Immunität: Wann gelte ich als geschützt gegen COVID-19?

Viele Menschen sind von COVID-19 genesen oder dagegen geimpft. Wer gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geschützt ist, genießt einige Lockerungen im Alltag. Doch wann gelten Geimpfte und Genesene als geschützt, welche Nachweise sind erforderlich?



Was ist Immunität und wie entsteht dieser Schutz gegen Krankheitserreger?

Immunität beschreibt in der Biologie und Medizin die Widerstandskraft des Körpers gegen Krankheitserreger. Besteht Immunität gegen einen bestimmten Erreger, bedeutet dies in der Regel, dass der Körper vor einer bestimmten Erkrankung geschützt ist.

Immunität entsteht, indem das Immunsystem zunächst mit dem Krankheitserreger oder Bestandteilen davon in Kontakt kommt. Der Kontakt löst eine Immunantwort des Körpers aus, bei der es zur Ausbildung schützender Antikörper und Immunzellen gegen den Erreger kommt. So kann ein Schutz aufgebaut werden, der abhängig von der Art des Kontaktes und des Erregers für eine bestimmte Zeit oder teilweise auch lebenslang anhält.

Immunität kann auf drei unterschiedlichen Wegen entstehen:

  • Schutz durch natürliche Ansteckung mit dem Erreger: Der Erreger kann zur Erkrankung führen und löst im Körper eine Reaktion des Immunsystems aus. Die zwei Säulen des Immunsystems – das angeborene und das erworbene Immunsystem – reagieren und wehren den Erreger ab bzw. entwickeln Abwehrmechanismen. Bei erneutem Kontakt mit dem Erreger kann das Immunsystem dann effizient und gezielt eine Erkrankung verhindern.
  • Schutz durch Impfung: Durch eine Impfung wird das Immunsystem aktiviert, ohne dass der eigentliche aktive Erreger in den Körper gelangt. Es können zwar Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten, jedoch wird keine Erkrankung wie durch natürliche Ansteckung mit dem Erreger ausgelöst. Eine erfolgreiche und vollständige Impfung baut einen Schutz durch Antikörper und spezifische Immunzellen auf. Dadurch wird eine Erkrankung bei Kontakt mit dem Erreger verhindert.
  • Passive Immunisierung durch Antikörper: Bei der passiven Immunisierung werden direkt Antikörper (Immunglobuline) verabreicht, die beispielsweise eine andere, genesene Person nach einer Erkrankung gebildet hat.

Wer gilt als geschützt vor COVID-19?

Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand und gemäß COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung gelten folgende Personen als geschützt vor COVID-19 beziehungsweise haben einen Immunschutz:

  • Personen, die vollständig gegen COVID-19 geimpft sind (Personen, die noch nicht nachweislich an COVID-19 erkrankt waren und alle erforderlichen Dosen eines Impfstoffs erhalten haben sowie Personen, die an COVID-19 erkrankt waren und eine Impfdosis erhalten haben),
  • Personen, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 genesen sind (innerhalb der ersten sechs Monate nach Infektion oder wenn sie zusätzlich eine Impfdosis erhalten haben).

Dabei müssen jedoch bestimme Bedingungen erfüllt sein.

Schutz durch Impfung

Als geschützt gelten Personen, die noch nicht nachweislich an COVID-19 erkrankt waren, die alle vorgesehenen Dosen eines in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoffs erhalten haben und bei denen seit der letzten Impfung mindestens 14 Tage vergangen sind. Die nachfolgende Tabelle gibt hierzu eine Übersicht. Die nachfolgende Tabelle gibt hierzu eine Übersicht.

Tabelle 1: Schutz gegen COVID-19 durch vollständige Impfung (Quelle: Robert Koch-Institut, Stand 09.07.2021)

Immunität durchImpfung mit einem der zugelassenen ImpfstoffeVollständige ImpfungImpfabstandVollständiger Schutz

Impfung



Comirnaty® (BioNTech/Pfizer)2 Impfungen3-6 Wochen*14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
Spikevax® (Moderna)2 Impfungen4-6 Wochen*14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
Vaxzevria® (AstraZeneca)2 Impfungen4-12 Wochen*14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
Vaxzevria® gefolgt von Comirnaty® oder Spikevax® (heterologes Impfschema)jeweils 1 Impfdosis, insgesamt 2 Impfungenab 4 Wochen14 Tage nach Gabe der letzten Dosis
COVID-19 Vaccine Janssen® (Janssen-Cilag International)1 Impfung-14 Tage nach Impfung

* Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der 1. und 2. Impfung überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) geht davon aus, dass einige Menschen trotz vollständiger Impfung keinen wirksamen Corona-Immunschutz aufbauen. Dies gilt insbesondere für Personen mit einem geschwächten Immunsystem. So gibt es zum Beispiel Studien, die zeigen, dass die Impfung gegen COVID-19 bei einigen Menschen, die durch die Einnahme von Medikamenten ein geschwächtes Immunsystem haben, nicht so gut wirkt. Daher ist es generell, auch nach der Impfung, wichtig, das Ansteckungsrisiko im Umfeld so weit wie möglich zu verringern, insbesondere durch die Einhaltung der AHA+L+A-Formel.

Zu anderen planbaren Impfungen (z. B. der Tetanus- oder Grippeimpfung) soll ein Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach jeder COVID-19-Impfung eingehalten werden. Notfallimpfungen sind von dieser Empfehlung ausgenommen.

 

Schutz durch Infektion und eventuell zusätzliche Impfung

Auch Personen, die von COVID-19 genesen sind, gelten gemäß den Vorgaben der Ständigen Impfkommission (STIKO) und des Robert Koch-Instituts (RKI) unter bestimmten Voraussetzungen als geschützt (siehe Tabelle 2):

  • Personen, die eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben und die einen Nachweis für ihre Erkrankung in Form eines positiven PCR-Testergebnisses haben, der weniger als 6 Monate zurückliegt,
  • Personen, die eine Infektion mit SARS-CoV-2 hatten (PCR-bestätigt), die mehr als 6 Monate zurückliegt, und einmalig mit einem COVID-19-Impfstoff geimpft wurden,
  • Personen, die einmal geimpft wurden und nach der ersten Impfstoffdosis eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, sofern diese weniger als 6 Monate zurückliegt,
  • Personen, die einmal geimpft wurden, nach der ersten Impfstoffdosis eine SARS-CoV-2-Infektion hatten und ein weiteres Mal geimpft wurden.

Tabelle 2: Schutz gegen COVID-19 durch Genesung und ggf. zusätzliche Impfung (Quelle: Robert Koch-Institut, Stand 09.07.2021)

Immunität durchNachweisZeitpunkt
Infektion
ImpfungVollständiger Schutz
Infektion mit SARS-CoV-2 und einmalige Impfungdirekter Nachweis (PCR-Test) zum Zeitpunkt der Infektion-in der Regel 6 Monate nach Diagnose empfohlen, ab 4 Wochen nach Abklingen der Symptome möglich sofortiger Schutz nach der Impfung
Infektion mit SARS-CoV-2 direkter Nachweis (PCR-Test) zum Zeitpunkt der Infektionliegt weniger als 6 Monate zurück-für 6 Monate nach Feststellung der Infektion (Diagnose) geschützt

 

Wie lange sind Geimpfte und Genesene gegen COVID-19 geschützt?

Zu der Frage, wie lange nach der COVID-19-Schutzimpfung oder nach einer Erkrankung ein Schutz besteht, liegen aktuell noch keine ausreichenden Daten vor. Bislang ist noch nicht geklärt, ob und wann eine Auffrischimpfung erforderlich ist, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Die Dauer des Impfschutzes hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem, inwiefern die Impfwirkung über die Zeit nachlässt, aber auch die Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2-Varianten. Die in Deutschland verfügbaren Impfstoffe gegen COVID-19 schützen auch vor den neuen Virusvarianten. Allerdings wurde bei unvollständiger Impfserie (eine von zwei Dosen) eine deutlich geringere Wirksamkeit gegen die Variante Delta nachgewiesen, die derzeit in Deutschland vorherrscht. Für eine gute Schutzwirkung ist daher eine vollständige Impfung wichtig. 

Welche Erleichterungen gelten für geschützte Personen?

Für vollständig geschützte Personen – das heißt für Geimpfte zwei Wochen nach der letzten Impfung, Genesene innerhalb der ersten sechs Monate nach vorausgegangener Infektion sowie Genesene mit einer Impfstoffdosis – gelten in Deutschland bestimmte Erleichterungen.

An Orten, für die aufgrund hoher Inzidenzzahlen der Nachweis eines aktuellen negativen Testergebnisses erforderlich ist, brauchen vollständig geschützte Geimpfte oder Genesene keinen Test zu erbringen. Ein Impfnachweis in digitaler oder Papierform reicht als Zugangsvoraussetzung aus.

Auch gelten teilweise noch bestehende Kontaktbeschränkungen nicht mehr für vollständig geschützte geimpfte und genesene Personen und es kann in bestimmten Fällen die Quarantänepflicht nach Kontakt mit einer infizierten Person entfallen.

Vollständig geimpft zu sein, schützt sehr gut vor COVID-19 und einem schweren Krankheitsverlauf. Auch bei Genesenen besteht in der Regel für einige Zeit ein Schutz. Doch kann weder bei allen geimpften noch genesenen Personen mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass es zu einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 kommen kann – mit dem damit verbundenen Risiko, den Erreger auf andere zu übertragen. Daher sollten Geimpfte ebenso wie Genesene weiterhin die AHA+L+A-Formel einhalten.

Welche anerkannten Nachweise gibt es für die Immunität?

Der Nachweis einer vollständigen Impfung erfolgt über die Impfdokumentation. Das kann entweder der Eintrag in den Impfausweis sein, eine Ersatzbescheinigung des Impfzentrums oder der Arztpraxis oder der digitale Impfnachweis. Auch ausländische Impfzertifikate werden anerkannt, sofern alle relevanten Daten enthalten sind.
Grundvoraussetzung ist aber, dass die Person mit einem in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoff geimpft wurde. Weitere Informationen zum Impfnachweis und insbesondere zum digitalen Impfausweis finden Sie in unseren Fragen und Antworten.

Der Nachweis, dass man nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 genesen ist, erfolgt über die Dokumentation des positiven PCR-Testergebnisses. Liegt dieses nicht mehr vor, kann es neu ausgestellt werden. Der PCR-Test darf maximal sechs Monate alt sein. Ein positiver Antikörpernachweis reicht nicht aus, um einen Immunschutz nachzuweisen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Erklärvideo "Immunität"


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.07.2021