht mit anderen Perso­nen. Ist dies nicht möglich, muss Ihr Arbeitsplatz vor der Übergabe an eine andere Person gründlich mit haushaltsüblichen Reinigungsmitteln gereinigt werden. Eine vorsorgliche Flächendesinfektion wird nicht routinemäßig empfohlen; sie kann aber sinnvoll sein, falls ein Erkrankter den Arbeitsplatz genutzt hat.
  • Arbeitsmittel wie Headsets, Kugelschreiber und Bleistifte sollten prinzipiell nie gemeinsam genutzt werden.
  • Falls Sie krank sind, bleiben Sie auf jeden Fall zu Hause, insbesondere wenn Sie Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs- / Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeine Schwäche verspüren. So schützen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen vor Ansteckung.

Hinweis: Diese orientierenden Informationen basieren auf dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Für einzelne Branchen bzw. Betriebe kann es weitergehende Standards geben, die hiervon abweichen. Bitte beachten Sie daher auch die Vorgaben in Ihrem Betrieb oder in Ihrer Einrichtung.

Was sollten Beschäftigte bei Verdacht auf eine Infektion oder im Krankheitsfall tun?

  • Wenn Sie in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollten Sie unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt telefonisch informieren – auch dann, wenn Sie selbst keine Krankheitszeichen haben. Das zuständige Gesundheitsamt kann über eine Datenbank des Robert Koch-Instituts ermittelt werden. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter wird Sie befragen und dann entscheiden, ob eine Quarantäne notwendig ist.
  • Wenn Sie Krankheitszeichen bemerken, die auf eine COVID-19-Erkrankung hindeuten, wenden Sie sich telefonisch an Ihre Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117) oder lokale Bürgertelefone für Gesundheitsfragen zu Corona. Informationen zu Bürgertelefonen finden Sie auf der Website Ihrer Stadt oder Gemeinde. Ob ein Test auf das Coronavirus notwendig ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
  • Informieren Sie bei einer Erkrankung umgehend Ihre Arbeitgeberin oder Ihren Arbeitgeber über die voraussichtliche Dauer Ihres Fernbleibens. Sie sind als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer grundsätzlich dazu verpflichtet.
  • Zwar müssen Sie in Deutschland der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber gegenüber normalerweise keine Auskunft darüber geben, woran sie erkrankt sind; bei einer Infektion mit dem Coronavirus ist dies jedoch anders. Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um ein hochansteckendes Virus, sodass Sie der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber eine entsprechende Infektion mitteilen müssen, wenn dies verlangt wird. Nur so kann die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber im Rahmen der Fürsorge- und Schutzpflicht die Belange aller Mitarbeitenden schützen.
  • Dies gilt auch in einem Verdachtsfall. Dies ermöglicht die Veranlassung entsprechender Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus im Betrieb.

Was sollten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber unternehmen, um das Infektionsrisiko gering zu halten?

  • Weisen Sie Ihre Belegschaft auf die Einhaltung der so genannten AHA-Regeln hin: ausreichend Abstand halten, korrektes Niesen und Husten sowie regelmäßiges Händewaschen und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen. Hängen Sie die 10 Hygienetipps aus und verteilen Sie die Broschüren oder verlinken diese Informationen im Intranet. Stellen Sie sicher, dass Mitarbeitende mit geringen Deutschkenntnissen die Tipps auch verstehen. Nutzen Sie dazu die fremdsprachigen Aufklärungsmaterialien.
  • Reduzieren Sie den Publikumsverkehr in Ihren Räumlichkeiten. Sorgen Sie dafür, dass so wenig betriebsfremde Personen wie möglich das Gelände betreten. Dokumentieren Sie alle Besuche mit Datum und Uhrzeit, um im Infektionsfall eine Nachverfolgung zu ermöglichen.
  • Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus, wo und wann immer möglich.
  • Organisieren Sie die Arbeitsabläufe im Unternehmen so, dass Beschäftigte möglichst wenig direkten Kontakt untereinander haben (z. B. durch zeitversetzte Arbeits- und Pausenzeiten). Bilden Sie feste Teams aus jeweils denselben Personen.
  • Gestalten Sie die Arbeitsplätze so, dass Ihre Beschäftigten den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten können. Stellen Sie hierfür ggf. Absperrungen oder Trennwände auf und bringen Sie Bodenmarkierungen an, damit sich alle leichter orientieren können.
  • Ist es nicht möglich, die Abstandsregel einzuhalten, stellen Sie Mund-Nasen-Bedeckungen für die Beschäftigten und betriebsfremde Personen, die Ihre Räumlichkeiten betreten, zur Verfügung. Sorgen Sie nach Möglichkeit für zusätzliche transparente Abtrennungen. An Arbeitsplätzen mit Publikumsverkehr sind stets trennende Scheiben zu installieren.
  • Stellen Sie Ihren Beschäftigten hautschonende Flüssigseife und Einmalhandtuch-Spender zur Verfügung. Stellen Sie Desinfektionsmittel bereit, wo keine Möglichkeit zum regelmäßigen Händewaschen besteht - vor allem in den Eingangsbereichen, in Konferenzräumen und Kantinen.
  • Wenn Sie Beschäftigte haben, die in Sammelunterkünften untergebracht sind, sollten diese möglichst auch in festen Teams zusammen arbeiten. Jedem Team sollten Sie nach Möglichkeit eigene Gemeinschaftsräume (Toiletten, Waschräume, Küche, Aufenthaltsraum) zur Verfügung stellen. In jedem Schlafraum darf nur eine Person untergebracht sein; Ausnahmen hiervon sind nur für Partnerinnen und Partner sowie nahe Angehörige zulässig. Stellen Sie außerdem sicher, dass alle Räume, Geschirr und Wäsche regelmäßig und gründlich sowie heiß genug gereinigt werden.

Hinweis: Diese orientierenden Informationen basieren auf dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Darüber hinaus gelten für alle Betriebe die allgemeinen Grundsätze des Arbeitsschutzes gemäß § 4 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Für viele Branchen gibt es spezifische Vorschriften und Hygienestandards. Informationen dazu finden Sie beispielsweise bei den zuständigen Berufsgenossenschaften und auf der Website der gesetzlichen Unfallversicherung. Arbeitgebende sind aufgefordert, ihre Beschäftigten entsprechend zu unterweisen.

Wie ist im Betrieb bei Verdacht auf eine Infektion oder im Krankheitsfall vorzugehen?

  • Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollten im Vorfeld festlegen, wer zuständig ist und was zu tun ist, wenn im Betrieb ein Verdachtsfall auftritt oder eine Person an COVID-19 erkrankt. Beispielsweise kann es sinnvoll sein, eine feste Kontaktperson zu benennen, an die Mitarbeitende sich im Bedarfsfall wenden können.
  • Wenn eine Arbeitskraft Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatte, sollte sie sich unverzüglich beim Gesundheitsamt melden – auch dann, wenn sie (noch) keine Krankheitssymptome hat. Das zuständige Gesundheitsamt kann über eine Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) ermittelt werden.
  • Treten bei einer Arbeitskraft Krankheitszeichen auf, die auf COVID-19 hindeuten (Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/ Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeine Schwäche), muss sie zu Hause bleiben, bis der Verdacht ärztlich abgeklärt ist.
  • Weisen Sie Ihre Mitarbeitenden darauf hin, dass es sehr wichtig ist, dass sie Sie im Verdachts- und Krankheitsfall sowie bei typischen Krankheitszeichen sofort informieren. Betonen Sie, dass betroffene Personen auf jeden Fall zu Hause bleiben sollen. Stellen Sie zudem sicher, dass sie das Betriebsgelände umgehend und geschützt verlassen, wenn Krankheitszeichen während der Arbeitszeit auftreten. Generell sollten Mitarbeitende in jedem Krankheitsfall zuhause bleiben.

Welche Empfehlungen gelten für das Reinigen und Desinfizieren von Oberflächen in Betrieben?

  • Oberflächen, die von mehreren Personen genutzt werden, sollten nach Dienstschluss gründlich mit Wasser und handelsüblichen Haushaltsreinigern gereinigt werden. Dies gilt vor allem für häufig berührte Oberflächen wie Tische, Arbeitsplatten, Stuhllehnen, Tür- und Schrankgriffe, Lichtschalter, Aufzugtasten, Telefone, Tastaturen, Werkzeuge, Geräte, Toiletten, Wasserhähne, Spülbecken usw.
  • Eine vorsorgliche Flächendesinfektion, auch von häufig benutzten Kontaktflächen, ist auch in der jetzigen Corona-Pandemie nicht notwendig. Die angemessene Reinigung ist das Verfahren der Wahl. Zu prüfen ist aber, ob es sinnvoll ist, die Reinigungsintervalle ggf. zu verkürzen. Das gilt besonders für Toiletten und Gemeinschaftsräume.
  • Eine Desinfektion kann dann erforderlich werden, wenn der Arbeitsplatz von einer erkrankten Person genutzt wurde. Desinfektionsmittel sollten die Bezeichnung „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ tragen. Eine Wischdesinfektion ist gegenüber einer Sprühdesinfektion zu bevorzugen. Weitere Einzelheiten, wie mit SARS-CoV-2-kontaminierten Räumen zu verfahren ist, können Sie auf der Website der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nachlesen.

Bitte beachten Sie: Im Gesundheitswesen und bei der häuslichen Pflege gelten weitergehende Empfehlungen für die Reinigung und Desinfektion.

Weiterführende Informationen

Die Ausgestaltung des Arbeitsschutzes sowie die arbeitsrechtliche Beratung gehören nicht zu den Schwerpunkten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Informationen zu den Themen Arbeitsschutz und Arbeitsrecht finden Sie bei den zuständigen Behörden:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Verband Deutscher Betriebs- und Werkärzte e.V. (VDBW)

    Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM)

    Merkblätter für das berufliche Umfeld

    Merkblätter für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer / Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

    Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.07.2020