Boostern: Auffrischimpfung gegen COVID-19

Viele Menschen sind inzwischen gegen COVID-19 geimpft. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Personen ab 18 Jahren eine Auffrischimpfung (Booster-Impfung). Doch wann und womit soll die Booster-Impfung erfolgen?



Was ist eine Auffrischimpfung und wozu dient sie?

Bei einer Auffrischimpfung (auch Auffrischungsimpfung oder Booster-Impfung genannt) handelt es sich um eine weitere einzelne Impfung nach der Grundimmunisierung. Die Grundimmunisierung besteht bei COVID-19 Vaccine Janssen® (Johnson & Johnson) aus einer Impfdosis, bei allen anderen COVID-19-Impfstoffen aus zwei Impfstoffdosen in festgelegten Zeitabständen. Allerdings empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) zur Optimierung der Grundimmunisierung nach Impfung mit dem COVID-19 Vaccine Janssen® eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Diese sollte ab 4 Wochen nach der Erstimpfung erfolgen.

Auffrischimpfungen dienen generell dazu, einem nachlassenden Immunschutz entgegenzuwirken. In festgelegten Zeitabständen sind Auffrischimpfungen bereits gegen unterschiedliche Erreger wie beispielsweise Tetanus und Diphtherie empfohlen, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten.

Auch bei dem Coronavirus SARS-CoV-2 sind Auffrischimpfungen erforderlich: Mit zunehmendem Zeitabstand zur Grundimmunisierung können sich auch Geimpfte mit SARS-CoV-2 infizieren und das Virus weitergeben. Eine Booster-Impfung kann die SARS-CoV-2-Übertragung auch von infizierten Geimpften auf andere Personen deutlich reduzieren.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) prüft kontinuierlich die Notwendigkeit von Booster-Impfungen und spricht auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse entsprechende Empfehlungen mit Hinweisen zu den Impfabständen und gegebenenfalls auch zu dem zu verwendenden Impfstoff aus.


Für wen wird aktuell eine Auffrischimpfung gegen COVID-19 empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff:

  • Personen ab 18 Jahren
  • insbesondere Personen gefährdeter Gruppen oder Personen, die viel Kontakt zu diesen haben (z. B. Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder Pflegepersonal)
  • auch Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, das bedeutet ab der 13. Schwangerschaftswoche
  • auch Personen, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion eine Impfstoffdosis erhalten haben (in der Regel 6 Monate nach der vorangegangenen Impfung)
  • auch Personen, die nach COVID-19-Impfung – unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen – eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben (im Abstand von 6 Monaten nach Infektion)

Zu welchem Zeitpunkt soll die Booster-Impfung erfolgen?

Die Auffrischung sollte bei Personen, die die Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen erhalten haben, in der Regel 6 Monate nach Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis erfolgen. Eine Ausnahme bilden Personen mit schwerer Immunschwäche (siehe „Was sollten Personen mit Immunschwäche bei der COVID-19-Impfung beachten?“).

Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten ist davon auszugehen, dass Personen mit gesundem Immunsystem für mindestens 6 Monate durch die COVID-19-Impfstoffe vor einer schweren Erkrankung an COVID-19 geschützt sind. Im höheren Alter und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem lässt der Schutz vor schwerer Erkrankung etwas früher nach. Bevorzugt sollten aktuell daher ältere und vorerkrankte Personen eine Auffrischimpfung erhalten.

Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind, erwogen werden.


Mit welchem Impfstoff soll die Auffrischimpfung erfolgen?

Für die zusätzliche Impfung soll einer der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe genutzt werden. Dies sind Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® von Moderna. Spikevax® wird zur Auffrischimpfung in der halben Dosierung eingesetzt (50 µg), bei Personen mit Immunschwäche in der normalen Dosierung (100 µg).

Sollte bereits bei der Grundimmunisierung ein mRNA-Impfstoff eingesetzt worden sein, ist die Empfehlung, möglichst auch diesen mRNA-Impfstoff für die Booster-Impfung zu verwenden. Sollte dieser Impfstoff nicht verfügbar sein, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission spricht zudem für bestimmte Personengruppen folgende konkrete Empfehlungen aus:

Bei unter 30-Jährigen empfiehlt die STIKO, für die COVID-19-Auffrischimpfung (auch für die Grundimmunisierung) nur noch den mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/ Pfizer einzusetzen. Grund für diese Alterseinschränkung ist, dass bei unter 30-Jährigen das Risiko des Auftretens einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Spikevax® von Moderna höher ist als mit Comirnaty®. Bei Personen ab 30 Jahren sind beide mRNA-Impfstoffe (Comirnaty® und Spikevax®) gleichermaßen geeignet.

Die STIKO empfiehlt zudem, dass Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche zur Impfung unabhängig vom Alter und auch unabhängig von vorher verwendeten Impfstoffen mit Comirnaty® geimpft werden.

Die STIKO prüft kontinuierlich die verfügbaren Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe sowie zum Infektionsgeschehen in Deutschland und wird bei weiterem Bedarf die Impfempfehlungen entsprechend prüfen und gegebenenfalls anpassen.

Informationen zu Impfmöglichkeiten in Ihrer Nähe und wie Sie sich für die Auffrischimpfung in Ihrem Bundesland anmelden können, finden Sie auf der Seite www.116117.de bzw. auf der jeweiligen Seite Ihres Bundeslandes. Impfbusse und andere Impfaktionen ermöglichen ohne Terminvergabe Impfungen vor Ort (weitere Infos unter www.zusammengegencorona.de).


Was sollten Personen mit Immunschwäche bei der COVID-19-Impfung beachten?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Personen mit Immunschwäche (Immundefizienz):

  • Bisher ungeimpfte Personen mit Immunschwäche (Immundefizienz) sollten zunächst die Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff durchführen lassen. Die Impfserie besteht aus zwei Impfstoffdosen im Abstand von 3 bis 6 Wochen (Comirnaty®) bzw. 4 bis 6 Wochen (Spikevax®). Bei Personen unter 30 Jahren und Schwangeren ab der 13. Schwangerschaftswoche empfiehlt die STIKO ausschließlich die Verwendung von Comirnaty® von BioNTech/Pfizer.
  • In der Regel 6 Monate nach der COVID-19-Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff sollte eine zusätzliche Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff verabreicht werden (siehe „Für wen wird aktuell eine Auffrischimpfung gegen COVID-19 empfohlen?“).
  • Personen, die bisher als erste Impfstoffdosis einen vektorbasierten Impfstoff (Vaxzevria® oder COVID-19 Vaccine Janssen®) erhalten haben, sollten frühestens 4 Wochen danach eine Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty® oder Spikevax®) erhalten. Auch hier gilt bei Personen unter 30 Jahren und Schwangeren ab der 13. Schwangerschaftswoche die Empfehlung, ausschließlich Comirnaty® von BioNTech/Pfizer zu verwenden.
  • Personen, bei denen eine stark verminderte Immunantwort zu erwarten ist, die beispielsweise durch einen schweren angeborenen Immundefekt, eine Organtransplantation oder eine dauerhafte systemische Behandlung mit Immunsuppressiva in höheren Dosierungen entstanden ist, kann die dritte Impfstoffdosis bereits 4 Wochen nach der zweiten Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie verabreicht werden.
  • Eine Antikörpertestung wird nicht grundsätzlich empfohlen, da nicht bekannt ist, ab welchem Wert auf eine dritte Impfung verzichtet werden könnte. Jedoch sollte bei Patientinnen und Patienten mit schwerer Immundefizienz frühestens 4 Wochen nach der zweiten Impfstoffdosis UND frühestens 4 Wochen nach der dritten Impfstoffdosis jeweils eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein erfolgen.
  • Bei Personen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine einmalige Impfstoffdosis ausreicht oder eine vollständige Impfserie verabreicht werden sollte. Dies hängt von Art und Schweregrad der Immundefizienz ab.
  • Kontaktpersonen von Personen mit Immundefizienz sollen unbedingt vollständig geimpft sein. Dies gilt auch für andere Impfungen, wie zum Beispiel gegen Grippe (Influenza). Auch die Booster-Impfung gegen COVID-19 ist besonders wichtig. Die Kontaktpersonen sollten im Umgang mit schwer immundefizienten Personen zudem nicht auf einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz verzichten.
  • Diese Empfehlungen gelten entsprechend der Zulassung für Comirnaty® und Spikevax® ab einem Alter von 12 Jahren. Für Personen unter 30 Jahren sowie Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche empfiehlt die STIKO jedoch ausschließlich die Verwendung des mRNA-Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer.

Die Impfung gegen COVID-19 kann gleichzeitig mit weiteren Impfungen durchgeführt werden, für die Totimpfstoffe verwendet werden (siehe auch „Welche unterschiedlichen Impfstoffe gibt es?“). Das gilt beispielsweise auch für eine Impfung gegen Grippe (Influenza) mit einem Totimpfstoff (bis auf einen Grippeimpfstoff für Kinder handelt es sich bei allen Grippeimpfstoffen um Totimpfstoffe).

Bei einer gleichzeitigen Gabe von zwei Impfstoffen ist zu beachten, dass Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten können. Wirksamkeit und Sicherheit sind bei gleichzeitiger Anwendung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen jedoch vergleichbar zur jeweils alleinigen Anwendung.

Antworten auf häufig gestellte Fragen


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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.12.2021