Risiken und Nebenwirkungen der COVID-19-Impfstoffe

Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 sind gut wirksam und ihr Nutzen überwiegt bei weitem mögliche Risiken. Dennoch können Nebenwirkungen und in seltenen beziehungsweise sehr seltenen Fällen Impfkomplikationen auftreten.


Mögliche Impfreaktionen nach COVID-19-Impfungen

Wie auch bei allen anderen Impfstoffen kann es nach einer Impfung mit COVID-19-Impfstoffen zu Nebenwirkungen kommen. Als Zeichen der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff können vorübergehende Reaktionen wie Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle, erhöhte Temperatur, Fieber, Kopfschmerzen oder grippeähnliche Beschwerden auftreten. Solche Reaktionen entwickeln sich meist innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung und halten in der Regel nur wenige Tage an. Impfreaktionen können bei allen aktuell erhältlichen Impfstoffen auftreten:

  • mRNA-Impfstoffe: Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) und COVID-19 und Spikevax® (COVID-19 Vaccine Moderna)
  • Vektorimpfstoffe: Vaxzevria® (AstraZeneca) und COVID-19 Vaccine Janssen® (Johnson & Johnson).

Im Aufklärungsmerkblatt der mRNA-Impfstoffe und im Aufklärungsmerkblatt der Vektorimpfstoffe werden die in den Zulassungsstudien der Impfstoffe am häufigsten berichteten Impfreaktionen in ihrer Häufigkeit vorgestellt.

Mögliche Impfkomplikationen nach COVID-19-Impfungen

Impfkomplikationen sind über typische Impfreaktionen wie beispielsweise Schmerzen an der Einstichstelle oder erhöhte Temperatur hinausgehende Folgen einer Impfung, die den Gesundheitszustand der geimpften Person deutlich belasten. Impfkomplikationen sind generell selten beziehungsweise sehr selten. Dies gilt auch für die Impfstoffe gegen COVID-19.

Im Aufklärungsmerkblatt der mRNA-Impfstoffe sowie im Aufklärungsmerkblatt der Vektorimpfstoffe werden nicht nur die häufig auftretenden Impfreaktionen beschrieben, sondern auch selten und sehr selten beobachtete Impfkomplikationen, für die ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung für möglich gehalten beziehungsweise untersucht wird. Selten bedeutet, dass eine Reaktion bei einer bis zehn von 10.000 geimpften Personen auftritt. Sehr selten bedeutet, dass eine bestimmte Reaktion bei weniger als einer geimpften Person pro 10.000 geimpften Personen auftritt.

Die Aufklärungsmerkblätter zu den verschiedenen Impfstoffen werden regelmäßig auf Basis aktueller Erkenntnisse zu Impfnebenwirkungen und Impfkomplikationen aktualisiert.

Überwachung der Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe auch nach der Zulassung

Vor der Zulassung werden in Studien mit einigen Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe intensiv untersucht. Wie für alle anderen Impfstoffe und Arzneimittel gilt aber auch für COVID-19-Impfstoffe, dass zum Zeitpunkt der Zulassung nicht alle möglichen Nebenwirkungen bekannt sein können. Das gilt ganz besonders für sehr seltene Nebenwirkungen. Aus diesem Grund werden die Arzneimittel auch nach ihrer Zulassung – und unabhängig vom Hersteller – weiter intensiv überwacht. Ein wichtiger Bestandteil dieser Nachbeobachtung ist die Auswertung der gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen. Beschäftigte in Gesundheitsberufen, aber auch jede geimpfte Person oder ihre Angehörigen können Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen nach Impfung mit einem COVID-19-Impfstoff unter anderem online melden.

Geimpfte Personen können zudem an einer Beobachtungsstudie teilnehmen, die das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) durchführt. Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Smartphone-App SafeVac 2.0 als Teil der aktiven Überwachung der Sicherheit und Verträglichkeit von COVID-19-Impfstoffen entwickelt. Mit der App können Geimpfte digital Auskunft geben, wie sie ihre Impfung vertragen haben. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden mit Hilfe der App zu festgelegten Zeitpunkten Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand gestellt. Die Befragung ermöglicht es dem Paul-Ehrlich-Institut, zusätzliche Daten zur Verträglichkeit bzw. zur Häufigkeit, Schwere und Dauer von unerwünschten Reaktionen zu ermitteln.

Wichtig ist zu beachten, dass körperliche Reaktionen in zeitlicher Nähe zu einer Impfung nicht unbedingt durch die Impfung verursacht worden sein müssen, sondern teilweise auch zufällig zu diesem Zeitpunkt auftreten. Dennoch sollten alle möglichen Nebenwirkungen gemeldet werden, die über vorübergehende und typische Impfreaktionen wie beispielsweise Schmerzen oder Schwellung an der Einstichstelle, Kopf- oder Gliederschmerzen oder erhöhte Temperatur hinausgehen. Dies ermöglicht es, neue Hinweise auf Nebenwirkungen zu entdecken und zu prüfen, ob ein möglicher Zusammenhang mit der Impfung bestehen könnte.

Das Paul-Ehrlich-Institut informiert in regelmäßig erscheinenden Berichten über alle in Deutschland gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach COVID-19-Impfungen seit Beginn der Impfungen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen


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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.09.2021