Long COVID: Langzeitfolgen von COVID-19

Noch Wochen und Monate nach Erkrankung an COVID-19 können gesundheitliche Langzeitfolgen bestehen. Welche Symptome treten bei Long COVID auf? Wer kann betroffen sein? Wie lassen sich Spätfolgen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vermeiden?



Unterstützung für Betroffene

Wenn Sie noch Wochen und Monate nach einer COVID-19 Erkrankung an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden und den Verdacht haben, an Long COVID erkrankt zu sein, wenden Sie sich am besten zunächst an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

In Deutschland gibt es immer mehr Angebote für Personen, die an COVID-19 und ihren Folgen leiden. Unterstützung bieten beispielsweise zahlreiche Selbsthilfeinitiativen. Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) veröffentlicht eine aktuelle Übersicht. Auch bei verschiedenen medizinischen Einrichtungen finden Sie Hilfe.

 

Was ist Long COVID und welche Langzeitfolgen werden berichtet?

Long COVID ist ein Sammelbegriff für gesundheitliche Langzeitfolgen, die nach einer akuten Erkrankung an COVID-19 vorhanden sein können. Der Begriff „Long COVID“ umfasst Symptome, die mehr als 4 Wochen nach Beginn der Erkrankung an COVID-19 fortbestehen oder neu auftreten und sich nicht durch eine PCR-bestätigte anhaltende Infektion oder andere Erkrankungen erklären lassen. Menschen, die an Long COVID leiden, sind nicht mehr ansteckend.

Es lassen sich drei Phasen einer Erkrankung an COVID-19 unterscheiden, wobei die letzten beiden Phasen Long COVID zugeordnet werden:

  • akute COVID-19-Krankheitsphase: bis 4 Wochen nach Beginn der Symptome,
  • subakute COVID-19-Krankheitsphase: bestehende COVID-19-Symptome 4 bis 12 Wochen nach Auftreten erster Krankheitszeichen,
  • Post-COVID-Syndrom:  Symptome, die im Zusammenhang mit COVID-19 oder danach aufgetreten sind, mehr als 12 Wochen nach Erkrankung noch vorliegen und nicht anderweitig erklärt werden können.

Sowohl die subakute Krankheitsphase als auch das Post-COVID-Syndrom werden als Long COVID bezeichnet.

Zu den gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 zählen Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie Einschränkungen in der Funktionsfähigkeit und Lebensqualität. Die berichteten Symptome sind sehr unterschiedlich. Sie können einzeln oder in Kombination auftreten und unterschiedlich lange andauern. Eine einheitliche Definition eines Krankheitsbildes Long COVID gibt es bislang nicht.

Zu den häufigsten gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19, die bislang in Patientenforen berichtetet oder in Studien beobachtet wurden, gehören Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, depressive Verstimmungen sowie Schlaf- und Angststörungen. Weitere Symptome sind Brustschmerzen sowie Herzklopfen und Herzstolpern, das heißt selbst wahrgenommene verstärkte oder beschleunigte Herzschläge oder auch Extraschläge. Auch Haarausfall wird berichtet. Darüber hinaus sind Nieren- und Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie Thromboembolien (Verstopfung eines Gefäßes durch ein Blutgerinnsel) nach der eigentlichen Krankheitsphase aufgetreten.

Merkblatt – Long COVID

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Letzte Aktualisierung: 09.09.2021
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Infografik – Long COVID – die häufigsten Symptome

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Letzte Aktualisierung: 13.08.2021
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Zurzeit werden sowohl nationale als auch internationale Studien durchgeführt, die ein besseres Verständnis zu Folgeerkrankungen, Langzeitfolgen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität nach Infektionen mit SARS-CoV-2 liefern sollen. Im Blickpunkt dieser wissenschaftlichen Analysen stehen neben Long COVID-Symptomen zum Teil auch indirekte gesundheitliche Folgen der Pandemie. Diese betreffen nicht nur an COVID-19 Erkrankte, sondern können sich auch noch auf breitere Bevölkerungsgruppen auswirken. Indirekte gesundheitliche Folgen können sich beispielsweise aufgrund einer erhöhten Stressbelastung entwickeln, ebenso bei verändertem Gesundheitsverhalten oder wenn Früherkennungsuntersuchungen und eine erforderliche medizinische Versorgung nur eingeschränkt wahrgenommen werden.

Wer ist betroffen und wer ist besonders gefährdet?

Es ist noch nicht klar, wie hoch der Anteil derjenigen ist, bei denen aufgrund von COVID-19 langfristige gesundheitliche Folgen auftreten.

Personen, die schwer an COVID-19 erkrankten, leiden vermutlich häufiger an längerfristigen Symptomen als Personen, die zunächst einen milden Verlauf hatten. Allerdings können auch Personen, die nur leicht an COVID-19 erkrankt waren, durchaus Langzeitfolgen entwickeln.

Bestimmte Risikofaktoren könnten Long COVID begünstigen. Dazu zählen ein hohes Alter, sehr starkes Übergewicht (Adipositas) sowie Vorerkrankungen der Lunge und des Herzens. Langzeitfolgen können aber auch bei Kindern, jungen Menschen sowie ohne Vorerkrankung auftreten. Frauen sind – unabhängig vom Alter – überdurchschnittlich stark von Fatigue, einem Erschöpfungssyndrom, betroffen.

Wie lassen sich Langzeitfolgen von COVID-19 vermeiden?

Bislang ist zur Vorbeugung von Long COVID nur wenig bekannt. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die beste Möglichkeit, sich vor Long COVID zu schützen, eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch die empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen zu vermeiden und sich vollständig impfen zu lassen.

Eine vollständige Corona-Schutzimpfung ist die effektivste Maßnahme gegen eine Erkrankung an COVID-19, insbesondere einen schweren Verlauf, und somit auch gegen Long COVID. Zudem sollte die AHA+L+A-Formel von allen bestmöglich eingehalten werden – auch von Geimpften und Genesenen, Kindern und Jugendlichen.


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Infografik – Mögliche Phasen von COVID-19

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Letzte Aktualisierung: 08.09.2021
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Letzte Aktualisierung: 08.09.2021
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Long COVID bei Kindern und Jugendlichen

Stand der Forschung


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.08.2021