Test auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2

Tests auf eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 sind ein wichtiges Instrument, um Übertragungsketten zu durchbrechen und das Coronavirus einzudämmen. Oft besteht jedoch Unsicherheit, für wen ein Test ratsam ist und wie der Labortest konkret abläuft.



Wer wird auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet?

Menschen mit Krankheitszeichen: Bei Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung sollte zur Abklärung ein Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 durchgeführt werden. Ein Test wird vor allem empfohlen, wenn Krankheitszeichen einer Atemwegsinfektion (auch wenn diese nur leicht sind) oder andere Anzeichen einer COVID-19-Erkrankung vorliegen. Dazu gehören Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeine Schwäche. Wenn Sie solche Beschwerden haben, sollten Sie zu Hause bleiben, die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und in Ihrer Hausarztpraxis anrufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Außerhalb der Sprechstundenzeiten kontaktieren Sie am besten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117. In Notfällen, z. B. bei starker Atemnot, wählen Sie die 112.

Kontaktpersonen: Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, sollten Sie zu Hause bleiben und sich umgehend telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt wenden – auch wenn Sie keine Krankheitszeichen haben. Dies gilt auch, wenn Sie über die Corona-Warn-App als Kontaktperson identifiziert wurden.
Ob ein Test durchgeführt wird, entscheidet die behandelnde Ärztin bzw. der Arzt oder das Gesundheitsamt.

Weitere Personen: In bestimmten Situationen können auch weitere Personen ohne Krankheitszeichen auf SARS-CoV-2 getestet werden, etwa bei einer Einweisung ins Krankenhaus. Reihentestungen können beispielsweise in Kitas oder Schulen, in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Gemeinschaftsunterkünften wie Asylbewerberheimen und Justizvollzugsanstalten durchgeführt werden. Dies geschieht insbesondere dann, wenn dort Fälle aufgetreten sind.
In Regionen in Deutschland mit vielen Neuinfektionen (Richtwert: 50 Fälle pro 100.000 Einwohner über sieben Tage) kann entschieden werden, Teile bzw. die gesamte Bevölkerung zu testen.

Reiserückkehrer: Kehren Sie von einer Reise aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurück, ist ein Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 verpflichtend. Sie müssen dann entweder ein negatives Testergebnis nachweisen, das nicht älter als 48 Stunden ist oder sich nach der Einreise testen lassen – wenn möglich, am besten direkt am Flughafen oder Bahnhof, spätestens jedoch innerhalb von 14 Tagen nach der Einreise. Außerdem besteht eine Pflicht zur Absonderung (Quarantäne). Nach fünf bis sieben Tagen ist ein Wiederholungstest sinnvoll bzw. kann vom Gesundheitsamt angeordnet werden (weitere Einzelheiten und Bestimmungen siehe Themenseite „Regelungen für Reisende aus Risikogebieten“).

Wer bezahlt den Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2?

Die Kosten der Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 werden von den Krankenkassen getragen. Für Tests, die vom öffentlichen Gesundheitsdienst veranlasst werden, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung auch die Kosten bei Personen, die privat oder nicht versichert sind.

Wie läuft der Test ab?

In der Regel wird eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege entnommen, und zwar mit einem speziellen Tupfer durch einen Abstrich von der Rachenwand und/oder aus dem Nasen-Rachenraum. Aus den tiefen Atemwegen können Proben durch Hustenauswurf, Spülungen oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre gewonnen werden. Welche Methoden der Probenentnahme gewählt werden, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt im Einzelfall.

Zur Analyse der Probe im Labor ist das Verfahren der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) derzeit am zuverlässigsten. Dies ist ein Standardverfahren in der Diagnostik von Viren. Bei der PCR wird Erbmaterial von Viren im Labor so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es zuvor nur in geringen Mengen vorlag.

Die Durchführung der PCR dauert etwa vier bis fünf Stunden. Hinzu kommen die Transportzeit ins Labor, die Vorbereitungszeit im Labor und gegebenenfalls eine Wartezeit wegen hohen Probeaufkommens. In der Regel dauert es 24 Stunden, manchmal auch bis zu zwei Tage, bis nach der Probenentnahme das Ergebnis vorliegt.

Was wird dem Gesundheitsamt gemeldet?

Ärztinnen und Ärzte, die einen Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung feststellen, müssen dies an das Gesundheitsamt melden. Auch das Labor, das SARS-CoV-2 nachweist, muss eine Meldung an das Gesundheitsamt vornehmen. Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Übermittelt werden Angaben wie Name, Adresse und Kontaktdaten, damit das Gesundheitsamt die betroffene Person kontaktieren und die notwendigen Maßnahmen einleiten kann. Informationen zu COVID-19-Fällen werden von den Gesundheitsämtern elektronisch an die zuständigen Landesbehörden und von dort an das Robert Koch-Institut übermittelt, jedoch ohne Angabe von Namen, Wohnort und Kontaktdaten der Betroffenen.

Weiterführende Informationen

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 15.09.2020