Infektion mit dem Coronavirus: Symptome und Krankheitsverlauf

Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verursachen häufig Husten und Fieber. Aber auch viele weitere Symptome sind möglich. Welche Krankheitszeichen auf COVID-19 hinweisen können und welche Komplikationen auftreten können, erfahren Sie hier.


Häufigste Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2

Nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 dauert es im Mittel fünf bis sechs Tage, bis sich erste Symptome (Krankheitszeichen) von COVID-19 entwickeln.

Die häufigsten Krankheitszeichen einer Infektion mit dem Coronavirus sind Husten, Fieber und Schnupfen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts tritt bei 40 Prozent der in Deutschland erfassten COVID-19-Fälle Husten auf. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Betroffenen hat Fieber. Schnupfen wird ebenfalls von mehr als einem Viertel (29 Prozent) der Erkrankten berichtet. Bei etwa jedem fünften Erkrankten (22 Prozent) machen sich Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns bemerkbar. Weitere Symptome wie Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Schwäche können hinzukommen. Ein Prozent der Erkrankten entwickelt eine Lungenentzündung. Auch über Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall wird berichtet. Bindehautentzündung, Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen sind ebenfalls möglich. Auch andere Organsysteme wie das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem, Leber und Nieren können betroffen sein.


In der Regel lässt sich COVID-19 anhand der Krankheitszeichen nicht eindeutig erkennen und nicht sicher von anderen Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Grippe unterscheiden. Bei Symptomen wie Husten, erhöhter Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und allgemeiner Schwäche, die auf COVID-19 hindeuten könnten, sollten Sie zu Hause bleiben und telefonisch ärztlichen Rat einholen. Rufen Sie am besten die Telefonnummer 116117, eine lokale Corona-Hotline, die Hausarztpraxis oder einen anderen behandelnden Arzt bzw. eine Ärztin an. Diese Kontaktstellen informieren über das weitere Vorgehen. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise, was bei Krankheitszeichen zu tun ist.

 

Welche Besonderheiten von COVID-19 gibt es bei Kindern?

Ob sich Kinder seltener mit dem Coronavirus anstecken und dieses weiterverbreiten als Erwachsene, ist bisher nicht abschließend geklärt. Jüngere Kinder im Kindergartenalter scheinen weniger häufig infiziert zu werden als ältere Kinder im Schulalter und Erwachsene. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Kinder insgesamt weniger ansteckend sind als Erwachsene.

Bei Kindern verläuft eine Erkrankung meist ohne Krankheitszeichen oder mild. So wurden in einer großen Studie bei 43 Prozent der Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren keine Symptome angegeben. Bei 57 Prozent der Kinder wurden ein oder mehrere Symptome beobachtet, wobei ein erheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen nur ein Krankheitszeichen aufweist. Als häufigste Symptome wurden Husten, Fieber und Schnupfen erfasst. Auch Atemnot und Symptome einer Lungenerkrankung sind möglich. Ähnlich wie im Erwachsenenalter können unter anderem auch allgemeine Krankheitszeichen, Halsschmerzen, Geruchs- und Geschmacksstörungen oder auch Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Eine Magen-Darm-Beteiligung kommt häufiger vor als bei Erwachsenen, teilweise auch ohne Atemwegssymptome. 

In sehr seltenen Fällen können erkrankte Kinder eine schwere Entzündungsreaktion entwickeln. Mehrere Länder berichten von Fällen eines Pädiatrischen Inflammatorischen Multisystemischen Syndroms (PIMS) – einer Entzündungskrankheit mit Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und Herzproblemen – in Kombination mit einem Schocksyndrom (toxic shock syndrome, TSS), bei dem unter anderem ein Blutdruckabfall hinzukommt. Das Risiko für Kinder, an PIMS-TSS zu erkranken, wird als gering eingeschätzt, Todesfälle sind sehr selten.

Weitere Informationen und Tipps für den Alltag in Zeiten von Corona finden Eltern unter www.kindergesundheit-info.de und www.uebergewicht-vorbeugen.de.


Mögliche Komplikationen und Folgen von COVID-19

Nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organsysteme können von einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 betroffen sein.

Im Zusammenhang mit einer Erkrankung an COVID-19 wurden nachfolgende Komplikationen und Folgen beobachtet:

  • Erkrankungen der Atemwege: Das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht sehr häufig Infektionen der Atemwege. Daraus kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, die meist in der zweiten Krankheitswoche auftritt und die bis zum Versagen der Atem- und Kreislauffunktion fortschreiten kann.
  • Erkrankungen des Nervensystems: Als neurologische Symptome werden Kopfschmerzen, Schwindel und andere Beeinträchtigungen beschrieben, die vermuten lassen, dass das Coronavirus auch das Nervensystem befallen kann. In einzelnen Fällen wurden auch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, des Gehirns oder der Hirnhaut beobachtet, die möglicherweise mit der SARS-CoV-2-Infektion in Zusammenhang standen.
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: Bei einem Teil der Erkrankten lässt sich eine Beteiligung des Herzens nachweisen. Unter den Betroffenen sind auch COVID-19-Fälle mit mildem oder moderatem Verlauf. Auch Kinder können betroffen sein. Vor allem bei schweren Infektionen der Atemwege kann es zu Schädigungen und Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen kommen. Bei schwerem Verlauf von COVID-19 besteht aufgrund einer krankhaft vermehrten Blutgerinnung zudem ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Embolien) in den Beinen, in der Lunge sowie im Gehirn.
  • Leber- und Nierenerkrankungen: Auch Leberfunktionsstörungen sind mögliche Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-COV-2. Insbesondere bei schwer an COVID-19 Erkrankten, die beatmet werden müssen, kann ein akutes Nierenversagen auftreten, was eine Dialyse erforderlich machen kann.
  • Erkrankungen der Haut: An der Haut kann es unter anderem zu juckenden Ausschlägen, Bläschen, Knötchen und Rötungen kommen. Es sind auch Hautveränderungen möglich, die einer Nesselsucht oder Frostbeulen ähneln. In seltenen Fällen sind schwere Durchblutungsstörungen in den Körperspitzen wie Nase, Kinn, Finger oder Zehen beschrieben. Manchmal treten Hautveränderungen noch vor allen anderen Krankheitszeichen auf, sie werden aber auch im späteren Erkrankungsverlauf beobachtet.
  • PIMS: Bei Kindern wurden Einzelfälle eines sogenannten Pädiatrischen Inflammatorischen Multisystemischen Syndroms (PIMS) beobachtet (weitere Infos siehe „Welche Besonderheiten von COVID-19 gibt es bei Kindern?“).
  • Schwere Entzündungsreaktionen: Einige schwer Erkrankte entwickeln acht bis 15 Tage nach Erkrankungsbeginn eine Verschlechterung ihres Krankheitszustandes infolge schwerer Entzündungsreaktionen (Hyperinflammationssyndrom). In der Folge können mehrere Organe versagen. Viele der Betroffenen versterben.
  • Weitere Infektionen: Insbesondere schwer an COVID-19 Erkrankte können unter weiteren Infektionen leiden. In einigen Fällen wurde eine Infektion mit multiresistenten Bakterien festgestellt.

Krankheitsverlauf von COVID-19

Die Krankheitsverläufe sind häufig unspezifisch, vielfältig und variieren stark. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Verlauf von COVID-19 machen. Eine Infektion kann ganz ohne Krankheitszeichen (asymptomatisch) bleiben, häufig kommt es zu leichten Symptomen, aber auch schwere Krankheitsverläufe mit Lungenversagen und Tod sind möglich.

Schwere Verläufe werden häufiger bei älteren Menschen sowie bei Personen mit bestimmten chronischen Vorerkrankungen beobachtet (weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite „Was ältere und chronisch kranke Menschen beachten sollten“). Doch auch jüngere Menschen und Personen ohne bekannte Vorerkrankung können schwer erkranken.

Noch Wochen bis Monate nach einer akuten Erkrankung an COVID-19 können Symptome vorhanden sein oder neu auftreten. Verlässliche Daten, wie groß der Anteil von Erkrankten mit Langzeitfolgen ist, liegen derzeit jedoch noch nicht vor.


Merkblatt: COVID-19 – Bin ich betroffen und was ist zu tun?


Weitere (Fach-)Informationen

  • SARS-CoV-2 Steckbrief

    Weitere (Fach-)Informationen finden Sie im „Epidemiologischen Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19“ des Robert Koch-Instituts.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18.03.2021