Coronavirus: Was ältere und chronisch kranke Menschen beachten sollten

Bei älteren Menschen sowie bei Menschen mit Vorerkrankungen verläuft eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 häufiger schwer. Wenn Sie zu diesem Personenkreis zählen, ist es besonders wichtig, das Risiko einer Ansteckung möglichst gering zu halten.



Welche Personen erkranken häufiger schwer an COVID-19?

Der Krankheitsverlauf von COVID-19 kann sehr unterschiedlich sein. Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann ohne Krankheitszeichen bleiben. Häufig kommt es zu Beschwerden wie Husten, Fieber, Schnupfen oder Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns. Es sind auch lebensbedrohliche Verläufe mit Lungenentzündungen bis hin zu Lungenversagen oder anderen Komplikationen, teilweise mit Todesfolge, möglich.

Zwar können auch Personen ohne bekannte Vorerkrankung und jüngere Menschen  schwer an COVID-19 erkranken. Bei einigen Personengruppen werden jedoch schwere Krankheitsverläufe häufiger beobachtet:

Zu den Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe zählen ältere Menschen. Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Da ihr Immunsystem weniger gut reagiert, steigt die Gefahr, schwer zu erkranken, mit dem Alter an (Immunseneszenz). In Deutschland betreffen 86 Prozent der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus Menschen ab dem Alter von 70 Jahren (Altersmedian 82 Jahre).

Auch bei Menschen mit starkem bis sehr starkem Übergewicht, mit Down-Syndrom (Trisomie 21) oder mit folgenden Vorerkrankungen verläuft COVID-19 häufiger schwer:

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck,
  • chronische Lungenerkrankungen, z. B. COPD,
  • chronische Nieren- und Lebererkrankungen,
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
  • Krebserkrankungen,
  • Schwächung des Immunsystems, z. B. aufgrund einer Erkrankung oder durch Medikamente, welche die Immunabwehr beeinflussen, wie beispielsweise Cortison.

Nicht bei jeder Person, die eine Vorerkrankung hat, verläuft eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 schwer. Das individuelle Risiko wird unter anderem davon beeinflusst, ob mehrere Risikofaktoren zusammenkommen wie beispielsweise höheres Alter und eine oder mehrere Grunderkrankungen.

Rauchen scheint das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ebenfalls zu erhöhen. Die wissenschaftliche Datenlage für diesen Faktor ist jedoch schwach.

Wie können sich besonders gefährdete Menschen vor dem Coronavirus schützen?

Für Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 ist es besonders wichtig, eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu vermeiden. Halten Sie die Kontaktbeschränkungen sowie die Verhaltens- und Hygieneregeln nach der AHA+L-Formel konsequent ein: Abstand haltenHygiene beachtenim Alltag Maske tragenregelmäßig lüften. Eine sinnvolle digitale Ergänzung, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, ist die Corona-Warn-App.

Medizinische Masken wie OP-Masken (medizinischer Mund-Nasen-Schutz) oder FFP2-Masken sind derzeit in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen Pflicht. Bei älteren Menschen oder bei Risikofaktoren wie beispielsweise einer eingeschränkten Lungenfunktion ist allerdings nicht auszuschließen, dass FFP2-Masken ungünstige gesundheitliche Auswirkungen haben. Wenn Sie zu einer Risikogruppe zählen, lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin beraten, ob eine FFP2-Maske für Sie in Frage kommt. Besprechen Sie auch, wie Sie diese richtig anlegen und wie lange Sie die FFP2-Maske tragen können.

Informieren Sie sich darüber hinaus über das Krankheitsbild von COVID-19, um Anzeichen frühzeitig zu erkennen. Bei Krankheitszeichen sollten Sie zu Hause bleiben und sich unverzüglich telefonisch an Ihre Hausarztpraxis, bei Bedarf an eine andere Arztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 oder an eine Corona-Hotline wenden. Teilen Sie mit, wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören. Weisen Sie außerdem darauf hin, falls in Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld Fälle von COVID-19 aufgetreten sind. Im Notfall, etwa bei akuter Atemnot, rufen Sie die 112 an.

Wenn Sie Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollten Sie sich auch dann telefonisch beraten lassen, wenn Sie keine Anzeichen von COVID-19 zeigen. Bitte beachten Sie auch die weiteren Empfehlungen, was bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu tun ist.

Wer hat derzeit Anspruch auf eine Corona-Impfung gegen COVID-19?

Zum Schutz gegen COVID-19 sind erste Impfstoffe zugelassen. Da zunächst nur begrenzte Mengen Impfstoff zur Verfügung stehen, kann noch nicht allen Menschen eine Corona-Schutzimpfung angeboten werden. Zunächst werden die Personengruppen geimpft, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer Erkrankung an COVID-19 haben oder bei denen berufsbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko oder enger Kontakt zu gefährdeten Personengruppen besteht.

Informieren Sie sich, ob Sie zu den Personengruppen gehören, die bereits geimpft werden können. Weitere Hinweise rund um die Corona-Impfung finden Sie in den Antworten auf häufige Fragen. Die aktuellen Impfempfehlungen zu COVID-19 können Sie auch auf den Internetseiten der Ständigen Impfkommission STIKO nachlesen.

Worauf sollten Sie während der Corona-Pandemie bei Ihrer gesundheitlichen Versorgung achten?

Nicht nur bei Krankheitszeichen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, sondern ebenso bei anderen gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen sollten Sie sich auch in Zeiten von Corona nicht scheuen, ärztlichen Rat einzuholen. In Kliniken, Arztpraxen und weiteren Gesundheitseinrichtungen ebenso wie in der Pflege gelten besondere Schutz- und Hygienekonzepte. Informieren Sie sich dort vorab telefonisch über die geltenden Regelungen.

Bei einem medizinischen Notfall sollten Sie sofort ärztliche Hilfe suchen. Rufen Sie bei Anzeichen für schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall die Notfallnummer 112 an!

Wenn Sie wegen einer chronischen Erkrankung in Behandlung sind, sollten Sie diese nicht vernachlässigen. Nehmen Sie notwendige Untersuchungs- und Kontrolltermine, Behandlungen oder sonstige Gesundheitsleistungen wahr, die Ihnen Ihr Behandlungsteam empfiehlt. Sie sollten keinesfalls ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt Ihre Therapie verändern oder absetzen.

Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt auch anstehende Vorsorgemaßnahmen. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Impfschutz gemäß den Empfehlungen der STIKO komplett ist. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt individuell beraten.

Behalten Sie auch Ihr psychisches Wohlbefinden im Blick

Die gesundheitliche Gefährdung durch das Coronavirus SARS-CoV-2 löst bei vielen Menschen Sorgen und Ängste aus. Auch Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder berufliche Veränderungen können eine psychische Belastung sein. Informationen und Hilfestellungen rund um Ihre psychische Gesundheit sowie Kontaktmöglichkeiten für persönliche Unterstützung finden Sie auf der Themenseite „Psychische Gesundheit in der Corona-Zeit“ und unter www.zusammengegencorona.de.

 

Weiterführende Informationen

Viele weitere Tipps und Infos für die Corona-Zeit – vom Bewegungsprogramm für zu Hause bis zu einer einfachen Anleitung für Videoanrufe – bietet die Internetseite „Gesund und aktiv älter werden“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Weitere Informationsangebote für ältere Menschen sowie für Menschen mit spezifischen Vorerkrankungen finden Sie im „Wegweiser“.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.02.2021