Corona-Schutzimpfung gegen COVID-19

Inzwischen sind in Deutschland vier Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zugelassen und weitere werden erwartet. Wir informieren über die Impfstoffentwicklung und -zulassung, die Verteilung des Impfstoffs und wer zunächst geimpft werden soll.

AstraZeneca und Johnson & Johnson: Impfreihenfolge aufgehoben

10.05.2021: Bund und Länder haben beschlossen, die Impfreihenfolge für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson aufzuheben. Seit vergangener Woche gilt dies bereits für den Impfstoff von AstraZeneca.

Da wie bei dem Impfstoff von AstraZeneca sehr selten schwere Nebenwirkungen in Form von Hirnvenenthrombosen auftreten können, schlägt die Ständige Impfkommission (STIKO) vor, mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson ebenfalls in erster Linie Personen über 60 Jahren zu impfen. Nach Aufklärung durch die Ärztin bzw. den Arzt und eigener Risikoabwägung können sich jedoch weiterhin auch jüngere Erwachsene mit einem der beiden Impfstoffe impfen lassen.

Weitere Informationen rund um das Thema Corona-Schutzimpfung finden Sie in unseren Fragen und Antworten.

 



Verschiedene Impfstoffe gegen COVID-19

Impfungen mit wirksamen und verträglichen Impfstoffen sind eine effektive Maßnahme, die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst vor COVID-19 zu schützen. Erste Impfstoffe sind zugelassen, weitere Impfstoffe gegen COVID-19 befinden sich noch in der Entwicklung.
Alle Impfstoffkandidaten zeigen unserem Immunsystem bestimmte Teile (Antigene) des Coronavirus SARS-CoV-2, sodass ein Immunschutz gegen das Virus aufgebaut werden kann, ohne die Erkrankung auszulösen. Die unterschiedlichen Kandidaten nutzen dabei sehr verschiedene Ansätze. Es gibt drei Hauptentwicklungslinien: mRNA/DNA-Impfstoffe, Impfstoffe mit Vektorviren und Totimpfstoffe mit Virusproteinen (siehe auch „Mit welchen Technologien werden Impfstoffe gegen Viren entwickelt?“). 

Am 22. Dezember 2020 und am 6. Januar 2021 wurden in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland zwei mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen. Zwei weitere Impfstoffe, die ein für Menschen harmloses Virus als Vektor nutzen, erhielten am 29. Januar und am 11. März 2021 ebenfalls die Zulassung.
RNA-Impfstoffe enthalten den Bauplan von einem bestimmten Teil des Erregers (Antigen) in Form von Boten-RNA (messenger RNA, mRNA). Es handelt sich dabei um Baupläne für ein Protein des Virus (Antigen), das nach der Impfung in wenigen Körperzellen hergestellt wird (weitere Infos siehe „Was wissen wir über mRNA-Impfstoffe (z. B. Moderna und BioNTech/Pfizer?“). 

Vektorbasierte Impfstoffe bestehen aus harmlosen Viren, die gentechnisch so verändert wurden, dass sie in ihrem Erbgut den Bauplan für einen oder mehrere Bestandteile des Coronavirus SARS-CoV-2 enthalten (weitere Infos siehe Was wissen wir über vektorbasierte Impfstoffe (z. B. COVID-19 Vaccine AstraZeneca?“).

Impfstoffentwicklung und Zulassung

Aus verschiedenen Gründen wurde es möglich, innerhalb eines Jahres einen ersten Impfstoff gegen COVID-19 zuzulassen: Zum einen, weil Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Forschungsvorarbeiten zu anderen Coronaviren und entsprechenden Impfstoffentwicklungen (beispielsweise zum SARS-Coronavirus von 2003 und zum MERS-Coronavirus) aufbauen konnten. Zum anderen profitierte die Impfstoffentwicklung von frühen wissenschaftlich-regulatorischen Beratungen durch die Arzneimittelbehörden. Zudem wurde Zeit gespart, indem verschiedene Phasen klinischer Prüfungen – d. h. die Erprobung der Impfstoffe an gesunden Freiwilligen –, die normalerweise nacheinander stattfinden, kombiniert wurden (siehe auch „Wie verläuft die Entwicklung eines Impfstoffes gegen ein neues unbekanntes Virus wie das SARS-CoV-2?“). 

Eine weitere Beschleunigung konnte durch das sogenannte Rolling-Review-Verfahren erreicht werden: Dieses Verfahren erlaubt es den Impfstoffherstellern, noch während die letzte große klinische Phase-3-Prüfung des Impfstoffs läuft, bereits einzelne Datenpakete zur Vorab-Bewertung vorzulegen. Dies ermöglicht eine raschere Zulassung im Anschluss.

Impfstoffentwicklung und -zulassung von COVID-19-Impfstoffen

Verteilung des Impfstoffs und geplante Impfpraxis

Nach der Zulassung stehen zunächst nur begrenzte Mengen an Impfstoffen gegen COVID-19 zur Verfügung. Daher kann die Corona-Schutzimpfung anfänglich nur bestimmten Personengruppen angeboten werden.

Die Verteilung der Corona-Schutzimpfungen erfolgte zunächst über Impfzentren, die von den Bundesländern eingerichtet wurden. Zudem gibt es mobile Impfteams, die beispielsweise stationäre Pflegeeinrichtungen aufsuchen. Informationen zu den Impfzentren und deren Organisation finden Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Bundesländer. Seit Anfang April sind Impfungen zudem in Hausarztpraxen möglich.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat Empfehlungen zur COVID-19-Impfung veröffentlicht. Diese werden bei Bedarf (z. B. Zulassung eines neuen Impfstoffs) aktualisiert. Auf Basis dieser Empfehlungen erlässt die Bundesregierung eine Impfverordnung, in der die Priorisierung der Impfung festgelegt ist. Die Empfehlung, wer zuerst geimpft werden soll, hat nur solange Gültigkeit, bis genügend Impfstoff verfügbar ist. Mittelfristig ist es das Ziel, allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zur Corona-Schutzimpfung anbieten zu können. Zunächst sollen die Personengruppen geimpft werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer Erkrankung an COVID-19 haben oder bei denen berufsbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko oder enger Kontakt zu gefährdeten (vulnerablen) Personengruppen besteht (siehe auch „Wer wird in welcher Priorisierungsgruppe geimpft?“). Die Impfreihenfolge soll im Juni aufgehoben werden.

Anmeldung zur Corona-Schutzimpfung

Im Impfzentrum

Die Vergabe der Impftermine regeln die Bundesländer. Je nach Bundesland erfolgt die Anmeldung entweder telefonisch unter 116117, eine eigene Hotline oder online über einen zentralen Impfterminservice. Zum Teil erhalten bestimmte Personengruppen auch per Post eine Einladung. Informationen darüber, wo geimpft wird und wie Sie sich für die Impfung in Ihrem Bundesland anmelden können, finden Sie auf der Seite www.116117.de.


In der Arztpraxis

Die Praxen regeln die Terminvergabe selbst. Eine zentrale Einladung gibt es nicht. Personen, die aktuell einen Impfanspruch haben, können sich direkt an die Hausarztpraxis wenden. Die Ärztinnen und Ärzte können ihre Patientinnen und Patienten gezielt ansprechen, so dass die Impfreihenfolge eingehalten werden kann.

Weitere Informationen hierzu finden sich in den FAQs „Corona-Schutzimpfung in Arztpraxen

FAQs zur Corona-Schutzimpfung

In unseren FAQs – häufigen Fragen und Antworten – finden Sie viele weitere Informationen rund um die Impfstoffe und die Corona-Schutzimpfungen, beispielsweise zu Zulassungs- und Verteilungsfragen, zu Wirksamkeit und Sicherheit sowie zur STIKO-Impfempfehlung.

Weiterführende Informationen

  • Viele Informationen rund um die Corona-Schutzimpfung bietet die Seite „Coronavirus und COVID-19“ des Paul-Ehrlich-Instituts, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI).

  • Nützliche Materialien rund um die Corona-Schutzimpfung zum Herunterladen finden Sie auf der Seite „Zusammen gegen Corona“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sowie auf den Seiten des Robert Koch-Instituts (RKI), unter anderem:

  • Aufklärungsmerkblatt: : Zur Schutzimpfung gegen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) – mit mRNA-Impfstoff; Stand 06.05.2021
    Dieses Aufklärungsmerkblatt steht in weiteren 21 Sprachen zur Verfügung

  • Aufklärungsmerkblatt: Zur Schutzimpfung gegen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) – mit vektorbasiertem Impfstoff; Stand 23.04.2021
    Dieses Aufklärungsmerkblatt steht in weiteren 21 Sprachen zur Verfügung

  • Fragebogen und Einwilligung: Schutzimpfung gegen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) – mit mRNA Impfstoff oder mit Vektorimpfstoff

  • Aidminutes App: Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) wurde zur Unterstützung des Impf-Personals in den Impfzentren eine mehrsprachige App entwickelt (inkl. Gebärdensprache) für informierte Aufklärung und Anamnese von nicht-deutschsprachigen oder sehgeschädigten Personen sowie von Gehörlosen – zum kostenlosen Download über Apple oder Google.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.05.2021