Mutationen: Virusvarianten von SARS-CoV-2

Durch Mutation sind verschiedene Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 entstanden. Die Variante Delta (B.1.617.2) ist derzeit in Deutschland vorherrschend. Doch wie gefährlich sind die Virusvarianten und wie können wir uns schützen?

Was ist über die unterschiedlichen Varianten von SARS-CoV-2 bekannt?

Wie alle Viren mutiert auch das Coronavirus SARS-CoV-2, das heißt, das Erbmaterial des Virus verändert sich. Die meisten solcher Veränderungen, die Mutationen genannt werden, bleiben ohne schwerwiegende Folgen. Manche Mutationen können jedoch das Erbgut und somit das Virus in gewissen Eigenschaften so verändern, dass besorgniserregende Varianten entstehen. Virusvarianten gelten als „besorgniserregend“, wenn sie beispielsweise ansteckender sind oder wenn das Immunsystem von bereits genesenen oder geimpften Personen diese Virusvarianten weniger gut abwehren kann.

Derzeit sind folgende besorgniserregenden Virusvarianten (Variants of Concern, VOC) von SARS-CoV-2 bekannt:

  • Die Variante Delta (B.1.617.2) ist zurzeit in Deutschland am weitesten verbreitet. Diese Variante wurde zuerst in Indien entdeckt und hat sich mittlerweile in vielen Ländern stark ausgebreitet. Die Delta-Variante weist Mutationen auf, welche die Übertragbarkeit des Virus erhöhen könnten. Untersuchungen aus Großbritannien weisen darauf hin, dass die Variante Delta ansteckender ist als die Variante Alpha. Studien zufolge besteht nach vollständiger Impfung auch bei Infektionen mit der Delta-Variante ein hoher Schutz gegen Erkrankungen und schwere Krankheitsverläufe. Nach nur einer von zwei notwendigen Impfstoffdosen wurde jedoch eine verringerte Wirksamkeit nachgewiesen.

  • Die Variante Alpha (B.1.1.7) wurde in Großbritannien entdeckt. Ende 2020 wurde erstmals berichtet, dass sich diese Variante dort ausbreitet. Die Variante Alpha ist leichter übertragbar als das herkömmliche SARS-CoV-2. Personen, die diese Virusvariante in sich tragen, stecken im Durchschnitt mehr Menschen an. Es gibt zudem Hinweise, dass Infektionen mit der Virusvariante Alpha mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergehen, und zwar unabhängig vom Alter. Die aktuell in Europa zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19 schützen nach derzeitigem Erkenntnisstand sehr gut vor einer Erkrankung und einem schweren Krankheitsverlauf durch diese Virusvariante. Auch hier gilt, dass ein vollständiger Impfschutz vorhanden sein muss.

  • Die Variante Beta (B.1.351) wurde Ende 2020 in Südafrika identifiziert. Auch für diese Variante wird eine höhere Übertragbarkeit angenommen. Zudem gibt es Hinweise, dass eine durchgemachte Infektion mit dem ursprünglichen SARS-CoV-2 und die bisher zugelassenen Impfstoffe weniger gut vor einer Infektion mit dieser Virusvariante schützen könnten.

  • Die Variante Gamma (P.1) wurde erstmals im brasilianischen Staat Amazonas identifiziert. Die Veränderungen ähneln der Beta-Variante. Auch hier wird eine erhöhte Übertragbarkeit angenommen. Es gibt Hinweise, dass Menschen nach einer herkömmlichen SARS-CoV-2-Infektion oder einer Corona-Schutzimpfung weniger gut gegen die Variante Gamma geschützt sind.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Die besorgniserregenden Virusvarianten breiten sich weltweit aus. In Deutschland, wie auch in anderen europäischen Ländern, werden die meisten SARS-CoV-2-Infektionen durch solche Varianten verursacht. In einigen Staaten – den sogenannten Virusvariantengebieten – ist das Infektionsrisiko besonders hoch.

In Deutschland werden SARS-CoV-2-Infektionen fast ausschließlich durch die Delta-Variante hervorgerufen. Diese Variante hat die Variante Alpha nahezu vollständig verdrängt, die sich in den ersten Monaten des Jahres 2021 stark ausgebreitet hatte. Die Virusvarianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1) kommen in Deutschland nur in wenigen Einzelfällen vor.

Um einen guten Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Virusvarianten von SARS-CoV-2 zu erhalten und entsprechend handeln zu können, wurde die Coronavirus-Surveillanceverordnung eingeführt. Im Rahmen der Coronavirus-Surveillance, das heißt der Coronavirus-Überwachung, wird bundesweit vermehrt das Erbgut von SARS-CoV-2 auf Mutationen hin untersucht. Die Analysen werden vom Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführt, ebenso von Universitätskliniken, Landeslaboren oder entsprechend befähigten privaten Laboren. Die Daten werden im Robert Koch-Institut zusammengeführt. So können die verschiedenen Varianten systematisch identifiziert und deren Verbreitung gezielt nachverfolgt werden.

Das Robert Koch-Institut fasst die aktuelle Situation in regelmäßigen Berichten zusammen.

Wie können wir uns schützen?

Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, sind nach derzeitigen Erkenntnissen gegen die in Deutschland zirkulierenden Varianten wirksam. Nach vollständiger Impfung besteht auch bei Infektionen mit der Delta-Variante ein guter Schutz gegen Erkrankungen und schwere Verläufe. Wichtig ist jedoch die vollständige Impfung.

Zusätzlich bleibt es wichtig – auch für Geimpfte und Genesene –, die AHA+L+A-Formel konsequent einzuhalten. Das heißt: Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßig lüften und die Corona-Warn-App nutzen. So können Übertragungen des Coronavirus SARS-CoV-2 und auch die Ausbreitung der neuen Varianten eingedämmt werden. Auch im entspannten Urlaub ist es wichtig, diese Schutzmaßnahmen nicht zu vergessen.

Weiterführende Informationen

Eine Übersicht zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Varianten ist auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) zu finden.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.09.2021