Test auf eine Infektion mit SARS-CoV-2

Tests auf eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 sind ein wichtiges Instrument, um Übertragungsketten zu durchbrechen und das Coronavirus einzudämmen. Oft besteht jedoch Unsicherheit, für wen ein Test ratsam ist und wie der Labortest konkret abläuft. 



Wer wird getestet

Bei Verdacht auf eine COVID-19 Erkrankung, sollte zur Abklärung ein Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 durchgeführt werden. Eine Testung auf SARS-CoV-2 wird vor allem empfohlen, wenn Krankheitszeichen einer Atemwegsinfektion (auch wenn diese nur leicht sind) oder andere Anzeichen einer COVID-19 Erkrankung vorliegen.
Wer innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einer Person hatte, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, sollte zu Hause bleiben und sich umgehend telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt wenden – auch wenn keine Krankheitszeichen vorhanden sind.

Ob ein Test durchgeführt wird, entscheidet die behandelnde Ärztin bzw. der Arzt oder das Gesundheitsamt. Durch den Test auf SARS-CoV-2 soll abgeklärt werden, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Bestätigt sich der Verdacht, werden entsprechende Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich. Bei einem negativen Testergebnis, aber begründetem Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 kann es erforderlich sein, den Test zu wiederholen.

In bestimmten Situationen können auch bei Personen ohne Krankheitszeichen Tests auf SARS-CoV-2 durchgeführt werden, beispielsweise bei einer Einweisung ins Krankenhaus. Reihentestungen können beispielsweise in Kitas oder Schulen, in Krankenhäusern oder Pflegeheimen oder Gemeinschaftsunterkünften wie Asylbewerberheimen und Justizvollzugsanstalten durchgeführt werden, wenn dort Fälle aufgetreten sind.

Die Kosten der Tests werden von den Krankenkassen getragen. Für Tests, die vom öffentlichen Gesundheitsdienst veranlasst werden, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung auch die Kosten bei Personen, die privat oder nicht versichert sind.

Was ist bei Verdacht auf eine Infektion zu tun

Wenn Sie Krankheitszeichen wie Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/ Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeine Schwäche haben, sollten Sie zu Hause bleiben, die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und in Ihrer Hausarztpraxis anrufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Außerhalb der Sprechstundenzeiten kontaktieren Sie am besten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117. In Notfällen, z.B. bei starker Atemnot, wählen Sie die 112.

Falls Sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten, sollten Sie sich telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt wenden, auch wenn Sie keine Krankheitszeichen bei sich bemerken. Die Ärztin oder der Arzt bzw. das Gesundheitsamt entscheiden, ob bei Ihnen ein Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt werden sollte und wenn ja, wo.

Wie läuft der Test ab

Eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 wird durch direkten Erregernachweis festgestellt. Hierfür wird eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege analysiert, da sich das Virus bei einer Infektion dort vermehrt. In der Regel wird die Probe mit einem speziellen Tupfer durch einen Abstrich von der Rachenwand oder aus dem Nasen-Rachenraum entnommen. Bei Krankheitszeichen der tiefen Atemwege werden Proben auch durch Hustenauswurf, Spülungen oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre gewonnen.

Die Analyse der Probe im Labor zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 erfolgt derzeit am zuverlässigsten mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Dabei handelt es sich um ein Standardverfahren in der Diagnostik von Viren. Bei der PCR wird Erbmaterial von Viren im Labor so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es zuvor nur in geringen Mengen vorlag.

Die Durchführung der PCR dauert etwa vier bis fünf Stunden. Hinzu kommen die Transportzeit ins Labor, die Vorbereitungszeit im Labor und gegebenenfalls eine Wartezeit wegen hohen Probeaufkommens. In der Regel dauert es 24 Stunden, manchmal auch bis zu zwei Tage, bis nach der Probenentnahme das Ergebnis vorliegt.

Was wird dem Gesundheitsamt gemeldet

Die Ärztin oder der Arzt, der den Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung stellt, muss dies dem Gesundheitsamt melden. Auch das Labor, das SARS-CoV-2 nachweist, muss eine Meldung an das Gesundheitsamt vornehmen. Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Übermittelt werden Angaben wie Name, Adresse und Kontaktdaten, damit das Gesundheitsamt die betroffene Person kontaktieren und die notwendigen Maßnahmen einleiten kann. Informationen zu COVID-19-Fällen werden von den Gesundheitsämtern elektronisch an die zuständigen Landesbehörden und von dort an das Robert Koch-Institut übermittelt, jedoch ohne Angabe von Name, Wohnort und Kontaktdaten der Betroffenen.

Weiterführende Informationen

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 03.07.2020