Glossar zu COVID-19

Wesentliche Begriffe kurz erläutert


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A


Aerosol

  • Gebildet aus Altgriechisch aer (Luft) und Lateinisch solutio (Lösung)
  • Feinstes Gemisch aus schwebenden festen oder flüssigen Stoffen und Gasen wie der Luft
  • Hauptübertragungsweg für das Coronavirus SARS-CoV-2 ist die Aufnahme virushaltiger Partikel (größere Tröpfchen und Aerosole), die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen freigesetzt werden
  • Größere Tröpfchen sinken schnell zu Boden, aber Aerosole können auch über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen
  • Ob und wie schnell Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft verbleiben, ist neben der Größe der Teilchen von vielen weiteren Umständen, u. a. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung, abhängig

Ansteckungsverdächtig (infiziert)

  • Personen, von denen anzunehmen ist, dass sie Krankheitserreger aufgenommen haben, ohne (bisher) Krankheitszeichen zu zeigen
  • Beispiel: COVID-19 wurde bei jemandem festgestellt, mit dem die Person direkten Kontakt hatte

Antigen

  • Eiweiße (z. B. des SARS-CoV-2-Virus), die das Immunsystem als fremd erkennt und zu deren Abwehr es Antikörper bildet
  • Eiweiße des SARS-CoV-2-Virus können mit einem Antigen-Schnelltest  nachgewiesen werden

Antigen-Schnelltest

  • Basiert auf dem Nachweis von SARS-CoV-2-Eiweißen im Körper, z. B. durch einen Rachenabstrich
  • Die einfachere Auswertung eines Antigentests erlaubt die Testung auch außerhalb eines Labors, z. B. in einer Pflegeeinrichtung oder medizinischen Einrichtungen sowie Arztpraxen ohne Diagnostiklabor
  • Alle zurzeit auf dem Markt befindlichen Antigen-Schnelltests müssen von geschultem, medizinischem Personal durchgeführt werden

Antikörper

  • Körpereigene Abwehrstoffe, Bluteiweiße (Immunglobuline)
  • Werden vom Immunsystem bei einer Infektion speziell gegen den jeweiligen Krankheitserreger produziert
  • Verschiedene Klassen bekannt (z.B. IgM, IgG, IgA- Antikörper)

Antikörperbestimmung

(serologischer Nachweis einer Immunität)

  • Prinzip: Nachweis von gegen SARS-CoV-2 gerichteten IgM- und IgG-Antikörpern aus Blutprobe
  • Könnte im Verlauf der Pandemie hohe Relevanz entwickeln, da so vielleicht festgestellt werden kann, wer nach durchgemachter Infektion bereits immun ist (bzw. um Impftiter zu bestimmen) 
  • Es gibt verschiedene Antikörpertypen (Immunglobuline):
  • IgM- steigt als erstes an, Nachweis einer frischen Infektion
  • IgG- folgt nach ca 3-4- Tagen, länger nachweisbar
  • IgA- oft auf Schleimhäuten
  • Unklar ist noch, ob nachgewiesene IgG-Antikörper vor einer Neuinfektion schützen und wie lange sie gegebenenfalls wirken

Antikörpertest

  • Test auf durch das Immunsystem produzierte Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 im Blut
  • Derzeit insbesondere zur Klärung der Verbreitung des Virus sinnvoll
  • SARS-CoV-2-spezifische Antikörper können meist erst nach Abklingen der Symptome bzw. dem Verschwinden des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden
  • Antikörpertests gelten als indirekter Nachweis einer Infektion und sind zum Nachweis einer akuten Infektion nicht geeignet, können aber die Diagnostik ergänzen
  • Siehe auch Antikörperbestimmung

Asymptomatisch

  • Eine Infektion mit einem bestimmten Erreger – z. B. dem Coronavirus SARS-CoV-2 – ohne die Entwicklung von Krankheitsanzeichen/Symptomen, wodurch die Ansteckung unbemerkt verlaufen kann
  • Den Beweis für die Infektion kann der Nachweis spezifischer Antikörper gegen den Erreger geben
  • Offenbar können auch SARS-CoV-2-Infizierte ohne erkennbare Symptome weitere Menschen anstecken – es erfolgt eine asymptomatische Übertragung
  • Siehe auch „Ab wann ist eine Person ansteckend?

Atemhilfen/Beatmung

  • Ziel beim Einsatz einer Atemhilfe ist die kurz- oder langfristige Übernahme einer gestörten oder ausgefallenen Atemfunktion
  • Grundsätzlich werden die nicht invasive Beatmung über eine Maske und die invasive Beatmung über einen Schlauch in der Luftröhre unterschieden. Je nach Krankheitsbild werden verschiedene Beatmungsformen angewandt

Ausscheider

  • Eine Person, die Krankheitserreger ausscheidet und dadurch eine Ansteckungsquelle für die Allgemeinheit sein kann, ohne krank oder krankheitsverdächtig zu sein

B


Behandlung

  • bislang keine spezifische, d. h. direkt gegen das Virus gerichtete Therapie bei COVID-19 vorhanden
  • behandelt werden die Krankheitszeichen (sog. symptomatische Therapie, z. B. Fiebersenkung, Sauerstoffgabe/Beatmung, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, evtl. Antibiotikagabe bei Sekundärinfektionen) und evtl. vorliegende Grunderkrankungen

neue Therapieansätze:

  • Inhibitoren der viralen RNA-Synthese, z.B. Remdesivir
    • hemmen die Virusvermehrung
  • Antivirale Entry-Inhibitoreno
    • erschweren das Andocken des Virus an Körperzellen
  • Immunmodulatoren
    • sollen eine überschießende und damit schädliche Reaktion des Immunsystems eindämmen
  • Immuntherapien (passive Immunisierung, Plasmaspende)
    • Blutplasma von bereits genesenen COVID-19 Patienten enthält Antikörper gegen SARS-CoV-2, diese können schwerkranken COVID-19 Patienten verabreicht werden

C


Cluster

  • Zu Deutsch Bündel, Häufung
  • Große Anhäufung von Infektionsfällen an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit
  • Wenn sich etwa eine Vielzahl von Familienmitgliedern bei einer Familienfeier mit dem Coronavirus ansteckt, wird aus dieser Gruppe ein Corona-Cluster bzw. eine Herdsituation
  • Bei einem Cluster können auf einen Schlag mehrere Infektionsketten beginnen
  • Clusterbildungen können so zu einem raschen Wachstum der Infektionszahlen führen

Containment

  • Zu Deutsch Eindämmung
  • Die Containment-Strategie bei einer Epidemie oder Pandemie  hat zum Ziel eine Ausbreitung von Infektionen vom Ort ihrer Entstehung durch frühzeitige Abgrenzung und Sperrmaßnahmen (z. B. Quarantäne) zu verhindern
  • Um Infektionsketten zu unterbrechen und eine weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern, ist es unabdingbar, Kontaktpersonen von bestätigten COVID-19-Fällen zu ermitteln und nachzuverfolgen. Für diese personal- und zeitaufwändige Aufgabe ist das Gesundheitsamt vor Ort zuständig

Containment Scout

  • Zu Deutsch Eindämmungs-Erkunder
  • Um Gesundheitsämter bei der Durchführung der Containment-Strategie zu unterstützen, werden im Auftrag des Robert Koch-Instituts (RKI) sogenannte Containment Scouts eingestellt
  • In der Regel Studierende der Medizin oder anderer Gesundheitswissenschaften, die – nach erfolgreicher Bewerbung – in den Gesundheitsämtern arbeiten und insbesondere dabei helfen sollen, Kontaktpersonen schneller und effektiver nachzuverfolgen

Corona-Ampel

  • Auch Inzidenz-Ampel 
  • Zeigt mit verschiedenen Farben das Infektionsgeschehen in den jeweiligen Regionen (Städten, Kreisen, Bundesländern)

Coronaviren

  • So benannt wegen der optischen Ähnlichkeit des Virus mit einer Krone (lat. corona)
  • Coronaviren wurden Mitte der 1960er-Jahre erstmalig entdeckt
  • Sie tragen beim Menschen dazu bei, Atemwegskrankheiten auszulösen
  • Selten können Coronaviren, die ursprünglich in Tieren zu finden sind, auf den Menschen übertreten, sich dort weiterverbreiten und auch zu schweren Erkrankungen führen
  • In der Vergangenheit war dies bei den Ausbrüchen von SARS-CoV (Severe Acute Respiratory Syndrome) und MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome) der Fall, nun auch bei SARS-CoV-2.
  • Das Coronavirus SARS-CoV-2 kann die Krankheit COVID-19 auslösen

COVID-19

  • offizielle Bezeichnung der Erkrankung, die durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöst wird
  • COVID-19 steht für „Corona Virus Disease 2019”

Corona-Warn-App

  • Vom Robert Koch-Institut herausgegebene Smartphone-App
  • Unterstützt die Arbeit der Gesundheitsämter beim Nachverfolgen der Kontakte von Personen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt haben, und beim Nachvollziehen von Infektionsketten
  • Die App informiert Nutzer und Nutzerinnen per Mitteilung, wenn sie sich in den vergangenen 14 Tagen für eine bestimmte Zeit in der Nähe einer positiv getesteten Person aufgehalten haben
  • Für weitere Informationen, auch zu neuen Funktionen, siehe „Corona-Warn-App nutzen

Ct-Wert

  • Zu Deutsch Schwellenzyklus (engl. cycle threshold)
  • Messgröße im Rahmen des PCR-Tests, die, vereinfacht ausgedrückt, angibt, wie oft eine Probe vervielfältigt werden muss, um einen sicheren Nachweis z. B. des SARS-CoV-2-Virus zu erhalten
  • Gibt an, wie groß die theoretische Menge an Viren in einer Probe (z. B. in einem Rachenabstrich) ist
  • Ein hoher Ct-Wert lässt auf eine geringere Viruslast in einer Probe schließen
  • Die Bedeutung und das Ergebnis des Ct-Wertes muss eine fachkundige Person beurteilen

D


Desinfektion

  • Abtötung oder Inaktivierung aller Krankheitserreger
  • Ziel ist die Vermeidung einer Infektion

Dunkelziffer

  • Offiziell nicht bekannt gewordene Zahl an Infektionen

Durchseuchung

  • Verbreitungsgrad einer Infektionskrankheit
  • Gibt an, wie viele Menschen in einer Gruppe (zum Beispiel Bewohner eines Landes) mit einem Krankheitserreger infiziert oder an einer Erkrankung erkrankt sind oder waren

E


ECMO

  • Droht ein vollständiges Versagen der Atem- und Kreislauffunktion, kann eine sogenannte ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung) eingesetzt werden.
  • Die ECMO ist eine technische Methode, bei der das Blut eines Patienten mit Lungenversagen mittels einer sich außerhalb des Körpers befindlichen Maschine künstlich mit Sauerstoff angereichert wird.
  • Wird ein Patient an eine ECMO angeschlossen, übernimmt die ECMO vorübergehend die Aufgaben der Lunge, bis diese sich wieder erholt hat.

Epidemie

  • Im Falle einer Epidemie treten Erkrankungsfälle mit einheitlicher Ursache zeitlich und räumlich begrenzt auf. Der Begriff bezieht sich meist auf Infektionskrankheiten

Epidemiologie

  • Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten sowie deren Bedeutung für die Bevölkerung

European Medicines Agency (EMA)

  • Europäische Arzneimittel-Agentur mit Sitz in Amsterdam
  • Zuständig für die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in der Europäischen Union (EU)
  • Unternehmen beantragen dort eine Genehmigung für die Verbreitung von Arzneimitteln, die von der Europäischen Kommission ausgestellt wird
  • Mit solch einer Genehmigung können Arzneimittel in der gesamten EU und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vertrieben werden

Evidenz

  • Zu Deutsch Einsichtigkeit/Offensichtlichkeit
  • Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis
  • Bedeutet in der Medizin, dass der Nutzen einer Maßnahme z. B. durch wissenschaftliche Studien bewiesen wurde

Evidenzbasierte Medizin

  • Entscheiden und Handeln nach dem neuesten Stand des medizinischen Wissens (state of the art), belegt durch wissenschaftliche Publikationen und Studien sowie fachlichen Konsens (Übereinstimmung)

Exitstrategie

  • Lockerung der Maßnahmen (wie z.B. Kontaktbeschränkungen, Schließungen von Schulen und Kitas, Verbot von Veranstaltungen), um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern und die besonders gefährdeten Menschen zu schützen
  • Aktuelle Informationen zur Situation in Ihrem Bundesland finden Sie hier
  • Bitte informieren Sie sich auch zu den regionalen bzw. lokalen Maßnahmen, die zu beachten sind. Dazu können Sie sich auf den Internetseiten Ihrer Gemeinde bzw. Ihrer Stadt informieren. 

Exposition

  • Unmittelbares „Ausgesetztsein“ gegenüber einem Infektionserreger, einer Infektionsquelle, einer Kontamination (Verunreinigung), einem möglicherweise erregerhaltigen Träger oder aber auch gegenüber gefährdenden Bedingungen
  • Die Übertragung eines Erregers bzw. eine bestimmte Gefährdung ist möglich; siehe Infektion

F


Fall

  • In der Epidemiologie wird eine Person (der jeweils betrachteten Bevölkerung oder Studiengruppe) als Fall bezeichnet, die die untersuchte Krankheit bzw. das betrachtete Gesundheitsproblem hat

Fallzahl

  • Anzahl der erkrankten oder angesteckten Personen
  • Anzahl der Personen, die wegen einer Krankheit oder Infektion medizinisch behandelt werden müssen
  • Siehe auch: Inzidenz

Falsch-negatives Testergebnis

  • Wenn ein Untersuchungsergebnis auf eine Krankheit bzw. Infektion hinweist, wird es als „positiv“ bezeichnet; wird kein Hinweis entdeckt, ist es „negativ“
  • Ein Testergebnis kann fälschlicherweise „negativ“ ausfallen, obwohl die untersuchte Person infiziert ist: ein „falsch-negatives“ Ergebnis
  • Zu unterscheiden vom falsch-positiven Testergebnis

Falsch-positives Testergebnis

  • Wenn ein Untersuchungsergebnis auf eine Krankheit bzw. Infektion hinweist, wird es als „positiv“ bezeichnet; wird kein Hinweis entdeckt, ist es „negativ“
  • Ein Testergebnis kann fälschlicherweise „positiv“ ausfallen, obwohl die untersuchte Person nicht infiziert ist: ein „falsch-positives“ Ergebnis
  • Zu unterscheiden vom falsch-negativen Testergebnis
  • In Bezug auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 geht das Robert Koch-Institut (RKI) derzeit von einer sehr geringen Zahl falsch-positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht

FFP-Maske

  • Abkürzung für die englische Bezeichnung „filtering face piece“, auf Deutsch partikelfiltrierende Halbmaske
  • Sie sind Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) im Rahmen des Arbeitsschutzes und sollen vor dem Einatmen von Tröpfchen und Aerosolen schützen
  • FFP-Masken ohne Ausatemventil filtern die ein- und ausgeatmete Luft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz, obwohl sie primär nur für den Eigenschutz ausgelegt sind
  • FFP-Masken mit Ventil filtern nur die eingeatmete Luft und bieten daher nur einen eher begrenzten Fremdschutz
  • Gemäß der DIN EN 149:2009-08 wird die Filterleistung von partikelfiltrierenden Halbmasken mit Aerosolen getestet. FFP2-Masken müssen mindestens 94 % und FFP3-Masken mindestens 99 % der Testaerosole filtern. Sie bieten demnach einen wirksamen Schutz auch gegen Aerosole
  • Weitere Informationen bietet die Themenseite „Im Alltag Maske tragen

G


Gesichtsvisier

  • Auch „Face Shield“ genannt
  • Gebogene, durchsichtige Plastikscheibe, die am Kopf befestigt wird und das Gesicht teilweise oder ganz abdeckt
  • Dient als Gesichts- und Augenschutz, nicht als Atemschutz 
  • Kein Ersatz für die Mund-Nasen-Bedeckung

Gesundheitsamt

  • Behörde, die für den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD; verantwortlich für Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit, zur Kontrolle und Beratung der Bevölkerung in Gesundheitsfragen) verantwortlich ist
  • Aufgaben sind unter anderem die Überwachung der Einhaltung von Hygienevorschriften in bestimmten Betrieben, aber auch die Hygieneüberwachung von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Altenheimen sowie die Überwachung von angeordneten Maßnahmen
  • Wurde eine Person positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet, nimmt das Gesundheitsamt mit der betroffenen Person Kontakt auf und bespricht die weiteren Maßnahmen, wie z. B. eine Isolierung und die Benachrichtigung von Kontaktpersonen

H


Häusliche Quarantäne

  • Schutzmaßnahme, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen
  • zeitlich befristete Isolierung von ansteckungsverdächtigen Personen oder von Personen, die möglicherweise das Virus ausscheiden 
  • Vorgehen ist im Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt

Weitere Informationen finden Sie hier.

HEPA-Filter

Herdenimmunität

  • wenn eine bestimmte Anzahl von Menschen gegen einen Erreger immun ist (als Folge einer durchgemachten Erkrankung oder durch Impfung), kann sich der Erreger nicht weiterverbreiten
  • dadurch werden auch Menschen geschützt, die nicht geimpft sind, z.B. weil sie aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können oder zu jung für die jeweilige Impfung sind

Hintergrundinfektion

  • Infektion, die unbemerkt bleibt (weil sie z.B. ohne Symptome verläuft)

Hotspot

  • Beruht auf dem englischen „high burden hotspot“, das ein Gebiet mit einem hohem Ausbruchsgeschehen meint
  • Wenn die Inzidenz mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten wird, gilt die Region (Stadt oder Landkreis) als Hotspot bzw. Risikogebiet
  • Oft auch Bezeichnung für eine einzelne Einrichtung wie Schule, Pflegeheim etc. mit vielen SARS-CoV-2-Infektionen

Hust- und Nies-Regeln

  • Allgemeingültige Verhaltensregeln beim Husten und Niesen zur Vermeidung einer Übertragung von Krankheitserregern
  • Teil des H (für Hygiene) in der AHA-Formel zum Umgang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2
  • Die Verhaltensregeln lauten:

    - Halten Sie beim Husten oder Niesen Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg
    - Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch; Verwenden Sie dies nur einmal und entsorgen Sie es anschließend in einem Mülleimer; Stofftaschentücher sollten anschließend bei 60°C gewaschen werden
    - Ist kein Taschentuch griffbereit, sollten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten
    - Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten nach Möglichkeit immer gründlich die Hände waschen

  • Siehe auch „Wie kann ich mich und andere mit der AHA-Formel vor einer Ansteckung schützen?

Hygienekonzept

    • Für spezielle Branchen, etwa Betriebe des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege, gibt es gesonderte Vorgaben für Hygienekonzepte
    • Nach § 36 Infektionsschutzgesetz müssen alle Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Schulen, Kitas etc.) einen Hygieneplan erstellen

    - Handlungsanweisungen für

    Hyperkoagulopathie

    • Die Hyperkoagulopathie ist eine krankhaft erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes, dies kann zur Bildung von Thromben (lokalen Blutgerinnseln) und Thrombembolien (Verschluss eines Gefäßes durch ein losgelöstes Blutgerinnsel) führen.
    • Folgen einer Thrombembolie können z.B. sein: Schlaganfall (Hirninfarkt), Herzinfarkt, Lungenembolie

    I


    Immunität

    • wahrscheinlich Immunität gegenüber dem neuartigen Coronavirus nach durchgemachter COVID-19-Erkrankung, die Dauer der Immunität ist noch unklar
    • erneute Infektion nach überstandener Erkrankung kann jedoch noch nicht ganz ausgeschlossen werden
    • Nachweis einer Immunisierung durch Infektion (und ggf. auch die Bestimmung von Impftitern zum Nachweis einer erfolgreichen Impfung) erfolgt durch Antikörper-Bestimmung (serologischer Nachweis, d.h. ein Bluttest)

    Impfdosis

    • Mehrzahl: Impfdosen; altgriech. Gabe
    • Die bei einer Impfung vorgesehene und verabreichte Menge des Impfstoffes

    Impfpass

    Impfpflicht

    Impfreaktion

    Impfstoffe

    • Ein Impfstoff ist eine Substanz, die bei einer Schutzimpfung verabreicht wird und dazu dient, eine Immunität gegen Erreger von Infektionskrankheiten zu erreichen. Bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es drei Hauptentwicklungslinien: mRNA/DNA-Impfstoffe, Impfstoffe mit Vektorviren und Totimpfstoffe mit Virusproteinen
    • Siehe auch „Corona-Schutzimpfung: Antworten auf häufig gestellte Fragen

    Impfstoff-Entwicklung: Phasen

    1. Erreger wird untersucht; es wird geprüft, auf welche Bestandteile des Virus das menschliche Immunsystem reagiert und einen Schutz (u. a. Antikörper) aufbauen kann
    2. Entwicklung der Impfstoffzusammensetzung
    3. In Zellkulturen (z. B. mit Immunzellen des Menschen) und in Tierversuchen werden Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffkandidaten getestet 
    4. Erst nach umfangreichen Untersuchungen und Nachweis, dass der Impfstoff in guter Qualität verlässlich hergestellt werden kann, wird er in klinischen Prüfungen an freiwilligen Studienteilnehmenden nach deren Aufklärung erprobt
    5. Liegen alle Ergebnisse der präklinischen und klinischen Prüfungen vor, kann ein Zulassungsantrag gestellt werden

    Impfstoffzulassung

    Impfstraße

    Impfung

    Impfzentrum

    • Impfzentren werden von den Bundesländern eingerichtet, um mehr Menschen in kürzerer Zeit gegen COVID-19 impfen zu können
    • Der Ablauf wird dort durch eine sogenannte Impfstraße genau geregelt
    • Impfzentren sollen gewährleisten, dass bestimmte Impfstoffe sachgerecht gelagert werden
    • Sie erleichtern außerdem die Verteilung des Impfstoffs nach Priorisierung
    • Vorausgesetzt im weiteren Verlauf stehen genügend Impfstoffdosen zur Verfügung und weiteren notwendigen Bedingungen (z. B. Lagerung) werden erfüllt, ist ein Übergang in die Regelversorgung (z. B. in ärztlichen Praxen) geplant
    • Neben den Zentren gibt es Teams, die vor allem Menschen vor Ort in Pflegeeinrichtungen sowie Pflegekräfte impfen
    • Siehe auch „Corona-Schutzimpfung: Antworten auf häufig gestellte Fragen

    Indexperson oder -patient

    • Person, die als Ausgangspunkt einer Infektionswelle identifiziert wurde. Dabei kann es sich um einen vermuteten oder gesicherten Zusammenhang handeln
    • Ein wichtiger Baustein für die Nachverfolgung der Infektionswege

    Infektion

    • Das Eindringen bzw. die Aufnahme eines Krankheitserregers (z. B. Viren, Bakterien) und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus
    • Kann, aber muss nicht zu einer Erkrankung führen

    Infektionskette

    Infektionsschutzgesetz (IfSG)

    • Das deutsche Infektionsschutzgesetz (IfSG) regelt seit dem 1. Januar 2001 die gesetzlichen Pflichten zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
    • Ziel des Gesetzes ist es, Krankheiten vorzubeugen sowie Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Verbreitung zu verhindern
    • Im IfSG ist festgelegt, welche Krankheiten (und welche labordiagnostischen Nachweise von Erregern) bei Verdacht, Erkrankung oder Tod meldepflichtig sind. Die Meldung erfolgt an das zuständige Gesundheitsamt.

    Hier finden Sie den Gesetzestext.

    Infektiös

    • Mit Krankheitserregern behaftet und daher ansteckend
    • Auf Ansteckung beruhend, durch Infektion hervorgerufen
    • Das Ausmaß des Ansteckungsrisikos bzw. der Infektiosität unterscheidet sich zwischen den Krankheitserregern

    Inkubationszeit

    • Zeitraum von der Ansteckung bis zum Auftreten von Krankheitszeichen
    • liegt im Mittel bei 5 bis 6 Tagen (Spannweite 1 bis 14 Tage) 

    Inzidenz

    • Lateinisch für Vorfall, Ereignis
    • Häufigkeit von Ansteckungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 in einem bestimmten Zeitraum für ein bestimmtes Gebiet bezogen auf eine bestimmte Einwohneranzahl (z. B. 7-Tage-Inzidenz: Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner)
    • Je mehr Neuinfektionen, desto höher die Inzidenz(rate) und desto höher das Risiko, sich anzustecken
    • Ein wichtiges Kriterium für das Inkrafttreten oder Beenden von Infektionsschutzmaßnahmen

    Isolierung, häusliche

    • COVID-19-Erkrankte sollen zu Hause den Kontakt zu Familienmitgliedern und Mitbewohnern vermeiden, um eine Verbreitung der Viruserkrankung zu verhindern
    • Betroffene mit leichtem Krankheitsverlauf können so die Erkrankung zu Hause auskurieren, und so das Risiko reduzieren, andere Menschen anzustecken
    • auch notwendig für Patientinnen und Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf nach Entlassung aus dem Krankenhaus zur Rekonvaleszenz
    • Während der Zeit der Isolation sind besondere Verhaltens- und Hygienemaßnahmen zu beachten.
    • Aufhebung einer häuslichen Isolierung erfolgt frühestens 14 Tage nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen bzw. 14 Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und wenn sich seit mindestens 48 Stunden keine Krankheitszeichen mehr zeigen (nach Rücksprache mit dem Arzt).

    Informationen des Robert Koch-Institut für an COVID-19 Erkrankte und Angehörige zur häuslichen Isolierung, auch in Fremdsprachen, finden Sie hier.

    K


    Krankheitszeichen von COVID-19

    • Bandbreite reicht von „ohne Krankheitszeichen“ bis hin zu einer schweren Lungenentzündung, bei der intensivmedizinische Betreuung und ggf. Beatmung notwendig wird
    • häufigste Krankheitszeichen nach derzeitigen Erkenntnissen: trockener Husten, Fieber, Störungen oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit oder Müdigkeit
    • Weitere mögliche Krankheitszeichen: Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie (Teilnahmslosigkeit), Somnolenz (Benommenheit oder Bewusstseinsstörung)
    • Bei einem kleinen Teil der Patienten kommt es zu schweren Verlaufsformen mit der Notwendigkeit des Einsatzes von Atemhilfen und Beatmung, außerdem kann es zum Versagen weiterer Organsysteme kommen (z.B. Nieren oder Herz-Kreislaufsystem).
    • Fallen mehrere lebenswichtige Organe gleichzeitig aus oder weisen schwere Funktionseinschränkungen auf, spricht man von Multiorganversagen. Berichtet werden auch Gerinnungskomplikationen (z.B. Hyperkoagulopathie).
    • Droht ein vollständiges Versagen der Atemfunktion, kann eine sogenannte ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung, eine Art Herzlungenmaschine) eingesetzt werden. Wird ein Patient an eine ECMO angeschlossen, übernimmt diese vorübergehend die Aufgaben der Lunge, bis diese sich wieder erholt hat.
    • Es gibt außerdem neurologische Erkrankungen im Zusammenhang mit COVID-19, die von allgemeinen Symptomen wie Kopfschmerzen und Schwindel über Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns bis hin zu Krampfanfällen und schweren Entzündungen des Gehirns und Nervensystems reichen.

    Kontaktnachverfolgung

    Kontaktperson

    • Person im Umfeld eines Infizierten bzw. Erkrankten, bei der je nach Kontakt die Möglichkeit einer Ansteckung besteht und die daher ggf. einer weiteren Beobachtung und evtl. weiterer Schutzmaßnahmen bedarf

    Kontraindikation

    Kontaktperson der Kategorie 1 (höheres Infektionsrisiko) in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2

    • Enger Kontakt zu einer wahrscheinlich infektiösen Person innerhalb von 1,5 Metern, meist im Rahmen eines längeren Sprechkontakts (mind. 15 Min.)
    • Längerer Aufenthalt (Richtwert: 30 Min.) in einem Raum mit hoher Konzentration infektiöser Aerosole
    • Das Gesundheitsamt kann eine häusliche Isolierung anordnen
    • Die Kontaktperson soll auf COVID-19-Krankheitszeichen achten und falls diese auftreten, dies umgehend dem Gesundheitsamt melden, das ggf. eine Testung veranlasst

    Kontaktperson der Kategorie 2 (geringeres Infektionsrisiko)

    • (Face-to-Face-)Kontakt zu einer wahrscheinlich infektiösen Person kürzer als 15 Minuten
    • Kein längerer Aufenthalt (Richtwert: unter 30 Min.) in einem Raum mit hoher Konzentration infektiöser Aerosole
    • Infizierte Person und Kontaktperson haben beim Kontakt eine korrekte Mund-Nasen-Bedeckung getragen
    • Die Kontaktperson soll auf COVID-19-Krankheitszeichen achten und falls diese auftreten, dies umgehend dem Gesundheitsamt melden, das ggf. eine Testung veranlasst und eine häusliche Isolierung anordnet

    L


    Letalität

    • entspricht dem Anteil der Verstorbenen an allen COVID-19-Erkrankten
    • genaue Daten dazu liegen nicht vor, da die Anzahl an tatsächlichen Erkrankungs- und insbesondere symptomlosen Infektionsfällen nicht bekannt ist

    Lockdown

    • Englisch für Absperrung
    • Mehr oder weniger umfangreiche Schließung öffentlicher Einrichtungen sowie Einschränkung des öffentlichen und privaten Lebens zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    M


    Marktzulassung (Impfstoff)

    Siehe „Impfstoffzulassung

    mRNA

    • Abkürzung von Messenger-RiboNucleic Acid bzw. „Boten“-RiboNukleinSäure
    • Kommt in jeder Zelle des Körpers vor und überträgt die genetische Information aus dem Zellkern an den Zellort, wo Proteine bzw. Eiweiße gebildet werden

    mRNA-Impfstoff

    • Bei diesen Impfstoffen werden keine Krankheitserreger oder deren Bestandteile (Antigene) für die Immunisierung benötigt
    • Durch die Impfung wird den Zellen im Muskelgewebe in Form einer mRNA nur die Information für die Herstellung einzelner Antigene übertragen
    • Ähnlich der Infektion mit einem Virus, beginnt die Zelle nach dem Bauplan der mRNA mit der Produktion von Proteinen, die als Antigene dem Immunsystem präsentiert werden und eine Immunantwort durch Antikörper auslösen
    • Siehe auch „Corona-Schutzimpfung: Antworten auf häufig gestellte Fragen

    Mund-Nasen-Bedeckung

    • wirksamster Schutz vor Ansteckung erfolgt durch Einhaltung der Hygienemaßnahmen und der Verhaltensregeln und -empfehlungen 
    • Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen kann neben anderen Maßnahmen nach aktuellem Wissensstand helfen, die Verbreitung von SARS-CoV-2 weiter einzudämmen – auch wenn keine Krankheitszeichen vorliegen.
    • SARS CoV-2, welches die Erkrankung COVID-19 auslöst, wird beim Sprechen, Husten und Niesen über die Atemluft (Tröpfchen und /oder Aerosole, s.FAQ) in die Umgebung verbreitet. Daher liegt es nahe, eine Mund-Nasen-Bedeckung als mechanische Barriere bzw. Bremse zu tragen.
    • nur wirksam, wenn die Maske eng anliegend sitzt, bei Durchfeuchtung gewechselt und während des Tragens nicht berührt wird, auch das An- und Ablegen muss hygienisch einwandfrei erfolgen (s. Merkblatt, Videos)

    N


    Nationale Impfstrategie

    Nationale Teststrategie

    • In Deutschland wird umfassend auf Infektionen mit SARS-CoV-2 getestet
    • Hierzu wurde das Testaufkommen zum Virus-Nachweis mittels PCR-Testung seit März 2020 beständig erweitert, inzwischen können wöchentlich 1,5 Mio. PCR-Tests durchgeführt werden
    • Im Oktober 2020 wurde die Teststrategie um den Einsatz von Antigen-Tests erweitert
    • Teil der Teststrategie ist außerdem, welche Personengruppen in welchen Einrichtungen getestet werden
    • Siehe auch „Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“

    Neuinfektion

    • Neu hinzugekommene oder in Zukunft erwartbare weitere Infektion
    • Wiederholte Ansteckung mit einem Erreger

    Nowcasting

    • Englisch für Kurzvorhersage
    • Eine statistische Vorhersagemethode, die den Jetzt-Zustand von bereits erfolgten COVID-19-Erkrankungsfällen in Deutschland auf der Grundlage zurückliegender Daten mit Hilfe mathematischer Funktionen schätzt
    • Auf das Nowcasting beruhend kann die zeitabhängige Reproduktionszahl R geschätzt werden

    P


    Pandemie

    • Pandemie bezeichnet eine Epidemie, die sich in einem bestimmten Zeitraum weltweit ausbreitet
    • COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer Pandemie erklärt 

    Paul-Ehrlich-Institut (PEI)

    • Ist als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
    • Erforscht und bewertet biomedizinische Human-Arzneimittel und immunologische Tierarzneimittel und lässt diese Arzneimittel zu
    • Prüft und genehmigt Anträge auf klinische Prüfungen von Impfstoffen (z. B. Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus SARS-CoV-2) und biomedizinischen Arzneimitteln, die in Deutschland durchgeführt werden sollen
    • Erst nach Genehmigung durch das PEI und der Zustimmung der zuständigen Ethikkommission kann eine klinische Prüfung in Deutschland durchgeführt werden
    • In der STIKO als Gast vertreten 
    • Siehe auch „PEI – FAQ COVID-19-Impfstoffe

    Peer Review

    • Englisch für Begutachtung durch Gleichrangige (Peers) bzw. Kollegen/-innen
    • Ein besonderes Verfahren zur Überprüfung einer wissenschaftlichen Arbeit oder eines Projektes durch unabhängige Gutachter aus dem gleichen Fachgebiet, bevor wissenschaftliche Ergebnisse veröffentlicht werden

    Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

    • Ausrüstung, die eine Person trägt, um sich vor Risiken zu schützen, die ihre Sicherheit oder Gesundheit gefährden könnte
    • Personen im klinischen Bereich, die Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher COVID-19 versorgen, sollten einen Schutzkittel, Einweghandschuhe, einen mindestens dicht anliegenden Mund-Nasen-Schutz bzw. eine Atemschutzmaske (FFP2-Masken) und eine Schutzbrille tragen

    Weitere Informationen des Robert Koch-Instituts finden Sie hier.

    Plasma

    • Wässriger Bestandteil des Blutes, der unter anderem Antikörper und – im Gegensatz zum Serum – auch Eiweiße für die Blutgerinnung enthält
    • Hauptbestandteile des Plasmas sind neben Wasser die Plasmaproteine (spezielle Eiweiße), Elektrolyte (Blutsalze) wie Natrium oder Kalzium, Hormone, Gerinnungsfaktoren und Enzyme

    Plasmaspende

    • Teil-Blutspende von Patienten, die COVID-19 überstanden haben
    • enthaltene Antikörper werden isoliert und angereichert und können so aktuell erkrankten Patienten helfen

    Pneumonie

    • Medizinischer Fachbegriff für Lungenentzündung
    • Schwere Verläufe der COVID-19-Erkrankung gehen mit einer Lungenentzündung einher

    Präsymptomatisch

    Preprint

    • Englisch für Vorabdruck
    • Vorab-Veröffentlichung wissenschaftlicher Texte (meist online), bevor diese nach einem wissenschaftlichen Begutachtungsverfahren („Peer Review“) in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift abgedruckt werden

    Priorisierung (beim Impfen)

    Protein

    • Hochmolekulares (d. h. aus großen Molekülen bestehendes) Eiweiß
    • Lebensnotwendiger Bestandteil aller Zellen

    R


    Rachenabstrich (Nachweis der akuten Infektion)

    • Test erfolgt durch einen tiefen Nasen- oder Rachenabstrich und/oder einer Untersuchung des Auswurfs (im klinischen Bereich auch Spülung der Atemwege, sogenannte Lavage)
    • Prinzip: Nukleinsäurenachweis aus Atemwegssekreten mittels Real-time Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (Real-Time RT-PCR)
      • Goldstandard zur Detektion von SARS-CoV-2 in der Akutdiagnostik, ist v.a. in der Frühphase (1. Woche) sehr zuverlässig

    Remdesivir

    • Arzneimittel, das die Vermehrung von bestimmten Viren hemmen kann
    • Das erste Arzneimittel, das in der Europäischen Union eine bedingte Zulassung für die Behandlung von bestimmten an COVID-19 erkrankten Personen bekommen hat

    Reproduktionszahl R

    Respiration

    • Fachbegriff für Atmung

    Risikogebiet

    • Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen (Hochinzidenzgebiete)
    • Regionen, in denen sich bestimmte Virus-Varianten ausgebreitet haben (Virusvarianten-Gebiete)
    • Ein Gebiet, in dem für Personen, die sich dort aufhalten, im Vergleich zu anderen Regionen ein deutlich erhöhtes Infektions- oder Erkrankungsrisiko nachgewiesen ist
    • Auf diesem Risiko sind entsprechende Maßnahmen der Infektionsvorbeugung begründet
    • Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt in Deutschland nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
    • Siehe auch „Coronavirus-Pandemie: Regelungen für Einreisende aus Risikogebieten
    • Siehe auch „Liste der aktuellen Risikogebiete bzgl. COVID-19 beim Robert Koch-Institut

    Risikogruppen

    Personengruppen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe:

    • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren)
    • Raucher*innen
    • Menschen mit sehr starkem Übergewicht
    • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck), chronischen Lungenerkrankungen (z. B. Asthma, COPD), chronische Lebererkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Krebserkrankungen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

    Informationen für chronisch kranke Menschen finden Sie hier.

    S


    SARS-CoV-2

    • offizielle Bezeichnung des neuartigen Coronavirus
    • neuer Erreger aus der Gruppe der Coronaviren
    • SARS steht für „schweres akutes respiratorisches Syndrom“, d. h. schweres akutes Atemwegssyndrom
    • erstmals aufgetreten auf einem Markt in Wuhan in der Provinz Hubei, China, Ende Dezember 2019.  Diskutiert wird aufgrund von Untersuchungen des Virusgenoms (Erbinformation des Virus) ein möglicherweise schon im Herbst 2019 gestartetes weltweites Ausbruchsgeschehen

    Schmierinfektion

    • Schmierinfektion wird auch als Kontaktinfektion bezeichnet
    • Krankheitserreger werden über eine Kette von Berührungen weitergegeben, z.B. über gemeinsam genutzte Türgriffe, Aufzugknöpfe oder Handläufe
    • Viren oder andere Keime werden über die Hände aufgenommen, anschließend unbemerkt zu Mund, Nase oder Augen geführt und hier über die Schleimhäute aufgenommen. Daher die Empfehlung, sich mit den Händen nicht ins Gesicht zu fassen.
    • Auch über das Händeschütteln kann eine Schmierinfektion erfolgen, wenn vorab z. B. eine Person mit einer Grippe in die Hand geniest hat und hier Viren anhaften

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Sensitivität (eines Tests zum Nachweis einer Ansteckung oder Erkrankung)

    • Empfindlichkeit eines Tests
    • Maß der Wahrscheinlichkeit, mit einem Test eine bestimmte Krankheit (bzw. einen gesuchten Erreger oder mit ihm verbundene Veränderungen) sicher zu erkennen

    Serokonversion

    • Serokonversion bedeutet das erstmalige Auftreten erregerspezifischer Antikörper im Serum nach einer Infektion oder Schutzimpfung
    • unter Serokonversion versteht man auch den Übergang von einer frühen (Bildung sogenannter IgM-Antikörper) in eine späte (Bildung sogenannter IgG-Antikörper) Immunantwort im Verlauf einer Infektionskrankheit

    Serologie

    • Teilgebiet der Immunologie, das sich mit Antikörper-Antigen-Reaktionen im Labor beschäftigt

    Serum

    • Wässriger Bestandteil des Blutes
    • Enthält u.a. Antikörper
    • Im Gegensatz zum Plasma enthält das Serum jedoch keine Eiweiße für die Blutgerinnung

    Soziale Distanzierung

    (engl. Social Distancing)

    • Soziale Distanzierung bedeutet, den (körperlichen) Kontakt zu anderen Menschen zu reduzieren
    • Ziel ist die Eindämmung einer ansteckenden Krankheit, derzeit COVID-19
    • Umsetzung in der Praxis erfolgt durch bestimmte Verhaltensregeln, z. B. mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen zuhalten, auf das Händeschütteln zu verzichten, Menschenansammlungen zu meiden
    • Ziel der Maßnahmen der sozialen Distanzierung ist im Falle von COVID-19 vor allem der Schutz Älterer und chronisch Kranker vor einer Infektion

    Social Distancing

    Vgl. vorhandenen Eintrag: Soziale Distanzierung

    Spezifität (eines Tests zum Nachweis einer Ansteckung oder Erkrankung)

    •  Zielgenauigkeit, Zielgerichtetheit eines Tests
    • Maß der Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte gesuchte Krankheit (bzw. einen gesuchten Erreger oder mit ihm verbundene Veränderungen) bei Gesunden sicher auszuschließen bzw. bei Gesunden einen negativen Befund zu erhalten

    Spike-Protein

    • Englisch für Stachel-Eiweiß
    • Ein wichtiger Baustein des Coronavirus SARS-CoV-2 (die „Stacheln“ auf der Virus-Kugel), um in die Körperzelle eindringen zu können
    • Antikörper können das Virus anhand des Spike-Proteins erkennen, sich daran binden und es so als Ziel für Immunzellen markieren, was bei der Impfstoffentwicklung genutzt wird

    Sputum

    • Sekret der tiefen Atemwege, das beim Husten in den Rachen gelangt und ausgespuckt werden kann

    Ständige Impfkommission (STIKO)

    Superspreader

    • Englisch für Superverbreiter
    • Person, die sich mit einem infektiösen Krankheitserreger (z. B. Coronavirus SARS-CoV-2) angesteckt hat und durch viele soziale Kontakte erheblich zu dessen Verbreitung beiträgt
    • Siehe auch Superspreader-Event

    Superspreader-Event

    • Eine Veranstaltung (Versammlung, Konzert, Familienfeier etc.), auf der viele Menschen durch wenige hochinfektiöse Menschen angesteckt werden können

    Surveillance

    • Englisch für Überwachung
    • Epidemiologische Surveillance: fortlaufende systematische Sammlung, Analyse, Bewertung und Verbreitung von Gesundheitsdaten zum Zweck der Planung, Durchführung und Bewertung von Maßnahmen zur Krankheitsbekämpfung
    • Surveillance-Instrumente und Studien des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Coronavirus SARS-CoV-2 sind z. B. Nowcasting oder das Meldesystem gemäß Infektionsschutzgesetz.

    Symptom

    Systemrelevante Berufe

    (Kritische Infrastruktur)

    • Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, z.B. Polizei, Versorgungswerke- Strom, Gas, Wasser, Post, medizinisches Versorgungssystem, Lebensmittelhandel etc.
    • Ausfall oder Beeinträchtigung kritischer Infrastruktur würde zu nachhaltig wirkenden Versorgungsengpässen, erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit oder anderen ernsthaften Folgen führen

    T


    Testung

    Titer (Impftiter)

    • Chemischer Begriff für den Gehalt an aufgelöster Substanz in einer Lösung
    • Maß für die Immunität des Körpers gegen eine bestimmte Krankheit nach einer vorausgegangenen Impfung
    • Es wird hierfür die Menge der im Blut vorhandenen Antikörper gegen den jeweiligen Erreger gemessen

    Totimpfstoff

    • Bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es drei Hauptentwicklungslinien: vektorbasierte Impfstoffe (Lebendimpfstoffe mit Vektorviren), Totimpfstoffe mit Virusproteinen oder mRNA/DNA-Impfstoffe
    • Totimpfstoff: Das Impfantigen besteht aus abgetöteten, inaktivierten Erregern, ihren Bestandteilen oder entgifteten Stoffen
    • Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne dass die jeweilige Krankheit ausbricht

    Triage

    • Zu Deutsch Auswahl
    • Medizinischer Begriff (französisch) für ein im Extremfall eingesetztes Verfahren der Einteilung von Erkrankten nach der Dringlichkeit und dem voraussichtlichen Erfolg der Behandlung

    Tröpfcheninfektion

    • Krankheitserreger (z. B. Viren), die im Rachenraum oder im Atmungstrakt siedeln, gelangen beim Niesen, Husten oder Sprechen durch winzige Speichel-Tröpfchen an die Luft und werden anschließend von einem anderen Menschen eingeatmet bzw. direkt über die Schleimhäute der oberen Luftwege aufgenommen
    • Die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion erfolgt in den meisten Fällen innerhalb einer Entfernung von etwa einem bis zwei Metern. Daraus folgt die Empfehlung, mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen zu halten.
    • Durch Tröpfcheninfektion ausgelöste Krankheiten sind z. B.: grippale Infekte, Grippe, Scharlach und auch SARS-CoV-2 

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    U


    Übersterblichkeit

    • Erhöhte Sterblichkeit innerhalb eines Zeitraums gegenüber der normalen Sterblichkeit in einer Bevölkerung als Folge der Häufung bestimmter, auch saisonaler Erkrankungen
    • Maß für die Intensität (Schwere) des Geschehens in einer Epidemie

    Übertragungsweg

    • SARS-CoV-2 wird von Mensch zu Mensch übertragen
    • vor allem über Tröpfcheninfektion, wenn virushaltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Atemwege gelangen
    • theoretisch möglich ist auch eine Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden
    • bislang kein Nachweis über eine Infektion des Menschen auf anderem Weg, z. B. Verzehr kontaminierter (verunreinigte) Lebensmittel oder Kontakt zu kontaminierten Gegenständen

    V


    Vakzine

    • Fachbegriff für Impfstoff
    • Aus Krankheitserregern hergestellter Impfstoff gegen Infektionskrankheiten

    Vektorbasierte Impfstoffe

    • Bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es drei Hauptentwicklungslinien: Vektorbasierte Impfstoffe (Lebendimpfstoffe mit Vektorviren), Totimpfstoffe mit Virusproteinen und mRNA/DNA-Impfstoffe
    • Vektorbasierte Impfstoffe bestehen aus für den Menschen harmlose Viren, die gentechnisch so verändert sind, dass sie den Bauplan für einen oder mehrere Bestandteile des Erregers (Antigen) enthalten
    • Die COVID-19-Vektorimpfstoffkandidaten enthalten ungefährliche, gut untersuchte Trägerviren, in die ein Gen eingebaut wurde, das den Bauplan für das SARS-CoV-2-Oberflächenprotein, das Spikeprotein, enthält
    • Vermehrungsfähige Vektorviren vermehren sich nur für eine begrenzte Zeit im Körper der geimpften Person; vermehrungsunfähige und vermehrungsfähige Vektorviren werden durch das Immunsystem kontrolliert und zerstört

    Virus

    • Dringt in die Zellen von Lebewesen (Wirt) ein und nutzt diese zur Vermehrung
    • Viren können Infektionskrankheiten wie COVID-19 auslösen
    • Mehr Informationen dazu auf der Themenseite „Viren

    Viruslast

    • Als Viruslast bezeichnet man die Anzahl an Viren in einer bestimmten Menge Körperflüssigkeit (Abstrich, Speichel, Blut) einer Person
    • Der CT-Wert gibt an, wie hoch die Viruslast in einer Probe möglicherweise ist

    Viruspartikel

    • Anderer Begriff für Virion
    • Einzelnes Virusteilchen (z. B. die Spikes der SARS-CoV-2-Hülle), das sich außerhalb der Zelle befindet, während das Virus-Erbgut in die Zelle eindringt

    Vulnerabilität

    • Auf Deutsch Verletzbarkeit, Verwundbarkeit
    • Anfälligkeit (z. B. durch Alter, Vorerkrankungen, soziale Lage), an einer Krankheit zu erkranken und Grad des Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf
    • Siehe auch Vulnerable Gruppen

    Vulnerable Gruppen

    W


    World Health Organization (WHO)

    • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist im Rahmen der Vereinten Nationen für die öffentliche Gesundheit zuständig
    • Ziele: Förderung moderner Methoden im Gesundheitswesen, besonders die Bekämpfung von Seuchen und der vorbeugende Gesundheitsschutz
    • Veröffentlicht in Bezug auf COVID-19 fachliche Leitlinien mit Empfehlungen und stellt Informationen und Beurteilungsinstrumente wie den Gesundheitssystem-Reaktionsmonitor zur COVID-19-Pandemie zur Verfügung
    • Führt wissenschaftliche Studien zur Untersuchung von Krankheiten durch, so auch zu COVID 19
    • Siehe auch WHO-Publikationen „Ausbruch der Coronavirus-Krankheit (COVID-19)

    Weitere Informationen über das neuartige Coronavirus finden Sie unter:

    Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.02.2021