Einreise aus Corona-Risikogebieten: die aktuellen Regelungen

Bei Einreise aus einem ausgewiesenen Coronavirus-Risikogebiet im Ausland nach Deutschland bestehen Anmelde-, Nachweis- und Quarantänepflichten. Wir informieren über die aktuell geltenden Regelungen nach der Coronavirus-Einreiseverordnung.



Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete

Bei der Einreise aus ausgewiesenen Corona-Risikogebieten im Ausland gelten die Regelungen der Coronavirus-Einreiseverordnung. Diese dient dem Zweck, dass möglichst wenig Infektionen aus dem Ausland nach Deutschland hineingetragen werden, insbesondere Infektionen mit besorgniserregenden Virusvarianten. Vorgeschrieben ist eine Einreiseanmeldung und es gelten Pflichten zum Nachweis eines negativen Tests, eines vollständigen Impfschutzes oder einer Genesung sowie zur Quarantäne.

Eine aktuelle Übersicht über internationale Risikogebiete gibt das Robert Koch-Institut (RKI). Unterschieden wird zwischen einfachen Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten und Virusvariantengebieten. Die Einstufung erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Einstufung wird insbesondere nach folgenden Kriterien vorgenommen:

  • einfaches Risikogebiet: Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern) von mehr als 50 (Richtwert) in den letzten sieben Tagen sowie weitere Kriterien zur Beurteilung, ob ein erhöhtes Infektionsrisiko gegeben ist; 
  • Hochinzidenzgebiet: Inzidenz von mehr als 200 (Richtwert) sowie weitere Kriterien zur Beurteilung, ob ein besonders erhöhtes Infektionsrisiko gegeben ist; 
  • Virusvariantengebiet: Auftreten einer Variante (Mutation) des Coronavirus SARS-CoV-2 mit wahrscheinlich höherem Risiko, die noch wenig in Deutschland verbreitet ist.

 

Infografik – Einreise nach Deutschland

Die Infografik „Einreise nach Deutschland aus einem Risikogebiet“ gibt einen Überblick über Anmelde-, Nachweis- und Quarantänepflichten bei Einreise nach Deutschland.

pdf | 591 KB
Letzte Aktualisierung: 09.06.2021
Download
300 dpi | jpg | 721 KB
Letzte Aktualisierung: 09.06.2021
Download

Einreiseanmeldung nach Aufenthalt in Corona-Risikogebiet

Wenn Sie sich innerhalb der letzten zehn Tage in einem ausgewiesenen Corona-Risikogebiet – sei es ein einfaches Risikogebiet, ein Hochinzidenzgebiet oder ein Virusvariantengebiet – im Ausland aufgehalten haben, sind Sie grundsätzlich verpflichtet, vor der Einreise nach Deutschland eine digitale Einreiseanmeldung auszufüllen.

Sie erhalten eine Bestätigung Ihrer Anmeldung, die Sie mitführen und bei einer Kontrolle durch das Beförderungsunternehmen und gegebenenfalls auch bei einer Grenzkontrolle vorlegen müssen.

Ihre Reise- und Kontaktdaten werden digital an das für Ihren Zielort zuständige Gesundheitsamt übermittelt.

Falls die technischen Voraussetzungen für eine digitale Einreiseanmeldung nicht gegeben sind, müssen Sie stattdessen eine Ersatzmitteilung in Papierform ausfüllen, die in zahlreichen Sprachen zur Verfügung steht.

Nachweispflicht und Quarantäne bei Einreise aus einem einfachen Risikogebiet

Spätestens 48 Stunden nach Einreise aus einem einfachen Risikogebiet müssen Sie einen Nachweis über ein negatives Testergebnis, eine vollständige Impfung oder eine Genesung von COVID-19 erbringen. Die zuständige Behörde, in der Regel das Gesundheitsamt, kann einen entsprechenden Nachweis von Ihnen bis zu zehn Tage nach Einreise verlangen.

Als Testnachweis gelten ein Testergebnis oder ein ärztliches Zeugnis, welche bestätigen, dass keine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorliegt. Anerkannt werden PCR- und vergleichbare Tests sowie Antigen-Tests, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Statt eines negativen Testergebnisses kann auch der Nachweis einer vollständigen Corona-Schutzimpfung oder einer Genesung von COVID-19 vorgelegt werden. 

Sofern Sie mit dem Flugzeug einreisen, müssen Sie bereits vor Abreise einen negativen Corona-Test, eine vollständige Corona-Impfung oder eine Genesung von COVID-19 nachweisen können. Das gilt auch für die Einreise per Flugzeug aus Ländern, die nicht als Risikogebiete ausgewiesen sind.

Nach der Einreise aus einem Corona-Risikogebiet sind Sie grundsätzlich verpflichtet, sich unverzüglich auf direktem Wege in Ihre eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben. Beachten Sie auf dem Weg zu Ihrem Zielort die AHA-Formel! Sie müssen zehn Tage in häuslicher Quarantäne bleiben. Während der Quarantäne dürfen Sie das Haus oder die Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch empfangen. 

Bei Einreise aus einfachen Risikogebieten besteht die Möglichkeit zur Freitestung: Wenn Sie über das Einreiseportal ein negatives Testergebnis vorlegen, können Sie die häusliche Quarantäne vorzeitig beenden. Wird der Nachweis bereits vor Einreise übermittelt, so ist keine Quarantäne erforderlich. Der Nachweis einer vollständigen Corona-Schutzimpfung oder einer Genesung von COVID-19 kann einen negativen Testnachweis ersetzen und von der Einreisequarantäne befreien.

Nachweispflicht und Quarantäne bei Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet

Wenn Sie aus einem Hochinzidenzgebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet kommen, müssen Sie schon vor der Einreise gegenüber dem Beförderungsunternehmen einen negativen Corona-Test nachweisen können, der bestimmte Anforderungen erfüllen muss. Ein entsprechender Nachweis kann auch bei der Einreisekontrolle verlangt werden. Bei Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet – jedoch nicht bei Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet – ist stattdessen auch der Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung oder einer Genesung von COVID-19 möglich. 

Für Personen aus Virusvariantengebieten gilt grundsätzlich ein Beförderungsverbot. Von diesem Einreiseverbot gibt es bestimmte Ausnahmen, unter anderem für deutsche Staatsangehörige und Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland. Personen, für die diese Ausnahmen gelten, müssen bei Einreise Anmelde- sowie Nachweis- und Quarantänepflichten beachten.

Nach Aufenthalt in einem Hochinzidenzgebiet dauert die Quarantäne in der Regel 10 Tage und kann durch einen negativen Test an Tag 5 aufgehoben werden. Die häusliche Quarantäne muss nicht angetreten oder kann vorzeitig beendet werden, wenn der Nachweis über eine vollständige Corona-Impfung oder eine Genesung von COVID-19 über das Einreiseportal übermittelt wird. 

Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet beträgt die Dauer der Quarantäne 14 Tage und kann nicht durch einen negativen Test vorzeitig beendet werden. Die Pflicht zur 14tägigen Quarantäne nach Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet bleibt auch für Geimpfte und Genesene bestehen. 


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.07.2021