Corona-Schutzimpfung bei Schwangeren und Stillenden

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Stillenden die Impfung gegen COVID-19. Die Impfempfehlung gilt ausdrücklich für alle Frauen im gebärfähigen Alter.



Warum ist ein Impfschutz gegen COVID-19 bei Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Stillzeit so wichtig?

Schwangere und Stillende sollten einen Impfschutz gegen COVID-19 haben, um selbst vor schweren COVID-19-Verläufen geschützt zu sein, aber auch, um Komplikationen bei ihrem Kind vor und nach der Geburt vorzubeugen bzw. zu verhindern.

Frauen im gebärfähigen Alter (insbesondere mit Kinderwunsch) sollten sich ebenfalls gegen COVID-19 impfen lassen, um bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft geschützt zu sein.

In Studien wurde gezeigt:

  • Die Impfung mit mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 schützt Schwangere wie auch Frauen, die nicht schwanger sind, sehr gut vor einer Erkrankung an COVID-19 sowie insbesondere vor schweren COVID-19-Verläufen, die eine Aufnahme ins Krankenhaus erforderlich machen.
  • Bei einer Schwangerschaft ist das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 erhöht. Dies gilt besonders, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen, wie zum Beispiel starkes Übergewicht (Adipositas), Bluthochdruck oder Diabetes.
  • Etwa zehn Prozent der Schwangeren oder Frauen im Wochenbett mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion oder einem Verdacht auf eine Infektion entwickeln einen schweren Verlauf von COVID-19. Im Vergleich zu Frauen gleichen Alters, die nicht schwanger sind, werden Schwangere mit COVID-19 häufiger auf Intensivstationen aufgenommen.
  • Komplikationen wie Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) treten bei Frauen, die an COVID-19 erkrankt sind, häufiger auf als bei Schwangeren ohne COVID-19.   
  • Mütterliche Antikörper, die das Immunsystem nach Impfung als Schutz gegen SARS-CoV-2 bildet, werden auch auf das Ungeborene übertragen. Allerdings ist nicht eindeutig geklärt, ob dadurch ein Schutz für das Neugeborene erzielt werden kann.
  • Nach einer COVID-19-Impfung sind bei Stillenden vermehrt Antikörper gegen SARS-CoV-2 in der Muttermilch zu finden. Die schützende Wirkung von Antikörpern gegen COVID-19 ist bei Säuglingen von geimpften Müttern bisher allerdings nicht belegt.

Die Corona-Schutzimpfung in Schwangerschaft und Stillzeit

Sie sind in einem Alter, in dem Sie Kinder bekommen können? Sie haben einen Kinderwunsch oder sind schwanger? Sie stillen Ihr Kind? Das Merkblatt beantwortet die wichtigsten Fragen zur Impfempfehlung und unterstützt bei der Entscheidung zur Corona-Schutzimpfung.

Deutsch | pdf | 449 KB
Letzte Aktualisierung: 24.06.2022
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Merkblatt in Leichter Sprache | pdf | 826 KB
Letzte Aktualisierung: 22.12.2021
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Was empfiehlt die STIKO für Schwangerschaft und Stillzeit?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für bisher nicht geimpfte oder unvollständig geimpfte Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (ab 13. Schwangerschaftswoche) sowie für stillende Frauen.

Ziele der Impfung von Schwangeren und Stillenden sind

  • die Verhinderung von schweren COVID-19-Verläufen und von Todesfällen bei Schwangeren und Stillenden,
  • die Verhinderung von Schwangerschaftskomplikationen für Mutter und Kind durch eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und
  • die Verhinderung von Komplikationen in Bezug auf das ungeborene und das neugeborene Kind.

Die STIKO empfiehlt bei ungeimpften Frauen die zweifache Impfung gegen COVID-19 mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und bei nur einmal geimpften Frauen die zweite Corona-Impfung ebenfalls mit dem COVID-19-Impfstoff Comirnaty®. Der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung beträgt bei Comirnaty® drei bis sechs Wochen.

Wenn die Schwangerschaft nach bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollte die Zweitimpfung erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel mit Comirnaty® erfolgen. Sollte versehentlich eine COVID-19-Impfung im ersten Schwangerschaftsdrittel (bis einschließlich zwölfter Schwangerschaftswoche) erfolgt sein, ist dies kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.

Für Schwangere, die bereits zweimal geimpft sind, wird ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel eine Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty® in einem Abstand von drei Monaten zur Grundimmunisierung empfohlen.

Die Anwendung des proteinbasierten Impfstoffs Nuvaxovid® (Novavax) während der Schwangerschaft und Stillzeit wird aufgrund fehlender Daten zum jetzigen Zeitpunkt von der Ständigen Impfkommission (STIKO) nicht empfohlen. Eine Impfung mit Nuvaxovid® in der Schwangerschaft und Stillzeit kann jedoch im Einzelfall erwogen werden, wenn es produktspezifische medizinische Gründe gibt, die gegen eine Impfung (Kontraindikation) mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) sprechen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, den Impfstoff Spikevax® von Moderna auf die Anwendung für die Altersgruppe ab 30 Jahren zu beschränken und jüngere Personen mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer zu impfen. Grund für diese Alterseinschränkung ist, dass bei unter 30-Jährigen das Risiko des Auftretens einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Spikevax® von Moderna höher ist als mit Comirnaty®. Zudem soll auch eine Impfung von Schwangeren unabhängig vom Alter vorsorglich nur mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer erfolgen.

Was empfiehlt die STIKO Frauen im gebärfähigen Alter?

Die STIKO empfiehlt allen noch nicht oder unvollständig geimpften Frauen im gebärfähigen Alter, besonders wenn sie schwanger werden möchten, sich vor Eintritt einer Schwangerschaft gegen COVID-19 impfen zu lassen.

Dadurch besteht bereits vor Beginn einer (ggf. ungeplanten) Schwangerschaft der bestmögliche und vollständige Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 für Schwangere und ihr Kind.

Da keine Impfung eine 100prozentige Sicherheit bieten kann, ist es auch für Geimpfte sinnvoll, die AHA+L+A-Formel zu beachten: Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag in bestimmten Situationen Maske tragen, regelmäßig lüften und Corona-Warn-App nutzen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.06.2022