Psychische Gesundheit in der "Corona-Zeit"

Das seelische Wohlbefinden im Blick behalten

Derzeit gelten zahlreiche Regeln und Maßnahmen, um die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 einzudämmen. Sie haben starken Einfluss auf das gesamte Leben und sind zum Teil mit großen Einschränkungen verbunden. Die häusliche Isolation oder Quarantäne beispielsweise fällt vielen Menschen sehr schwer und kann auch das seelische Wohlbefinden beeinträchtigen. Hier finden Sie einige Informationen und Tipps, die Ihnen Unterstützung bieten.



Telefonberatung der BZgA

Wenn Sie lieber persönlich mit jemandem sprechen möchten erreichen Sie die Telefonberatung der BZgA kostenlos unter 08002322783. Die Telefonberatung ist zu den folgenden Zeiten erreichbar:
Montag bis Donnerstag: von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr. Auch an den Feiertagen ist die Telefonberatung besetzt.

 

Strukturieren Sie Ihren Tag

Geben Sie den Tagen und der Woche eine Struktur. Damit vermeiden Sie Unsicherheit, Hilflosigkeit und Stresssituationen. Planen Sie also Ihre Aktivitäten für die nächsten Tage und erstellen Sie sich eine Liste an Dingen, die Sie tun möchten. Ebenso ist es ermutigend, sich mithilfe einer „Erledigt“-Liste vor Augen zu halten, was Sie alles schon gemacht haben. Wenn Sie zu Hause arbeiten, kann es Ihnen helfen, die sonst üblichen Arbeitszeiten und wenn möglich, auch die Arbeitsabläufe beizubehalten. Vielleicht führen Sie mit Ihren Kolleginnen oder Kollegen eine virtuelle tägliche Kaffeepause als Videochat oder als Telefonkonferenz ein.

Tun Sie Dinge, die Ihnen guttun

Planen Sie Aktivitäten und Gewohnheiten in Ihren Tagesablauf ein, die Sie gerne machen und die Sie bewusst genießen können. Vielleicht schauen Sie gerne einen guten Film oder haben Spaß am Lesen oder Malen. Bereiten Sie besondere Speisen zu und genießen Sie das Essen. Sorgen Sie auch für ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung. Gehen Sie raus an die frische Luft. Beachten Sie dabei jedoch immer Verhaltensregeln und -empfehlungen.  Dies alles wirkt positiv auf das körperliche und seelische Gleichgewicht.

Pflegen Sie Ihre Kontakte

Auch wenn persönliche Treffen mit Nachbarn, Bekannten oder Freunden derzeit nicht stattfinden können, besteht immer die Möglichkeit, über Telefon, Videochats oder soziale Medien in Kontakt zu bleiben. Tauschen Sie sich miteinander aus und motivieren Sie sich gegenseitig, mit der derzeitigen Phase gut umzugehen. Es tu zudem gut, immer wieder einmal auch andere Gesprächsthemen als „Corona“ zu besprechen.

Informieren Sie sich bewusst

Derzeit kursieren viele Gerüchte und unseriöse Meldungen. Informieren Sie sich bei vertrauenswürdigen Quellen. Wie Sie richtige von falschen Informationen unterscheiden können und was bei der Suche nach Informationen im Internet und anderen Medien zu beachten ist, erfahren Sie auf der Seite Verlässliche Informationen erkennen

Gehen Sie bei der Suche nach Informationen zudem bewusst und gezielt vor. Legen Sie zum Beispiel für sich fest, in welchen Zeitabständen oder zu welchen Uhrzeiten Sie sich auf den aktuellen Stand bringen wollen. Dauernd Nachrichten zu hören oder ständig online-Informationen zu lesen, kann Stress auslösen. 

Nutzen Sie Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfen, wenn Sie sich durch die Corona-Krise psychisch belastet fühlen!

Menschen, die sich aufgrund der Corona Krisensituation oder aus anderen Gründen psychisch belastet fühlen, finden oftmals Hilfe und Unterstützung bei einer Person ihres Vertrauens in ihrem persönlichen Umfeld. Das können Angehörige, Freunde oder auch andere nahestehende Menschen sein. Wenn diese Unterstützung im persönlichen Umfeld jedoch nicht vorhanden ist oder diese nicht ausreicht, sollten sich Betroffene und/oder auch ihre Angehörigen Hilfe und professionelle Unterstützung holen. Hierfür steht in Deutschland ein breit gefächertes System von Unterstützungs- und Beratungsangeboten zur Verfügung:

  • Die Telefonberatung der BZgA steht Ihnen kostenlos unter 08002322783 zur Verfügung.
  • Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter folgenden Rufnummern: 08001110111 oder 08001110222.
  • Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat eine Corona-Hotline eingerichtet. Diese richtet sich an Menschen, die durch die Corona-Krisensituation psychisch belastet sind, indem sie beispielsweise unter der häuslichen Isolation leiden, den sozialen Rückhalt vermissen, die Struktur im Alltag verlieren oder unsicher sind, wie es weitergeht. Die BDP-Corona-Hotline ist für die kommenden Wochen täglich von 8:00 - 20:00 Uhr unter 08007772244 erreichbar und für die Anrufenden kostenlos und anonym. 
  • Die Nummer gegen Kummer
    • für Kinder und Jugendliche: 116111 (Montag-Samstag von 14-20 Uhr)
    • für Eltern: 08001110550 (Montag-Freitag von 9-11 Uhr, Dienstag + Donnerstag von 17-19 Uhr)
  • Wichtige Anlaufstellen im Falle einer psychischen Belastung oder einer ernsthaften Krise sind Hausärzte/Hausärztinnen, Fachärztinnen/Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten. Die Arztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bietet die Möglichkeit, entsprechende Ärzte und Psychotherapeuten gezielt nach deren Fremdsprachkenntnissen zu suchen: https://www.kbv.de/html/arztsuche.php.

Wenn Sie sich in Behandlung befinden: Psychotherapeutische und ärztliche Praxen sind nach wie vor erreichbar. Dies gilt auch für den Fall, dass Sie erstmalig therapeutischen Rat suchen. Die Behandlungen bzw. Gespräche dort fallen unter die sogenannten „notwendigen medizinischen Leistungen". Beachten Sie bei einem Praxisbesuch die Hygienemaßnahmen. 

Falls Sie aufgrund einer Quarantäne das Haus nicht verlassen dürfen, bieten inzwischen viele Praxen ein erweitertes Angebot an Telefon- und Video-Sprechstunden an.  Fragen Sie bei Ihrer Therapeutin/Ihrem Therapeuten bzw. Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt nach.

  • Weitere Anlaufstellen im Falle einer psychischen Krise können unter anderem die Sozialpsychiatrischen Dienste sein, die bei den örtlichen Gesundheitsämter angesiedelt sind, sowie örtliche psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen oder psychiatrische Institutsambulanzen. Die Kontaktdaten sind z.B. im örtlichen Telefonbuch oder im Internet zu finden.

Wenn eine akute psychische Krise oder ein psychischer Notfall sofortige Hilfe erforderlich macht, können folgende Anlaufstellen weiterhelfen:

  • Der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen ist außerhalb der üblichen Praxissprechzeiten (zum Beispiel nachts, an Wochenenden und an Feiertagen) bundesweit erreichbar über die Rufnummer 116117. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.kbv.de/html/aerztlicher_bereitschaftsdienst.php.
  • Als Sofortmaßnahme kann gegebenenfalls eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie aufgesucht werden. Adressen sind dem ärztlichen Bereitschaftsdienst bekannt.
  • Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter folgenden Rufnummern: 08001110111 oder 08001110222. Darüber hinaus steht ein Beratungsangebot per Mail oder Chat zur Verfügung; Webseite: www.telefonseelsorge.de.
  • Das Info-Telefon Depression steht kostenfrei unter der Rufnummer 08003344533 zur Verfügung; Sprechzeiten: Mo, Di, Do – 13.00 bis 17.00 Uhr; Mi und Fr – 08.30 bis 12.30 Uhr, Webseite: www.deutsche-depressionshilfe.de.
  • Beim „SeeleFon für Flüchtlinge“ in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch können sich Geflüchtete - oder ihre Angehörigen - melden, wenn es um konkrete Möglichkeiten der gesundheitlichen psychologischen Versorgung in Deutschland geht - kultursensibel und möglichst in der Sprache der Betroffenen. Erreichbar montags, dienstags und mittwochs jeweils von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie von 14:00 bis 15:00 Uhr, Tel.: 022871002425, Webseite: www.bapk.de/angebote/seelefon.  

Im Fall einer akuten, potentiell sogar lebensbedrohlichen Notlage, beispielsweise bei akuter Suizidgefahr, sollte die Notrufnummer 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst gewählt werden. Die 112 sollte auch angerufen werden, wenn die Situation unklar ist, aber lebensbedrohlich sein könnte.

Weiterführende Informationen

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.06.2020