Antigen-Selbsttest: Der Test für die Eigenanwendung


Was ist ein Antigen-Selbsttest?

Antigen-Selbsttests, oft auch Laien-Selbsttests oder nur Selbsttests genannt, beruhen auf dem gleichen Prinzip wie Antigen-Schnelltests, die durch geschultes Personal durchgeführt werden: Sie weisen bestimmte Eiweiße des Coronavirus SARS-CoV-2 in den Schleimhäuten der Atemwege infizierter Personen nach. Bei Antigen-Selbsttests sind Probenentnahme und -auswertung vergleichsweise einfach, wodurch sie für die Eigenanwendung durch Privatpersonen geeignet sind.

Antigen-Selbsttests benötigen eine Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die zugelassenen Antigen-Selbsttests sind frei verkäuflich und können über das Internet, im Handel oder in Apotheken bezogen werden.

Wann ist ein Antigen-Selbsttest sinnvoll?

Selbsttests können zusätzliche Sicherheit in konkreten Situationen im Alltag geben – etwa bei einem privaten Treffen. Personen, die viel mit Menschen zu tun oder Kontakt zu Risikopersonen haben, können Antigen-Selbsttests nutzen, um zu überprüfen, ob der Verdacht auf eine Infektion besteht. Dadurch können sie ihre Mitmenschen besser schützen.

Antigen-Selbsttests können auch im Rahmen von Testkonzepten in Unternehmen, Schulen, Kindertagesstätten oder medizinischen Einrichtungen eingesetzt werden.

Welche Arten von Antigen-Selbsttests gibt es?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bietet eine Liste der zugelassenen Antigen-Selbsttests an. Bei vielen Tests erfolgt die Probenentnahme aus dem vorderen Bereich der Nase. Es sind aber auch Tests verfügbar, bei denen das Probenmaterial durch Spucken, Gurgeln oder Lutschen gewonnen wird und die insbesondere für Kinder angenehmer sein können. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) prüft die Empfindlichkeit (Sensitivität) von Antigen-Tests in einem unabhängigen Verfahren und stellt eine Liste der Antigen-Tests zu Verfügung, die die vom Robert Koch-Institut (RKI) und PEI festgelegten Mindestkriterien erfüllen. Die auf der Liste des PEI ausgewiesenen Tests sind ausreichend zuverlässig. Alle Antigen-Selbsttests können die verschiedenen Virusvarianten des Coronavirus SARS-CoV-2 ähnlich gut erkennen.

Wie läuft der Antigen-Selbsttest ab?

Die genaue Durchführung des jeweiligen Tests ist in den beiliegenden Anleitungen beschrieben. Wie auch beim Antigen-Schnelltest liegt das Testergebnis nach 15 bis 30 Minuten vor.

Wie verhalte ich mich nach einem positiven Ergebnis?

Zwar sind die Mehrzahl der Ergebnisse von Antigen-Selbsttests korrekt, doch sie sind nicht so zuverlässig wie PCR-Tests. Deswegen stellt ein positives Ergebnis lediglich einen Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 dar. Es ist keine Diagnose. Ein positives Testergebnis bei einem Selbsttest ist nicht meldepflichtig, jedoch sollte verantwortungsvoll damit umgegangen werden. Personen, die ein positives Ergebnis im Antigen-Selbsttest erhalten haben, sollten sich unverzüglich selbst isolieren (d. h. Kontakte konsequent reduzieren) und sich telefonisch mit der Hausarztpraxis oder einem geeigneten Testzentrum in Verbindung setzen, um einen PCR-Test in die Wege zu leiten und das weitere Vorgehen zu klären.

Wie verhalte ich mich nach einem negativen Ergebnis?

Ein negatives Testergebnis bedeutet, dass das Risiko infiziert und ansteckend zu sein, zum Zeitpunkt des Tests reduziert ist. Es ist jedoch nicht gleich null. Ein negatives Testergebnis kann unter Umständen nicht korrekt sein. Wenn beispielsweise wenig Viren im Körper sind, wie dies kurz nach einer Ansteckung oder in der späten Phase einer Infektion der Fall ist, kann ein Selbsttest negativ ausfallen, obwohl die getestete Person infiziert ist.

Zudem sind die korrekte Probenentnahme und Testdurchführung wichtig, um ein möglichst zuverlässiges Ergebnis zu erhalten. Daher sollten Sie auch bei einem negativen Ergebnis eines Antigen-Selbsttests unbedingt die AHA+L+A-Formel einhalten.

Wie für alle Tests gilt auch für den Antigen-Selbsttest, dass es eine Momentaufnahme ist. Umso mehr Zeit seit dem negativen Test vergangen ist, desto weniger sagt das Ergebnis darüber aus, ob man infiziert und ansteckend sein könnte.

Treten COVID-19-typische Symptome wie beispielsweise Husten, Fieber oder Schnupfen auf, sollte auch bei einem negativen Antigen-Selbsttest immer ein PCR-Test gemacht werden.

Was ist bei Kindern und Jugendlichen zu beachten?

Die Mehrzahl der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Kinder zeigt keine Symptome oder hat einen milden Krankheitsverlauf. Deswegen bleibt ihre Ansteckung oft unbemerkt oder wird erst recht spät erkannt. Daher kann es sinnvoll sein, auch Kinder und Jugendliche mit Antigen-Selbsttests zu testen. Verschiedene Arten von Antigen-Selbsttests stehen dafür zur Verfügung. Darunter befinden sich auch Tests, die auf kindliche Bedürfnisse abgestimmt wurden, wie der Nasenvorhof-Test, Speichel-Test, Gurgel-Test und Lollipop-Test. Bei der Testung von Kindern ist es wichtig, behutsam und kindgerecht vorzugehen und dennoch die Probenentnahme richtig durchzuführen. Nachfolgendes Merkblatt für Eltern gibt Hinweise, was bei der Durchführung von Selbsttests bei Kindern zu beachten ist und wie mit dem Ergebnis umgegangen werden sollte.

Anwendungshinweise für Selbsttests bei Kindern

Das Informationsblatt gibt eine Übersicht, welche Selbsttests für Kinder zur Verfügung stehen und was bei deren Anwendung zu beachten ist.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.08.2021